Behinderung und Beruf (Handbuch für die Praxis)

Fachlexikon, Leistungen für behinderte Menschen im Beruf, Rechtsgrundlagen...

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Behinderung und Beruf. Leistungen für behinderte Menschen im Beruf. Leistungen an schwerbehinderte Menschen. Sozialgesetzbuch IX (SGB?IX). Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung (SchwbAV). Wahlordnung Schwerbehindertenvertretungen (SchwbVWO). Schwerbehindertenausweisverordnung (SchwbAwV). Kraftfahrzeughilfe-Verordnung (KfzHV). Budgetverordnung (BudgetV). Werkstättenverordnung (WVO). Nach Angaben des Statistische Bundesamtes lebten zum Jahresanfang 2012 rund 7,3 Millionen Menschen mit Schwerbehindertenausweis in Deutschland. Dies entsprach einem Anteil von 8,9 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Als schwerbehindert gelten Personen, bei denen das Versorgungsamt oder die nach Landesrecht zuständige Behörde einen Grad der Behinderung (GdB) zwischen 50 und 100 ausweist. Rund einem Viertel aller amtlich anerkannten schwerbehinderten Menschen wird im Schwerbehindertenausweis ein GdB von 100 bescheinigt und rund ein Drittel haben einen GdB von 50. Das Bild von einem behinderten Menschen als Rollstuhlfahrer ist ein Klischee, denn die am häufigsten vorkommende Behinderung ist mit 25 Prozent eine Funktionsbeeinträchtigung der inneren Organe. Darüber hinaus ist bei 13 Prozent der schwerbehinderten Menschen die Funktion der Gliedmaßen beeinträchtigt und bei weiteren 12 Prozent wurde eine Einschränkung der Wirbelsäule und des Rumpfes festgestellt. Insgesamt machen die körperlichen Behinderungen mit rund 62 Prozent den überwiegenden Teil der Behinderungen aus. Der Anteil der blinden und sehbehinderten Menschen beträgt 5 Prozent und bei 4 Prozent liegt eine Sprach-, Hör- oder Gleichgewichtsschädigung vor. Von einer geistigen oder seelischen Behinderung sind fast 11 Prozent der schwerbehinderten Menschen betroffen und bei 9 Prozent sind zerebrale Störungen die Ursache für eine Behinderung. Einzelne Behinderungsarten werden im Fachlexikon unter den entsprechenden Stichworten beschrieben. Hier finden sich auch weitergehende Informationen: Zum Beispiel, worauf im Arbeitsleben zu achten ist, welche beruflichen Möglichkeiten bestehen und welche technischen Hilfen eingesetzt werden können. Die Zuordnung der schwerbehinderten Menschen nach Altersgruppen zeigt, dass Behinderungen vor allem bei älteren Menschen auftreten: So sind 29 Prozent der schwerbehinderten Menschen 75 Jahre oder älter und 46 Prozent gehören der Altersgruppe zwischen 55 und 75 Jahren an. Dagegen fällt der Anteil der unter 18-Jährigen mit 2 Prozent gering aus. Krankheit verursacht werden. Nur bei wenigen Betroffenen - rund 4 Prozent - ist die Behinderung hingegen angeboren oder trat im ersten Lebensjahr auf und bei gut 2 Prozent wurde sie durch einen Unfall oder eine Berufskrankheit verursacht. Schwerbehinderte Menschen in Deutschland mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 Funktionsstörungen der inneren Organe Funktionseinschränkungen von Gliedmaßen Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule und des Rumpfes Geistige oder seelische Behinderung Zerebrale Störungen Blindheit oder Sehbehinderung Schwerhörigkeit, Gleichgewichts- oder Sprachstörungen Sonstige Eine wichtige Aufgabe der Integrationsämter besteht vor allem darin, Betriebe und Dienststellen bei der Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen für schwerbehinderte Menschen zu unterstützen. Hierfür steht eine breite Palette an Hilfen finanzieller, technischer wie auch personaler Art zur Verfügung. Zudem werden Arbeitgeber und schwerbehinderte Menschen im Betrieb durch das betriebliche Integrationsteam unterstützt. Es besteht aus der Schwerbehindertenvertretung, dem Betriebs- oder Personalrat und dem Beauftragten des Arbeitgebers. Für das Integrationsamt ist das betriebliche Integrationsteam das Verbindungsglied zum Betrieb oder der Dienststelle. Es ist ein wichtiger Partner, der die Gegebenheiten vor Ort kennt. Weitere Informationen zu den Aufgaben der Schwerbehindertenvertretung sind unter dem entsprechenden Stichwort im Fachlexikon zu finden. Die Anzahl der schwerbehinderten Menschen im erwerbsfähigen Alter - zwischen 15 und 65 Jahren - lag 2012 in Deutschland bei rund drei Millionen. Aber nur ungefähr ein Drittel