Neuregelungen ab 01.01.2017

01. Abgabefrist Steuererklärung

02. Verspätungszuschlag im Steuergesetz

03. Wegfall der Belegpflicht bei Steuererklärungen

04. Regelsätze der Grundsicherung

05. Verbesserungen für Menschen mit Behinderung bei der Grundsicherung

06. Aufwendungen für Altersvorsorge als Bedarf bei der Grundsicherung

07. Höchstdauer für Leiharbeit in einem Betrieb

08. Equal Pay bei der Leiharbeit

09. Unterstützung für Alleinerziehende

10. Mindestlohn

11. Kindergeld

12. Kinderzuschlag als Ergänzung zum Kindergeld

13. Steuerlicher Grundfreibetrag, Existenzminimum

14. Kinderfreibetrag

15. Freibeträge für Neurentner

16. Altersvorsorgeaufwendungen

17. Umzugskostenpauschale

18. Bemessungsgrenzen

19. Rechengrößen für Krankenversicherung und Pflegeversicherung

20. Mindestbeitrag in der gesetzlichen Rentenversicherung

21. Gleitzonenfaktor

22. Sachbezugswerte

23. Umlagesatz für das Insolvenzgeld

24. Beitragssatz Pflegeversicherung

25. Rente

26. Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade

27. Unterhalt

28. Mutterschutzgesetz

29. Zuschuss für die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

30. Reformationstag als bundesweiter Feiertag

31. Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung bei Erreichen der Regelaltersgrenze

32. Schwerbehindertenrecht

33. Weiterbildungsförderung für Arbeitnehmer in kleinen Unternehmen

34. Internationale Gesetzesänderungen im Arbeitsrecht

Abgabefrist Steuererklärung

Ab dem Steuerjahr 2017 gilt eine neue Frist für alle Steuererklärungen: Diese müssen dann erst bis zum 31.07. des Folgejahres

(für die Steuererklärung 2017 also bis zum 31.07.2018) beim Finanzamt eingehen.

Wenn Sie einen Steuerberater mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragen, hat dieser künftig bis zum 28/29. Februar

des übernächsten Jahres Zeit, die Steuererklärungen abzugeben. Für die Steuererklärung 2017 wäre also der 28.02.2019 Fristende.

Verspätungszuschlag im Steuergesetz

Mit der Verlängerung der Abgabefristen wird auch der Verspätungszuschlag im Steuergesetz neu geregelt.

Ob ein Verspätungszuschlag festgesetzt wird, entscheidet nach wie vor der Bearbeiter im Finanzamt.

Ausschlaggebend ist dabei aber künftig nur noch das Nicht-Einhalten des Abgabetermins.

Verspätungszuschlag droht auch dann, wenn die Steuer 0 Euro (Nullfestsetzung) beträgt oder es gar zur Steuererstattung kommt.

Bei erstmaliger Verspätung wird i.d.R. ein Auge zugedrückt. Es sei denn, dass es zu einer größeren Steuernachzahlung kommt.

Das Steuergesetz gibt die Berechnung des Verspätungszuschlags vor. Bei Jahressteuererklärungen beträgt dieser

für jeden angefangenen Monat der Verspätung 0,25 % der Steuernachzahlung, mindestens jedoch 25,00 Euro je Monat.

Durch diese detaillierte Vorgabe sollen Rechtsstreitigkeiten vermieden werden.

Außerdem werden durch die Mindestbeträge künftig auch Fälle mit Nullfestsetzung oder Steuererstattung nicht verschont.

Wegfall der Belegpflicht bei Steuererklärungen

Ab der Steuererklärung für 2017 entfällt die Pflicht, Belege miteinzureichen.

Selbst Spendenquittungen oder Bescheinigungen über Kapitalerträge müssen Steuerzahler dann nicht mehr länger mitschicken.

Die Finanzbeamten können aber die Unterlagen später bei Bedarf anfordern.

Dem muss der Steuerzahler nachkommen.

Das bedeutet nicht, das Steuerzahler ihre Belege gleich wegwerfen können, wenn der Bescheid gekommen ist.

