Neuregelungen ab 01.01.2020

01. Fachkräfteeinwanderung

02. Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung bei Minijobs

03. Gruppenunfallversicherung

04. Freibetrag für die betriebliche Gesundheitsförderung

05. Abgaben für Minijobs

06. Mindestvergütung in der Ausbildung

07. Verpflegungskosten

08. Steuerpauschale für Ehrenamtliche

09. Beitragsbemessungsgrenzen der Kranken- und Rentenversicherung

10. Rechengrößen für Kranken- und Pflegeversicherung

11. Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung

12. Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung

13. Künstlersozialkasse

14. Faktor F für die Gleitzone

15. Umlagesatz für das Insolvenzgeld

16. Mindestlohn

17. Mindestlohn für Maler, Gebäudereiniger und Dachdecker sowie im Baugewerbe

18. Mindestlohn im Elektrohandwerk

19. Wiedereinführung der Meisterpflicht

20. Steuerlicher Grundfreibetrag, Existenzminimum

21. Kleinunternehmerregelung

22. Kinderfreibetrag

23. Kindergeld

24. Kinderzuschlag als Ergänzung zum Kindergeld

25. Unterhalt

26. Unterhaltsvorschuss

27. Sachbezugswerte

28. Vorsorgeaufwendungen

29. Angehörigen-Entlastung im Pflegefall

30. Betriebliche Altersvorsorge

31. Elektrisch betriebene Dienstwagen

32. Dienst- oder Betriebsrad

33. Jobticket

34. Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers

35. Umzugskostenpauschale

36. Unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Wohnraum

37. Rentenerhöhung

38. Ost-West Rentenangleichung

39. Freibeträge für Neurentner

40. Wohngeld

41. Regelsätze der Grundsicherung

Fachkräfteeinwanderung

Beruflich Qualifizierte aus Drittstaaten können ab März 2020 leichter in Deutschland arbeiten,

denn dann tritt das Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft.

Im Einzelnen sieht das Gesetz vor, dass beruflich qualifizierte Fachkräfte aus Drittstaaten in Deutschland arbeiten können,

wenn sie einen Arbeitsplatz vorweisen und ausreichend deutsch sprechen können.

Selbst wer einen Berufsabschluss hat, der in Deutschland nur teilweise anerkannt wird, kann unter Voraussetzungen einreisen.

Dies gilt aber nur für jene, die ein konkretes Arbeitsplatzangebot mitbringen und deren Nachqualifizierung geregelt ist.

Auch zur Suche eines Arbeits- oder Ausbildungsplatzes dürfen beruflich Qualifizierte und potenzielle Auszubildende

mit entsprechenden Schulabschlüssen und Deutschkenntnissen

ein halbes Jahr nach Deutschland einreisen, wenn sie ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten.

Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung bei Minijobs

Die Verdienstgrenzen für die Pauschalbesteuerung der kurzfristigen Minijobs werden Anfang Januar 2020 angehoben.

Die Bedingungen für die pauschale Besteuerung von kurzfristigen Minijobs werden damit an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst.

Der durchschnittliche Verdienst pro Arbeitstag liegt dann bei maximal 120,00 Euro.

Der durchschnittliche Stundenverdienst bei maximal 15,00 Euro.

Gruppenunfallversicherung

Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter im Rahmen einer freiwilligen Gruppenunfallversicherung versichern.

Von einer Gruppenunfallversicherung spricht man immer dann, wenn mindestens zwei Arbeitnehmer

gemeinsam in einem Unfallversicherungsvertrag gegen private und/oder berufliche Unfälle versichert sind.

Die Beiträge sind lohnsteuerpflichtig, wenn die Mitarbeiter eigene Ansprüche aus dem Versicherungsvertrag haben.

Der Arbeitgeber kann aber die steuerpflichtigen Beiträge pauschal versteuern,

wenn der durchschnittliche Beitragsaufwand je Arbeitnehmer 62,00 Euro jährlich ohne Versicherungssteuer nicht übersteigt.

