Unsere Welt entwickelt sich rasant. Täglich entstehen neue technologische Anwendungen und Innovationen: 3D-gedruckte Raketen, erfolgreiche Kernfusionen, menschliche Zellroboter und vieles mehr. Hinzu kommt eine exponentiell wachsende KI-Technologie, mit deren Rückendeckung die Zukunft auch in kleinen und mittleren Unternehmen schnell und mitunter überraschend Einzug hält. So helfen automatisierte Prozesse in der Produktion dabei, den Materialfluss zu optimieren und Wartungsbedarfe von Maschinen frühzeitig zu erkennen. Augmented Reality (AR) unterstützt Kundenservice oder Produktpräsentationen und IoT-Sensoren in der Logistik werden eingesetzt, um Lagerbestände und Lieferketten transparenter zu gestalten allesamt Innovationen, die noch vor wenigen Jahren wie Zukunftsvisionen aus der Science-Fiction klangen. Diese technologiebedingte Zukunftswundertüte verspricht Produktivitätsgewinne und aufregende Zeiten, bringt jedoch auch eine gewaltige Portion Komplexität, Herausforderungen und Risiken mit sich. Mit dieser Komplexitätsexplosion wird es für Einzelpersonen und -perspektiven zunehmend schwerer, den Überblick zu behalten. Eine rasant fortschreitende und vernetzte Technologieentwicklung gepaart mit unserer arbeitsteiligen Gesellschaftsstruktur führt zu einer Inkompetenzexplosion, bei der es immer schwieriger wird, Zusammenhänge zu verstehen und fundierte Entscheidungen zu treffen. Das entspricht unserer Alltagserfahrung, aber auch notgedrungen und ganz besonders die von Funktionsträgerinnen und -trägern aller relevanter Funktionsbereiche. Hier kommt Zusammenarbeit ins Spiel. Miteinander gelingt einiges, was Einzelne überfordert und gerade Teams sind soziale Hochleistungsrechner, die komplexe Herausforderungen bewältigen können, indem sie Wissen und Fähigkeiten zu Möglichkeiten zusammenführen. In Teams arbeiten Individuen in klar umrissenen Rollen zusammen, um gemeinsame Ziele zu erreichen. Unterschiedliche Fähigkeiten, Perspektiven und Hintergründe kommen zusammen, was das Team als Ganzes leistungsfähiger machen kann als die Summe seiner Teile. Dabei sind Teams nicht statisch infolge ihrer zahlreichen potenziellen Möglichkeiten sind sie ständig in Bewegung und in der Lage, sich jederzeit an neue Herausforderungen anzupassen. Das Potenzial zur Komplexitätsbewältigung in Teams wächst dabei exponentiell mit der Anzahl der Mitglieder. Jede zusätzliche Person bringt neue Beziehungen ins Team ein und erhöht so die potenziellen Möglichkeiten, also Lösungspotenzial und Fehleranfälligkeit gleichermaßen, denn mit zunehmender Binnenkomplexität wird die (Selbst-)Führung des Teams immer anspruchsvoller. Diese Formel zeigt, dass die Anzahl der möglichen Beziehungen in einem Team exponentiell wächst, je mehr Personen im Team sind. Resultieren aus drei Personen drei Beziehungen sind es bei zwölf Personen 66 Beziehungen und damit eine Fülle an Potenzialen, aus denen die Gruppe situativ wählen und an denen sie scheitern kann. Warum ist Teamarbeit so kompliziert?, fragt man sich. Menschen sind verschieden: Jedes Teammitglied bringt seine Persönlichkeit, Werte und Arbeitsstile mit. Diese Unterschiede sorgen im Miteinander für vielfältige Beziehungen und dafür, dass ein Team gleichzeitig eine Vielzahl potenzieller Analysen erstellen und Lösungen bereithalten kann. Das führt zu Reibung und macht den Alltag komplexer. Doch genau hier liegt auch die Stärke von Teams Vielfalt ist der Schlüssel zu Kreativität und Lösungen, die anders kaum zustande kommen können: Mit steigender Teamgröße wachsen Komplexitätskompetenz und Fehleranfälligkeit gleichermaßen exponentiell. Andersherum: Je leistungsfähiger und größer ein Team wird, desto mehr Missverständnisse und mögliche Streitpunkte entstehen, die jeweils wiederum gemanagt werden müssen. In der Unternehmenspraxis beobachten wir diesen Zusammenhang beispielsweise häufig, wenn ein kleines teamförmiges Unternehmen wächst, bevor es sich schließlich in einzelne Funktionsbereiche aufgliedert. Lebenspraktisch erfahren wir dies vielleicht bei der Wahl des gemeinsamen Urlaubsortes in einem gewachsenen Freundeskreis, wenn man als Vereinsmitglied eine gemeinsame Strategie entwickelt oder mit anderen Musikerinnen und Musikern einen neuen Song komponiert. Aus Sicht der Organisation sind Teams eine gute Wahl für Problembearbeitungen, welche die Komplexitätsbearbeitungskapazität der Linie überfordern. Teams sind somit gewissermaßen aus Komplexität gewoben und zwangsläufig unzähmbar. Wäre es anders, würde sich keine Organisation der Welt auf diese riskante Arbeitsform einlassen. Kurzum: Damit aus einer heterogenen Ansammlung von Menschen ein leistungsfähiges Team werden kann, ist eine Menge Arbeit nötig. Unterschiede sind Ressourcen, vorausgesetzt ein Team beherrscht die Fähigkeit, die Unterschiede auch zur Geltung zu bringen, oder kurz: die Kunst des Konflikts. Das Teamradar hilft, Vielfalt als Wettbewerbsfaktor zu betrac
hten. Teams sind daher unermüdlicher Quell an Ideen und sinnvollen Lösungen, insofern sie konstruktiv mit diesen Möglichkeiten umgehen: Für eine bessere Teamperformance braucht es kaum weitere Ziele, sondern gut geführte Konflikte und Auswahlverfahren , was eigentlich bestritten wird. Dies ist niemals von Beginn an möglich, sondern läuft immer auf eine gemeinsame Wachstums- und Entwicklungsaufgabe hinaus