Sehr oft werden Steuerbescheide zum Beispiel vorläufig erlassen, etwa weil beim Bundesfinanzhof noch Verfahren laufen.

Es könnte deshalb auch nach Jahren noch zu Nachfragen vom Finanzamt kommen.

Regelsätze der Grundsicherung

Wer Grundsicherung bezieht, erhält ab Januar 2017 mehr Geld.

Der monatliche Regelsatz für Alleinstehende steigt dann von 404,00 auf 409,00 Euro im Monat.

Bei Paaren erhält jeder Partner 368,00 statt 364,00 Euro.

Wer unter 25 Jahre alt ist und im Haushalt der Eltern wohnt, bekommt dann statt 324,00 nun 327,00 Euro.

Auch Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren erhalten fünf Euro mehr im Monat. Ihr Satz erhöht sich von 306,00 auf 311,00 Euro.

Bei Kindern von Hartz IV-Familien, die zwischen sechs und 13 Jahre alt sind, fällt die Erhöhung am deutlichsten aus.

Sie erhalten 21,00 Euro mehr.

Grund dafür ist, dass bei den letzten Erhebungen festgestellt wurde, dass bei Kindern dieser Altersgruppe der Bedarf

an Getränken und Lebensmitteln deutlich höher sei, als bislang angenommen.

Familien mit Kleinkindern gehen bei dieser Erhöhungs-Runde allerdings leer aus. Für sie bleibt es bei 237,00 Euro im Monat.

Verbesserungen für Menschen mit Behinderung bei der Grundsicherung

Künftig erhalten nicht-erwerbsfähige oder behinderte erwachsene Sozialhilfeempfänger 100 statt 80 Prozent der Grundsicherung.

Wenn sie zum Beispiel bei den Eltern oder in einer WG leben, gehören sie zur Regelbedarfsstufe 1.

Dadurch können Sozialhilfeempfänger leichter ihre Kosten für Unterkunft und Heizung geltend machen,

wenn sie beispielsweise bei den Eltern leben. Dies ist eine wesentliche Verbesserung für erwachsene Menschen mit Behinderung.

Neu ist, das Menschen mit Behinderung, in stationären Einrichtungen ab 2020 die Regelbedarfsstufe 2 (90 Prozent)

statt Regelbedarfsstufe 3 (80 Prozent) erhalten. Dies wurde durch die Neuregelungen im Bundesteilhabegesetz möglich.

Aufwendungen für Altersvorsorge als Bedarf bei der Grundsicherung

Aufwendungen zur gesetzlichen Rentenversicherung oder landwirtschaftlichen Alterskasse können als Bedarfe berücksichtigt werden.

Dies gilt nicht für Aufwendungen, die vom Einkommen abgesetzt werden können.

Höchstdauer für Leiharbeit in einem Betrieb

Mit dem neuen AÜG-Gesetz wird eine Höchstdauer für die Überlassung an andere Betriebe von 18 Monaten eingeführt.

Danach müssen Leiharbeitnehmer übernommen werden, wenn sie weiterhin dort arbeiten sollen.

Andernfalls muss der Verleiher sie abziehen. Tarifpartner können sich durch Tarifvertrag auf eine längere Überlassung einigen.

Equal Pay bei der Leiharbeit

Mit dem gesetzlichen Änderungen gilt ''Equal Pay''. Das heißt, Leiharbeitnehmer müssen spätestens nach neun Monaten

das gleiche Arbeitsentgelt bekommen wie vergleichbare Stammbeschäftigte.

Abweichen können Entleihfirmen nur über Branchen-Zusatztarifverträge.

Leiharbeitnehmer müssen dann stufenweise, spätestens jedoch nach 15 Monaten das gleiche Arbeitsentgelt bekommen.

Unterstützung für Alleinerziehende

Zahlt ein unterhaltspflichtiger Elternteil keinen Unterhalt, drohen häufig finanzielle Probleme.

Kinder sollen nun bis zum 18. Lebensjahr Unterhaltsvorschussleistungen erhalten.

Die Begrenzung der Bezugsdauer wird aufgehoben.