Das Bürokratieentlastungsgesetz sieht eine Anhebung dieser Grenze auf 100,00 Euro jährlich vor.

Freibetrag für die betriebliche Gesundheitsförderung

Arbeitgeberleistungen (Geldzahlung oder Sachleistung), die der berufsbedingten Gesundheitsbeeinträchtigung von Mitarbeitern

vorbeugen oder entgegenwirken, sind ab 2020 bis zu einer Grenze von 600,00 Eur pro Jahr und Mitarbeiter lohnsteuer- und beitragsfrei.

Abgaben für Minijobs

Die Abgaben für Arbeitgeber und Minijobber verändern sich im Jahr 2020 nicht.

Mindestvergütung in der Ausbildung

Wer ab 2020 eine Ausbildung anfängt, soll eine Mindestvergütung von 515,00 Euro im ersten Lehrjahr erhalten.

Diese Vergütung soll in den kommenden Jahren weiter steigen: 2021 auf 550,00 Euro, 2022 auf 585,00 Euro und 2023 auf 620,00 Euro.

Zudem steigt die Mindestvergütung für Auszubildende je Lehrjahr an:

Im zweiten Jahr sind es 18 Prozent mehr, im dritten 35 Prozent und im vierten 40 Prozent.

Verpflegungskosten

Berufstätige, die auswärts unterwegs sind, können höhere Verpflegungskosten steuerlich geltend machen.

Bei mehr als acht Abwesenheiten steigt die Pauschale von 12,00 auf 14,00 Euro,

bei 24 Stunden auf 28,00 Euro, für die An- und Abreisetage bei mehrtägigen Reisen auf 14,00 Euro.

Berufskraftfahrer und andere Arbeitnehmer, die mehrtägig unterwegs sind und dabei in ihrem Auto übernachten,

können eine Pauschale von acht Euro pro Tag geltend machen.

Steuerpauschale für Ehrenamtliche

Wer sich ehrenamtlich engagiert, kann 2020 von einer höheren Steuerpauschale profitieren.

Übungsleiter können dann 3000,00 statt 2400,00 Euro, andere Ehrenamtliche wie Kassenwarte oder Schriftführer in Vereinen

840,00 statt 720,00 Euro für Aufwendungen im Rahmen ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit (wie Fahrtkosten) steuerlich geltend machen.

Beitragsbemessungsgrenzen der Kranken- und Rentenversicherung

Die monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West)

steigt von 6700,00 Euro im Monat (2019) auf 6900,00 Euro im Monat.

Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) steigt 2020 auf 6450,00 Euro im Monat (2019: 6150,00 Euro im Monat).

In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden folgende neue monatliche Beträge gelten:

Beitragsbemessungsgrenze (West): 8450,00 Euro im Monat, Beitragsbemessungsgrenze (Ost): 7900,00 Euro im Monat.

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung wird für das Jahr 2020

bundeseinheitlich auf 40551,00 Euro im Jahr festgesetzt.

Rechengrößen für Kranken- und Pflegeversicherung

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Pflichtversicherungsgrenze) der gesetzlichen Krankenversicherung steigt auf 62550,00 Euro.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist zur Feststellung der Versicherungspflicht heranzuziehen.

Die Beitragsbemessungsgrenze für alle Versicherten der GKV wird auf 56250,00 Euro (2019: 54450,00 Euro)

bzw. monatlich 4687,50 Euro (2019: 4537,50 Euro) steigen.

Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung wichtig ist, etwa für die Festsetzung

der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung,

erhöht sich auf monatlich 3185,00 Euro in den alten Bundesländern und auf 3010,00 Euro in den neuen Bundesländern.

Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung

Arbeitgeber und Beschäftigte bezahlen seit 2019 zu gleichen Teilen die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung.

Das gilt nicht nur für den allgemeinen Beitragssatz (14,6%).

Dies gilt auch für den individuellen Zusatzbeitrag, den jede Krankenkasse selbst bestimmt.

Der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt für das Jahr 2020 auf 1,1 Prozent.

