Praxislernort Pflege

Diese Anleitung bereitet Pflegeschüler auf ihre Berufspraxis vor. Sie ist deshalb der zentrale Rahmen,

um von Beginn an auch Arbeits- und Gesundheitsschutzwissen zu vermitteln,

anzuwenden, zu festigen und als selbstverständlichen Bestandteil in den Arbeitsalltag zu integrieren...

Stichworte, Inhalte

Anleiten zu einer gesundheitsgerechten Arbeit in der Pflege Die Anleitung Praxislernort Pflege bereitet Pflegeschülerinnen und -schüler auf ihre Berufspraxis vor. Sie ist deshalb der zentrale Rahmen, um von Beginn an auch Arbeits- und Gesundheitsschutzwissen zu vermitteln, anzuwenden, zu festigen und als selbstverständlichen Bestandteil in den Arbeitsalltag zu integrieren. Anregungen dazu erhalten all jene, die Verantwortung für Pflegeschülerinnen und -schüler und den Arbeits- und Gesundheitsschutz haben, in dieser Broschüre. Die Offensive Gesund Pflegen ist ein Partnernetzwerk innerhalb der Initiative Neue Qualität der Arbeit. Im Mittelpunkt der gemeinsamen Arbeit steht der Transfer des vorhandenen Wissens über gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen in der Pflege in die Einrichtungen mit dem Ziel, die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit der Pflegenden zu erhalten und zu fördern. Gesundheitsgerechtes Arbeiten in der Pflege von Anfang an Pflegende werden in Deutschland dringend gebraucht. Den damit verbundenen hohen Bedarf an professionell Pflegenden zu sichern, ist eine große Gegenwarts- und Zukunftsaufgabe. Die Berufsausbildung ist dabei ein wichtiger Baustein. Hier wird Fach- und Handlungswissen vermittelt und in der Praxis erstmals angewendet. Ebenso wichtig für die Berufsanfängerinnen und -anfänger ist die Entwicklung von Kompetenzen zur Förderung und zum Erhalt der eigenen Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit oder kurz gesagt: zum gesundheitsgerechten Arbeiten in der Pflege. Lehren und lernen, gesund in der Pflege zu arbeiten - um dieses Thema geht es in dieser Broschüre. Der Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGS) muss schon in der Ausbildung ein Querschnittsthema sein, in der theoretischen Ausbildung ebenso wie direkt vor Ort, auf der Station, im Wohnbereich oder in häuslicher Umgebung. Hier, d.h. direkt in den Ausbildungsunternehmen, kommt den Praxisanleiterinnen und Praxisanleitern eine verantwortungsvolle Aufgabe zu. Die Pflegeschülerinnen und -schüler - gemeint sind Auszubildende in der Gesundheits- und Krankenpflege, in der Altenpflege und in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege - wenden das Gelernte zum ersten Mal an. Sie brauchen eine kompetente Anleitung und viel Unterstützung, bis das Wissen sitzt und sich im praktischen Arbeiten wiederfindet. Die Anleiterinnen und Anleiter sind dabei Vorbild, Lernberaterin und Lernberater, manchmal auch Kummerkasten für die Berufsanfängerinnen und -anfänger - und zugleich selbst Fachkraft im oft fordernden Berufsalltag. Diese Broschüre legt den Fokus auf die Stellschrauben, an denen die Praxisanleitung konkret ansetzen kann. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Arbeits- und Gesundheitsschutz in erster Linie Aufgabe des Arbeitgebers ist. Er ist verpflichtet, gesetzliche Regelungen umzusetzen und die Einhaltung zu ermöglichen. Erst dann ist es möglich, durch die Sensibilisierung und Stärkung von AGS-Themen, z.B. bei Schülerinnen und Schülern in der Praxisanleitung, gesundheitsförderliches Verhalten selbst in die Hand zu nehmen. Die Praxisanleitung ist ein zentraler - wenn nicht der zentrale Bestandteil der praktischen Pflegeausbildung. Laut Eckpunktepapier zur Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zum Entwurf des Pflegeberufsgesetzes ist es Aufgabe der Praxisanleitung, die Schülerinnen und Schüler vor Ort, d.h. in den Einrichtungen schrittweise und anhand eines Ausbildungsplanes an die pflegerischen Tätigkeiten heranzu­führen. Die Praxisanleiterinnen und -anleiter tragen damit maßgeblich zum Erreichen des Ausbildungsziels bei - einem erfolgreichen Berufsabschluss. Sie sind häufig erste Ansprechpartner der Pflegeschülerin oder des Pflegeschülers am Praxislernort und gleichsam Bindeglied zwischen theoretischer Pflegeausbildung und berufspraktischem Pflegealltag. Bei der konkreten Umsetzung und Ausgestaltung der Vorgaben und Empfehlungen ist eine recht große Bandbreite zu beobachten: Viele Praxisanleiterinnen und -anleiter arbeiten direkt auf der Station, im jeweiligen Wohnbereich oder ambulanten Dienst, d.h. sie sind in erster Linie als Fachkraft tätig und haben die Praxisanleitung zusätzlich übernommen (dezentrale Praxisanleitung). Der Umfang der Freistellung für die Praxisanleitung variiert in diesem Fall von Einrichtung zu Einrichtung und es ist nicht unbedingt die Regel, dass sich Anleitungszeiten auch im Dienstplan wiederfinden lassen. In anderen Modellen ist die Praxisanleitung der Pflegedirektion oder -leitung direkt unterstellt oder der Pflegeschule zugeordnet und ausschließlich oder zumindest zu großen Teilen in der praktischen Ausbildung tätig (zentrale Praxisanleitung). Große Unterschiede lassen sich in der Praxis auch im Betreuungsverhältnis von Praxisanleiterin bzw. -anleiter zu Pflegeschülerin bzw. Pflegeschüler finden. Während sich junge Pflegende hier ein Verhältnis von 1 zu 2 wünschen (Positionspapier der Arbeitsgruppen Junge Pflege im Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe, 2014), kommt es in der Praxis nicht selten vor, dass eine Praxisanleitung für mehr als zehn Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger zuständig ist. Einrichtungen, die ein ernsthaftes Interesse an einer qualitätsvollen Ausbildung haben und ihre Pflegeschülerinnen und -schüler im Unternehmen halten wollen, werden darauf bedacht sein, gute Voraussetzungen für die praktische Ausbildung zu schaffen - auch ohne dass jedes Detail vom Gesetzgeber vorgegeben werden muss. Wie erwähnt, spielen die Praxisanleiterinnen und -anleiter die Hauptrolle in der praktischen Ausbildung. Sie sind jedoch nicht allein. Von Seiten der Berufsfach- und Pflegeschulen werden sie durch Praxisbegleiterinnen und -begleiter unterstützt. Und nicht vergessen werden dürfen jene Kolleginnen und Kollegen, die nicht als Praxisanleiterinnen und -anleiter tätig sind, aber gemeinsam mit diesen auf der Station, im Wohnbereich oder im ambulanten Dienst arbeiten. Auch sie sind Vorbilder und prägen die praktischen Lernerfahrungen der Berufsanfängerinnen und Berufsanfänger ...