Aufgrund der Erhöhung des Mindestunterhalts steigt der Unterhaltsvorschuss zum 01.01.2017

für Kinder bis zu 5 Jahren auf 152,00 Euro monatlich, für ältere Kinder auf 203,00 Euro pro Monat.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn wird zum 01.01.2017 von 8,50 Euro auf 8,84 Euro brutto je Zeitstunde erhöht.

Das Mindestlohngesetz sieht vor, dass bis zum 31.12.2017 abweichende tarifvertragliche Regelungen dem Mindestlohn vorgehen.

Dabei müssen die Tarifvertragsparteien repräsentativ sein

und der Tarifvertrag für alle Arbeitgeber und Beschäftigten in der Branche verbindlich gelten.

Das betrifft aktuell die Fleischwirtschaft, die Branche Land- und Forstwirtschaft,

Gartenbau, die ostdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Großwäschereien.

Ab dem 01.01.2017 müssen diese Tarifverträge mindestens ein Stundenentgelt von 8,50 Euro vorsehen.

Für Zeitungszusteller gilt ab dem 01.01.2017 ebenfalls ein Mindestlohn von 8,50 Euro.

Ab 2018 müssen alle Beschäftigten dann mindestens den erhöhten gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro bekommen.

Kindergeld

Das Kindergeld für das erste und das zweite Kind beträgt ab 2017 monatlich jeweils 192,00 Euro,

für das dritte Kind 198,00 Euro und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 223,00 Euro.

Kinderzuschlag als Ergänzung zum Kindergeld

Der Kinderzuschlag, der als Ergänzung zum Kindergeld gezahlt werden kann,

erhöht sich ab 01.01.2017 auf bis zu 170,00 Euro pro Kind (Aktueller Wert: 160,00 Euro).

Steuerlicher Grundfreibetrag, Existenzminimum

Durch den steuerlichen Grundfreibetrag bleibt das Existenzminimum der Bundesbürger steuerfrei.

Das gilt für Arbeitnehmer, Selbständige, Auszubildende und Rentner.

Der steuerliche Grundfreibetrag steigt von 8652,00 Euro im Jahr 2016 auf 8820,00 Euro im Jahr 2017 an.

Gemeinsam veranlagte Ehepaaren müssen erst Einkommensteuer zahlen, wenn sie mehr als 17640,00 Euro verdienen.

Kinderfreibetrag

Der Freibetrag wird 2017 auf 4716,00 Euro im Jahr angehoben.

Freibeträge für Neurentner

Wer 2017 in Rente geht, erhält nur noch 26 Prozent seiner Rente steuerfrei, 74 Prozent muss der Neurentner versteuern.

Schlechter schneiden ebenfalls diejenigen ab, die im kommenden Jahr 65 werden.

Der Altersentlastungsbetrag für Nebeneinkünfte sinkt auf höchstens 988,00 Euro.

Dieser Entlastungsbetrag verringert steuerpflichtige Einkünfte aus Kapitalerträgen, Mieteinnahmen, aus einer Nebentätigkeit,

aus Altersbezügen wie der Riester-Rente und steuerpflichtigen Auszahlungen aus betrieblicher Altersvorsorge.

Für Pensionäre, die im Jahr 2017 erstmals eine lohnsteuerpflichtige Pension erhalten,

sinkt der Versorgungsfreibetrag inklusive Zuschlag auf maximal 2184,00 Euro im Jahr.

Altersvorsorgeaufwendungen

Arbeitnehmer können über ihren Arbeitgeber 72,00 Euro mehr in ihre geförderte betriebliche Altersvorsorge

(z.B. Direktzusage, Pensionskasse, Direktversicherung oder Pensionsfonds) einzahlen.

Bis zu 3048,00 Euro Beitrag sind 2017 begünstigt.

Rürup-Sparer können ebenfalls mehr steuerfrei in ihren Vertrag investieren, vor allem Selbständige werden begünstigt.

Ein Single kann nächstes Jahr maximal 23362,00 Euro (2016: 22767,00 Euro) einzahlen,

um den maximalen Sonderausgabenabzug von 19624,00 Euro abzusetzen.