Erhöht eine Krankenkasse ihren kassenindividuellen Zusatzbeitrag,

haben die Mitglieder ein Sonderkündigungsrecht und können in eine andere Krankenkasse wechseln.

Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung

Der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung sinkt ab 2020 um 0,1% von 2,5% auf 2,4%.

Die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung werden für Pflichtversicherte je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen.

Künstlersozialkasse

Der Beitragssatz für die Künstlersozialkasse bleibt auch 2020 bei 4,2 Prozent.

Bemessungsgrundlage ist die Gesamtsumme, die aufgewendet wird, um einen Künstler zu engagieren.

Dazu zählt u.a. Gagen oder Honorare, Lizenzzahlungen sowie Vergütungen für andere, auch technische Nebenleistungen.

Faktor F für die Gleitzone

Ab dem 01.01.2020 gilt für Beschäftigte in der Gleitzone (450,01 bis 1300,00 Euro Entgelt im Monat) der neue Gleitzonenfaktor 0,7547.

Umlagesatz für das Insolvenzgeld

Die Insolvenzgeldumlage wurde zum 01.01.2018 von 0,09 Prozent auf 0,06 Prozent gesenkt.

Im Jahr 2020 wird dies weiterhin so bleiben.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 01.01.2020 erneut angehoben und steigt von 9,19 Euro auf 9,35 Euro pro Stunde.

Davon profitieren nicht nur Vollzeitbeschäftigte, sondern auch Minijobber.

Mindestlohn für Maler, Gebäudereiniger und Dachdecker sowie im Baugewerbe

Gebäudereiniger im Bereich Innenreinigung erhalten ab Januar 2020

einen Mindestlohn in Höhe von 10,80 Euro pro Stunde (West) bzw. in Höhe von 10,55 Euro pro Stunde (Ost).

Ab 01.12.2020 gilt der West-Mindestlohn auch für den Osten.

Gebäudereiniger im Bereich Außen- und Glasarbeiten erhalten ab Januar 2019

einen Mindestlohn in Höhe von 14,10 Euro pro Stunde (West) bzw. in Höhe von 13,50 Euro pro Stunde (Ost).

Ab 01.12.2020 gilt der West-Mindestlohn auch für den Osten.

Im Dachdeckerhandwerk steigt der Mindestlohn 2 ab Januar 2020 auf 13,60 Euro pro Stunde.

Für ungelernte Arbeitnehmer gilt ab 01.01.2020 ein Mindestlohn in Höhe von 12,40 Euro pro Stunde.

Der Mindestlohn für Maler- und Lackierer erhöht sich ab Mai 2020 auf 13,50 Euro pro Stunde.

Für ungelernte Arbeitnehmer gilt ab 01.05.2020 ein Mindestlohn in Höhe von 11,10 Euro pro Stunde.

Mindestlohn im Elektrohandwerk

Zum 01.01.2020 können sich Elektriker über mehr Geld freuen.

Der Mindestlohn im Elektrohandwerk steigt um 4,4 Prozent an und beträgt dann 11,90 Euro.

Bis 2024 soll der Mindestlohn im Elektrohandwerk jährlich erhöht werden.

2021 auf 12,40 Euro, 2022 auf 12,90 Euro, 2023 auf 13,40 Euro und 2024 auf 13,95 Euro.

Wiedereinführung der Meisterpflicht

In den folgenden zwölf Gewerken gilt ab Januar 2020 wieder die Meisterpflicht:

Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Betonstein- und Terrazzohersteller, Estrichleger, Behälter- und Apparatebauer, Parkettleger,

Rollladen- und Sonnenschutztechniker, Drechsler und Holzspielzeugmacher, Böttcher, Glasveredler,

Schilder- und Lichtreklamehersteller, Raumausstatter, Orgel- und Harmoniumbauer.

Betriebe, die im Zeitraum zwischen 2004 und 2019 gegründet wurden und bisher nicht der Meisterpflicht unterstanden,

müssen sich aber keine Sorgen machen. Sie erhalten trotz Wiedereinführung der Meisterpflicht einen sogenannten Bestandsschutz.

