Leitlinien Nacht- und Schichtarbeit

Die in dieser Leitlinie vorgeschlagenen Maßnahmen sind medizinisch notwendig

und entsprechen dem allgemein anerkannten Stand der Wissenschaft...

Stichworte, Inhalte

Die Notwendigkeit, auch zu ungewohnten Zeiten und gegen den biologischen Rhythmus arbeiten zu müssen, besteht seit Beginn der Industrialisierung in großem Umfang. Im 20. Jahrhundert waren es vor allem technologische, wirtschaftliche und soziale Zwänge, die Schicht- und Nachtarbeit zum unerlässlichen Bestandteil des Arbeitslebens machten. Im 21. Jahrhundert nimmt vor allem der Anteil an Dienstleistungen zu, die ''rund um die Uhr'' angefordert und angeboten werden. In den kommenden Jahren werden daher immer mehr Arbeitnehmer aus dem Dienstleistungsbereich Nacht- und Schichtarbeit leisten müssen, während im Zuge der weitergehenden Automatisierung der Produktion in Industrie und Landwirtschaft ein Rückgang der Arbeitnehmer und damit auch der Anzahl der Schichtarbeiter zu erwarten ist (Mitteilungen aus der Arbeitsmarktforschung: Dostal 1995). Weiterhin ist künftig vermehrt mit flexiblen und individuellen Arbeitszeiten zu rechnen. Nach dem Arbeitszeitgesetz ist die Arbeitszeit der Nacht- und Schichtarbeitnehmer nach gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen zu gestalten. Eines der Hauptziele ist dabei der Erhalt von Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Diese Zielvorgabe erfordert die enge Zusammenarbeit zwischen Arbeitsmedizinern, Arbeitswissenschaftlern und Beschäftigten, zumal die Vorgabe, den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu berücksichtigen, dem Wunsch des Einzelnen nach Individualisierung der Arbeitszeitregelung und schließlich den betrieblichen Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen, nicht selten Kompromisslösungen erfordert. Ziel ist die Orientierung auf eine Gestaltung der Schicht- und Nachtarbeit, die den wissenschaftlichen Kenntnisstand in die Praxis umsetzt, die in der betrieblichen Praxis umsetzbar ist, die den Umfang insbesondere von Nachtarbeit - Häufigkeit von Nachtschichten und Anzahl betroffener Arbeitnehmer - auf das geringst mögliche, unvermeidbare Maß begrenzt die dem Wunsch nach zunehmender Individualisierung der Arbeitszeitgestaltung Rechnung trägt, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit möglichst wenig beeinträchtigt. Welche Gesetze regeln die Schichtarbeit? Wie ist Schichtarbeit definiert? Welche Wirkungen hat Schichtarbeit auf den Menschen? Welche präventiven und kompensatorischen Maßnahmen können eine erhöhte Beanspruchung bei Schichtarbeit mindern? Wichtige Rechtsnormen zur Schichtarbeit Gesetz zur Vereinheitlichung und Flexibilisierung des Arbeitszeitrechts (Arbeitszeitgesetz), ArbZG Gesetz zum Schutze der erwerbstätigen Mutter (Mutterschutzgesetz), MuSchG Gesetz zum Schutz der arbeitenden Jugend (Jugendarbeitsschutzgesetz), JArbSchG Gesetz über den Ladenschluss (Ladenschlussgesetz) Sozialvorschriften im Straßenverkehr Schichtarbeit ist eine Form der Tätigkeit mit Arbeit zu wechselnden Zeiten (Wechselschicht) oder konstant ungewöhnlicher Zeit (z.B. Dauerspätschicht, Dauernachtschicht) Grundformen der Schichtarbeit sind: Permanente Schichtsysteme Dauerfrühschichten Dauerspätschichten Dauernachtschichten geteilte Schichten zu konstanten Zeiten Wechselschichtsysteme Systeme ohne Nachtarbeit und ohne Wochenendarbeit Systeme ohne Nachtarbeit und mit Wochenendarbeit Systeme mit Nachtarbeit und ohne Wochenendarbeit Systeme mit Nachtarbeit und mit Wochenendarbeit ...