Umzugskostenpauschale

Für beruflich bedingte Umzüge lässt sich im kommenden Jahr mehr zurückholen, weil die Umzugskostenpauschale angehoben wird.

Allerdings nicht zum 01.01., sondern erst zum 01.02.2017.

Für Ledige erhöht sie sich von 746,00 Euro auf 764,00 Euro, Verheiratete und Lebenspartner bekommen das Doppelte.

Es kommt nicht darauf an, wann die Möbel eingeladen werden. Entscheidend ist der Tag, an dem der Umzug endet.

Kommen die Möbel am 31.01.2017 in den Transporter und werden am 01.02.2017 ausgeladen, gibt es die höheren Beträge.

Bemessungsgrenzen

Die neue monatliche Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung (West)

steigt von 6200,00 Euro im Monat (2016) auf 6350,00 Euro im Monat.

Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) steigt 2017 auf 5700,00 Euro im Monat (2016: 5400,00 Euro im Monat).

In der knappschaftlichen Rentenversicherung werden folgende neue monatliche Beträge gelten:

Beitragsbemessungsgrenze (West): 7850,00 Euro im Monat, Beitragsbemessungsgrenze (Ost): 7000,00 Euro im Monat.

Das vorläufige Durchschnittsentgelt in der gesetzlichen Rentenversicherung wird für das Jahr 2017

bundeseinheitlich auf 37103,00 Euro im Jahr festgesetzt.

Rechengrößen für Krankenversicherung und Pflegeversicherung

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Pflichtversicherungsgrenze) der gesetzlichen Krankenversicherung steigt auf 57600,00 Euro.

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze ist zur Feststellung der Versicherungspflicht heranzuziehen.

Die Beitragsbemessungsgrenze für alle Versicherten der GKV wird auf 52200,00 Euro (2016: 50850,00 Euro),

bzw. monatlich 4350,00 Euro (2016: 4237,50 Euro) steigen.

Die Bezugsgröße, die für viele Werte in der Sozialversicherung wichtig ist, etwa für die Festsetzung

der Mindestbeitragsbemessungsgrundlagen für freiwillige Mitglieder in der gesetzlichen Krankenversicherung,

erhöht sich auf monatlich 2975,00 Euro in den alten Bundesländern und auf 2660,00 Euro in den neuen Bundesländern.

Mindestbeitrag in der gesetzlichen Rentenversicherung

Der Mindestbeitrag zur freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung

ab dem 01.01.2017 beträgt 84,15 Euro monatlich.

Gleitzonenfaktor

Ab dem 01.01.2017 gilt für Beschäftigte in der Gleitzone

(450,01 bis 850,00 Euro Entgelt im Monat) der neue Gleitzonenfaktor 0,7509.

Sachbezugswerte

Der Monatswert für Verpflegung steigt auf 241,00 Euro. Damit steigen auch die Werte

für verbilligte oder unentgeltliche Mahlzeiten (Frühstück 1,70 Euro, Mittag- oder Abendessen 3,17 Euro).

Der Monatswert für Unterkunft oder Mieten verbleibt bei 223,00 Euro.

Eine aktuelle Auflistung der Sachbezugswerte 2017 finden Sie im Infocenter ''Personalentlohnung, Entlohnungsmodelle''.

Umlagesatz für das Insolvenzgeld

Der Umlagesatz für das Insolvenzgeld wird im Jahr 2017 von bisher 0,12 Prozent auf 0,09 Prozent gesenkt.

Beitragssatz Pflegeversicherung

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II steigt ab 2017 der Beitragssatz um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 bzw. 2,8 Prozent für Kinderlose.

Rente

So wie es aktuell aussieht, können Rentner ab Mitte 2017 mit bis zu zwei Prozent mehr Rente rechnen.

Endgültige Zahlen sollen aber erst im März 2017 vorliegen.

2017 wird außerdem die Flexi-Rente eingeführt.

Damit sollen ältere Arbeitnehmer die Chance haben, den Übergang in die Rente flexibler zu gestalten.