Steuerlicher Grundfreibetrag, Existenzminimum

Durch den steuerlichen Grundfreibetrag bleibt das Existenzminimum der Bundesbürger steuerfrei.

Das gilt für Arbeitnehmer, Selbständige, Auszubildende und Rentner.

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt von 9168,00 Euro im Jahr 2019 auf 9408,00 Euro im Jahr 2020 an.

Gemeinsam veranlagte Ehepaaren müssen erst Einkommensteuer zahlen, wenn sie mehr als 18816,00 Euro verdienen.

Kleinunternehmerregelung

Ab dem 01.01.2020 ändert sich die Kleinunternehmergrenze. Bislang konnte man von der Kleinunternehmerregelung profitieren,

wenn der Umsatz vor Steuern im ersten Geschäftsjahr unter einem Wert von 17500,00 Euro lag.

Diese Freigrenze wird mit Beginn des Jahres auf 22000,00 Euro angehoben.

Hiervon profitieren Kleinunternehmer, die Umsätze erzielen, die im Bereich von 17500,00 Euro bis 22000,00 Euro liegen.

Für diese Selbständigen ist künftig eine Befreiung von der Umsatzsteuer möglich.

Kinderfreibetrag

Jedem Elternteil steht ab 2020 ein Freibetrag von 2586,00 Euro pro Jahr zur Verfügung.

Das macht bei verheirateten Paaren 5172,00 Euro.

Der Grundfreibetrag wird zudem von 9168,00 Euro auf 9408,00 Euro angehoben.

Kindergeld

Das Kindergeld für das erste und das zweite Kind beträgt seit 01.07.2019 monatlich jeweils 204,00 Euro,

für das dritte Kind 210,00 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 235,00 Euro.

Zum 01.01.2020 wird das Existenzminimum erhöht. Damit erhöhen sich auch die Zahlbeträge beim Unterhaltsvorschuss.

Ab 01.07.2020 soll das Kindergeld für das erste und das zweite Kind monatlich jeweils 219,00 Euro,

für das dritte Kind 235,00 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 250,00 Euro betragen.

Kinderzuschlag als Ergänzung zum Kindergeld

Zum 01.07.2019 ist der Kinderzuschlag pro Kind und Monat von maximal 170,00 Euro auf maximal 185,00 Euro angestiegen.

In einem zweiten Schritt entfallen ab dem 01.01.2020 die oberen Einkommensgrenzen.

Außerdem wird ab diesem Zeitpunkt das Einkommen der Eltern,

das über ihren eigenen Bedarf hinausgeht, nur noch zu 45 Prozent, statt aktuell 50 Prozent, auf den Kinderzuschlag angerechnet.

Unterhalt

Der Mindestunterhalt minderjähriger Kinder beträgt in der ersten Altersstufe (bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres)

369,00 Euro statt bisher 354,00 Euro. In der 2. Altersstufe, vom siebten bis zur Vollendung

des zwölften Lebensjahres haben die Kinder einen Anspruch auf 424,00 Euro statt bisher 406,00 Euro.

Vom 13. bis zum 18. Lebensjahr werden 497,00 Euro statt bisher 476,00 Euro monatlich an Unterhalt fällig.

Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt eines Elternteils leben, bleibt der Unterhalt unverändert bei 527,00 Euro.

Unterhaltsvorschuss

Die Höhe des Unterhaltsvorschusses, der auf Antrag gewährt wird, richtet sich nach dem Alter der Kinder

und beträgt ab 01.01.2020 für Kinder unter 6 Jahren höchstens 165,00 Euro,

für Kinder von 6 bis 11 Jahren höchstens 220,00 Euro und für Kinder von 12 bis 17 Jahren höchstens 293,00 Euro monatlich.

Sachbezugswerte

Der Monatswert für Verpflegung steigt auf 258,00 Euro. Damit steigen auch die Werte

für verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeiten (Frühstück 1,80 Euro, Mittag- oder Abendessen 3,40 Euro).

Der Monatswert für Unterkunft oder Mieten erhöht sich auf 235,00 Euro.

Vorsorgeaufwendungen

Wer in die gesetzliche Rentenversicherung oder in berufsständigen Versorgungswerken einzahlt,

darf im Jahr 2020 maximal 90 Prozent des Höchstbetrages steuerlich geltend machen.

Angehörigen-Entlastung im Pflegefall

Angehörige stehen in der Pflicht, ihre pflegebedürftigen Eltern und Kinder finanziell zu unterstützen,

sofern diese den Unterhalt nicht selbstständig bestreiten können und Sozialhilfe in Anspruch nehmen wollen.

Bisher war es so, dass die Einkommensgrenze bei einem Bruttojahreseinkommen

von 21600,00 Euro bei Alleinerziehenden und 38800,00 Euro bei Familien lag.

Die daraus resultierende Unterhaltspflicht stellte besonders für einkommensschwache Haushalte eine große finanzielle Belastung dar.

Die Änderungen innerhalb des Angehörigen-Entlastungsgesetzes beziehen sich daher unter anderem auf eine Anpassung

der Einkommensgrenze. Diese wird nun auf 100000,00 Euro Bruttojahreseinkommen angehoben.

Erst ab diesem Betrag stehen Eltern/Kinder in Pflicht, den Unterhalt für ihre Angehörigen im Pflegefall zu übernehmen.

Betriebliche Altersvorsorge

Der steuerfreie Beitrag zur betrieblichen Altersvorsorge liegt 2020 bei 6624,00 Euro (8% der Beitragsbemessungsgrenze RV West).

Der beitragsfreie Beitrag liegt bei 3312,00 Euro (4% der Beitragsbemessungsgrenze RV West).

Elektrisch betriebene Dienstwagen

Bei elektrisch betriebenen Dienstwagen, die auch privat genutzt werden, kann die private Nutzung weiterhin pauschal

mit der 1-Prozent-Methode berechnet werden, allerdings bezogen auf den halben Bruttolistenpreis, nicht mehr den vollen.

Diese Regelung gilt für Elektro- oder schadstoffarme Hybridelektrofahrzeuge, die neu bis zum 31.12.2030 angeschafft werden.

Dienst- oder Betriebsrad

Im Gegensatz zum Dienstauto muss der Arbeitnehmer ein eventuelles Dienstfahrrad nicht mit dem geldwerten Vorteil versteuern.

Das gilt auch für Elektrofahrräder.

Solange diese jedenfalls nicht verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug gelten (d.h. schneller als 25 km/h sind).

Die Steuerfreiheit für das Dienst- oder Betriebsrad gilt bis Ende 2030.

Jobticket

Arbeitgeberleistungen zu Aufwendungen der Mitarbeiter für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte,

auch wenn sie nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden,

werden fortan vom Arbeitgeber pauschal mit 25 % besteuert.

Dies gilt für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

(z.B. Jobtickets) sowie für private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr.

Eine Anrechnung der pauschal besteuerten Zuschüsse auf die Entfernungspauschale unterbleibt.

Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers

Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers werden rückwirkend ab 2019 gesetzlich steuerbefreit.

Berufliche Fort- oder Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers führen in vielen Fällen

bereits nach bisheriger Rechtslage nicht zu Arbeitslohn,

wenn diese Bildungsmaßnahmen im ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers durchgeführt werden.

Die gesetzliche Steuerbefreiung gilt zukünftig auch für Weiterbildungsleistungen,

die der Verbesserung der individuellen Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern dienen

(z.B. Sprachkurse oder Computerkurse, die nicht arbeitsplatzbezogen sind).

Darunter sind solche Maßnahmen zu verstehen, die eine Anpassung und Fortentwicklung

der beruflichen Kompetenzen ermöglichen und somit zur besseren Begegnung der beruflichen Herausforderungen beitragen.

Die steuerfreien Leistungen dürfen auch weiterhin keinen überwiegenden Belohnungscharakter haben.

Umzugskostenpauschale

Wer arbeitsbedingt den Wohnort wechselt, kann neben den Einzelkosten für Makler oder Spedition

auch den Pauschbetrag für ''sonstige Umzugskosten'' von der Steuerlast abziehen.