Es soll deutlich einfacher werden, im höheren Alter einem Job nachzugehen und gleichzeitig eine vorgezogene Rente zu erhalten.

Und: Künftig können Rentner 6300 Euro jährlich anrechnungsfrei hinzuverdienen.

Bislang gab es drastische Kürzungen, wenn jemand mit 63 in Rente ging, aber mehr als 450 Euro im Monat dazuverdient hatte.

Arbeitgeber müssen für Beschäftigte, die über der Rentenaltersgrenze liegen,

dann auch keine Beiträge mehr zur Arbeitslosenversicherung bezahlen.

Umstellung von Pflegestufen auf Pflegegrade

Durch die große Pflegereform, die zum Januar 2017 in Kraft tritt, wird Pflegebedürftigkeit neu definiert.

Statt den Pflegestufen 1, 2 und 3 gibt es jetzt Pflegegrade von 1 bis 5.

Außerdem wurden bislang hauptsächlich körperliche Beeinträchtigungen bei der Feststellung der Pflegestufe berücksichtigt.

Mit der neu in Kraft tretenden Reform sollen auch psychische und kognitive Einschränkungen betrachtet werden

und in die Beurteilung mit einfließen. So haben beispielsweise Demenzkranke, die körperlich fit sind,

mit der neuen Reform einen Anspruch auf einen entsprechenden Pflegegrad.

Für die Einstufung werden sechs Begutachtungskriterien eingeführt: Selbstversorgung, Mobilität, Verhalten,

geistige und kommunikative Fähigkeiten, soziale Kontakte sowie der Umgang mit Erkrankungen und Belastungen.

Wer bereits in 2016 eine anerkannte Pflegestufe hat, der soll mit der neuen Reform in den nächsthöheren Pflegegrad rutschen.

Unterhalt

Seit über 50 Jahren gibt die Düsseldorfer Tabelle Richtwerte zur Bemessung des Unterhalts von Kindern getrennt lebender Paare an.

Ab dem 01.01.2017 wird diese geändert.

Getrennt lebende Väter oder Mütter müssen dann mehr Unterhalt für ihren Nachwuchs bezahlen.

Der Mindestunterhalt minderjähriger Kinder beträgt dann in der ersten Altersstufe (bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres)

342,00 Euro statt bisher 335,00 Euro. In der 2. Altersstufe, vom siebten bis zur Vollendung

des zwölften Lebensjahres haben die Kinder einen Anspruch auf 393,00 Euro statt bisher 384,00 Euro.

Vom 13. Bis zum 18. Lebensjahr werden 460,00 Euro statt bisher 450,00 Euro monatlich an Unterhalt fällig.

Ist ein Kind volljährig, so steigt der Mindestbedarf um 11,00 Euro auf 527,00 Euro.

Mutterschutzgesetz

Der Gesetzgeber plant eine Reform des Mutterschutzgesetzes (MuSchG).

Ursprünglich sollten die Änderungen bereits umgesetzt sein, aktuell sollen sie zum 01.01.2017 in Kraft treten.

Die geplanten neuen Regelungen sind aber noch nicht verabschiedet.

Somit können sich bis zum Ende des Jahres noch Korrekturen am Gesetzentwurf ergeben.

Eine wichtige Änderung ist zunächst, dass der Anwendungsbereich des Mutterschutzgesetzes auf Schülerinnen, Studentinnen,

Praktikantinnen, Frauen in betrieblicher Berufsbildung und Teilnehmerinnen des Bundesfreiwilligendienstes erweitert wird.

Kündigungsschutz nach dem Mutterschutzgesetz wird ergänzt und gilt künftig auch bei Fehlgeburten

nach der 12. Schwangerschaftswoche. Frauen, die ein Kind mit Behinderung zur Welt bringen,

haben ab dem 01.01.2017 Anspruch auf einen verlängerten Mutterschutz von 12 Wochen nach der Geburt.

Beschäftigungsverbote sowie Verbote der Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit werden flexibilisiert.

So wird zum Beispiel Nachtarbeit zwischen 20 Uhr und 22 Uhr auf ausdrücklichen Wunsch der Schwangeren möglich.