Für Umzüge ab 03/2020 beträgt die Pauschale für Verheiratete und Lebenspartner 1639,00 Euro sowie für Singles 820,00 Euro.

Der Erhöhungsbetrag für Kinder und sonstige Angehörige beträgt dann 361,00 Euro.

Hinweis:

Wenn die Kinder durch den Umzug an der neuen Schule nicht mehr mitkommen,

können sogar die Kosten für den erforderlichen Nachhilfeunterricht steuerlich geltend gemacht werden.

Unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Wohnraum

Vorteile, die der Arbeitgeber aufgrund des Dienstverhältnisses in Form einer unentgeltlichen oder verbilligten Überlassung

von Wohnraum gewährt, stellen einen steuerpflichtigen Sachbezug dar.

Mit dem Jahressteuergesetz wird ab 2020 faktisch ein Bewertungsabschlag bei Mitarbeiterwohnungen

in Höhe von einem Drittel des ortsüblichen Mietwerts eingeführt werden.

Der Ansatz eines Sachbezugs für eine Wohnung soll unterbleiben, soweit das gezahlte Entgelt mindestens zwei Drittel

des ortsüblichen Mietwerts beträgt und dieser nicht mehr als 25,00 Euro pro Quadratmeter ohne umlagefähige Kosten beträgt.

Rentenerhöhung

Zum 01.07.2020 dürften die Renten in Westdeutschland um 3,15 Prozent und in Ostdeutschland um 3,92 Prozent steigen.

Voraussetzung ist allerdings, dass sich Löhne und Gehälter wie derzeit prognostiziert entwickeln.

Ost-West Rentenangleichung

Die Renten in Ost- und Westdeutschland werden seit 2018 in sieben Schritten angeglichen.

Im dritten Schritt wird der Rentenwert Ost ab dem 01.07.2020

auf 97,2 Prozent des Westwertes gehoben, in den darauffolgenden Jahren um jeweils 0,7 Prozent.

Zum 01.07.2024 beträgt der Rentenwert Ost dann - wie gesetzlich vorgesehen - 100 Prozent des Rentenwertes West.

Freibeträge für Neurentner

Menschen, die 2020 in die Rente gehen, müssen 80 Prozent ihrer Renteneinkünfte mit dem persönlichen Steuersatz versteuern.

20 Prozent der ersten Jahresbruttorente bleiben als dauerhafter Festbetrag steuerfrei.

Wohngeld

Ab 01.01.2020 können Haushalte mit zwei bezugsberechtigten Personen 190,00 Euro statt 145,00 Euro Wohngeld bekommen.

Zudem wird eine neue Mietstufe eingeführt,

mit der vor allem Haushalte in Städten und Kreisen mit besonders hohen Mieten entlasten werden sollen.

Das Wohngeld wird als Mietzuschuss oder als Lastenzuschuss für selbstnutzende Eigentümerinnen und Eigentümer geleistet.

Berechtigte haben einen Rechtsanspruch darauf.

Die Höhe des Wohngeldes richtet sich nach Haushaltsgröße, Einkommen und Miete bzw. Belastung.

Zur Höhe der Zahlungen bieten Wohngeldtabellen eine Orientierung.

Regelsätze der Grundsicherung

Wer Grundsicherung bezieht, erhält ab Januar 2020 mehr Geld.

Der monatliche Regelsatz für Alleinstehende steigt dann von 424,00 auf 432,00 Euro im Monat.

Bei Paaren erhält jeder Partner 389,00 statt 382,00 Euro.

Wer unter 25 Jahre alt ist und im Haushalt der Eltern wohnt, bekommt statt 339,00 nun 345,00 Euro.

Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren erhalten 328,00 Euro (vorher 322,00 Euro).

Bei Kindern von Hartz IV-Familien, die zwischen sechs und 13 Jahre alt sind, erhöht sich der Satz von 302,00 auf 308,00 Euro.

Bei einem Alter zwischen null und sechs Jahren beträgt der Regelsatz 250,00 Euro (vorher 245,00 Euro).