Zuschuss für die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen

Personen, die eine Berufs-Qualifikation aus dem Ausland haben, können die Gleichwertigkeit dieses Berufsabschlusses

mit einem deutschen Referenz-Beruf im Rahmen eines Anerkennungsverfahrens prüfen lassen.

Das ist durch das Anerkennungsgesetz geregelt.

Das Anerkennungsverfahren ist kostenpflichtig und muss von den Antragstellenden selbst bezahlt werden.

Oft haben die Anerkennungs-Interessierten aber keine ausreichenden finanziellen Mittel.

Mit der Einführung des Anerkennungszuschusses erhalten Anerkennungs-Interessierte mit fehlenden finanziellen Mitteln

deutschlandweit eine finanzielle Förderung für ihr Anerkennungsverfahren.

Reformationstag als bundesweiter Feiertag

Ein besonderes Highlight wartet im Jahr 2017 auf alle Bundesländer in Sachen Feiertagen.

Der Reformationstag am 31. Oktober wird einmalig zum bundesweiten Feiertag,

denn 2017 jährt sich Martin Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal.

1517 hatte Luther seine 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg geschlagen.

Normalerweise haben an diesem Tag nur die Arbeitnehmer in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt,

Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern frei. Für das Jubiläum wurde das geändert.

Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung bei Erreichen der Regelaltersgrenze

Zum 01.01.2017 entfällt der bisher anfallende Arbeitgeberbeitrag zur Arbeitslosenversicherung für Beschäftigte,

die die Regelaltersgrenze erreicht haben und somit versicherungsfrei sind.

Damit soll ein Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer geleistet werden.

Die Regelung gilt befristet bis 31.12.2021.

Schwerbehindertenrecht

Der Schwellenwert für die Freistellung der Vertrauensperson

wird von derzeit 200 schwerbehinderte Menschen im Betrieb auf 100 abgesenkt.

Die Schwellenwerte für die Heranziehung der Stellvertreter werden nach oben gestaffelt, so dass dann die Vertrauenspersonen

in größeren Betrieben mehr Stellvertreter heranziehen können als die derzeit maximal möglichen zwei.

Die Kündigung eines schwerbehinderten Menschen,

die der Arbeitgeber ohne eine Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung ausspricht, ist künftig unwirksam.

Weiterbildungsförderung für Arbeitnehmer in kleinen Unternehmen

Zum 01.01.2017 entfällt bei einer Weiterbildungsförderung von Arbeitnehmern in Betrieben mit weniger als zehn Beschäftigten

das Erfordernis einer Kofinanzierung der Weiterbildungskosten durch den Arbeitgeber.

Damit will die Bundesagentur für Arbeit den Anreiz für die berufliche Weiterbildung in Kleinstunternehmen erhöhen.

Internationale Gesetzesänderungen im Arbeitsrecht

Im Zuge der Arbeitsmarktreform in Frankreich müssen sich Unternehmen ab 2017 jährlich

mit der digitalen Erreichbarkeit ihrer Mitarbeiter nach Feierabend und am Wochenende beschäftigen.

Um das ''Recht auf Abschalten'' zu gewähren, sollen sich Arbeitgeber ab 2017 auf firmeninterne Regeln verständigen.

Ziel sei es, das Bedürfnis nach Ruhezeiten und die Balance zwischen Arbeit und Privatleben für Arbeitnehmer zu gewährleisten.

Bereits im August 2016 waren mit der Arbeitsmarktreform Lockerungen bei den Arbeitszeiten in Kraft getreten.

In Großbritannien treten ab April 2017 verschärfte Visa-Bestimmungen für Zuwanderer in Kraft,

die nicht von der Arbeitnehmerfreizügigkeit (EU und EWR) profitieren.

Die als ''Tier 2'' bezeichnete Arbeitsgenehmigung erhalten Fachkräfte ab einem Einkommen von mindestens 30000,00 GBP.

Für Berufe aus dem Gesundheits- und Erziehungsbereich gelten vorerst geringere Gehaltsgrenzen.