dieses Personenkreises steht dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Rund eine Million schwerbehinderte Menschen gehören nach dem Sozialgesetzbuch IX zur Zielgruppe der Integrationsämter. Von ihnen hatten 2011 rund 930.000 eine Beschäftigung. Entwicklung der Beschäftigungsquote Nach dem Sozialgesetzbuch IX müssen private und öffentlich-rechtliche Arbeitgeber, die im Jahresdurchschnitt monatlich über mindestens 20 Arbeitsplätze verfügen, wenigstens 5 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Arbeitnehmern besetzen, andernfalls ist eine Ausgleichsabgabe zu zahlen. Für kleinere Betriebe und Dienststellen bestehen Sonderregelungen. Seit dem Jahr 2005 ist die Beschäftigungsquote in Deutschland relativ stabil. Sie lag 2011 bei 4,6 Prozent und hatte sich im Vergleich zum Jahr 2005 um 0,4 Prozent verbessert. Während öffentliche Arbeitgeber ihrer Beschäftigungspflicht im Jahr 2011 in vollem Umfang nachkamen und 6,5 Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Arbeitnehmern besetzten, lag die Beschäftigungsquote bei privaten Arbeitgebern im Jahresdurchschnitt bei 4,0 Prozent. Ausgleichsabgabe Arbeitgeber müssen jährlich eine Ausgleichsabgabe an das Integrationsamt abführen, wenn die entsprechende Anzahl an zu beschäftigenden schwerbehinderten Menschen nicht erreicht wurde. Diese Einnahmen beliefen sich für das Jahr 2012 auf rund 486 Millionen Euro. Mit dem Anfang 2009 in Kraft getretenen Gesetz zur Einführung der Unterstützten Beschäftigung und der damit verbundenen Übertragung zusätzlicher Aufgaben an die Integrationsämter wurden davon nur noch 20 - statt vorher 30 - Prozent direkt an den Ausgleichsfonds beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales abgeführt. Somit verblieben 2012 rund 389 Millionen Euro bei den Integrationsämtern. Diese Mittel sind zweckgebunden und dürfen nur zur Integration schwerbehinderter Menschen in das Arbeitsleben verwendet werden. Das heißt, die Mittel fließen zu einem erheblichen Teil direkt in die Betriebe zurück. Ein Großteil der Ausgaben der Integrationsämter wird für die Begleitende Hilfe im Arbeitsleben aufgewendet. Dazu gehören sowohl die Leistungen an Arbeitgeber zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen, Leistungen an schwerbehinderte Menschen sowie Bildungs- und Informationsangebote für das betriebliche Integrationsteam. Begleitende Hilfe im Arbeitsleben Die Durchführung der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben ist eine der Hauptaufgaben der Integrationsämter nach dem SGB IX. Sie umfasst Maßnahmen und Leistungen, die erforderlich sind, damit schwerbehinderte Menschen am Arbeitsleben teilhaben können. Sowohl Leistungen an schwerbehinderte Menschen als auch an Arbeitgeber gehören dazu: Leistungen an Arbeitgeber haben alle das Ziel, Betriebe in die Lage zu versetzen, behinderten Menschen - im Sinne einer Chancengleichheit mit nicht behinderten Menschen - eine Beschäftigung zu ermöglichen. Hier spielt die Beratung durch Fachkräfte der Integrationsämter in allen Fragen, die die Beschäftigung schwerbehinderter Menschen betreffen, eine große Rolle. Finanzielle Hilfen dienen beispielsweise dazu, Arbeitsplätze behinderungsgerecht auszustatten oder neue Arbeitsplätze zu schaffen. Häufig sind schwerbehinderte Menschen in ihrer körperlichen, geistigen oder seelischen Leistungsfähigkeit überhaupt nicht eingeschränkt, wenn ihr Arbeitsplatz behinderungsgerecht ausgestattet ist. Und wenn es Schwierigkeiten am Arbeitsplatz gibt, wie zum Beispiel häufigeres Kranksein, kann dies ein Hinweis sein, dass der Arbeitsplatz nicht der Behinderung angepasst ist. Auch außergewöhnliche Belastungen, die mit der Beschäftigung schwerbehinderter Menschen entstehen können, die besonders von ihrer Behinderung betroffen sind, werden im Rahmen der Begleitenden Hilfe im Arbeitsleben ausgeglichen. Schwerbehinderte Menschen erhalten persönliche und finanzielle Hilfen. Sie werden beispielsweise beraten in allen Fragen, die das Arbeitsleben, den Arbeitsplatz oder die Schwerbehinderung betreffen, oder werden von Fachleuten betreut, wenn dies zur Lösung von Konflikten erforderlich ist. Ebenso haben schwerbehinderte Menschen, die zur Ausübung einer Berufstätigkeit eine persönliche Arbeitshilfe benötigen, den Anspruch auf eine notwendige Arbeitsassistenz. Die Kosten hierfür übernimmt das Integrationsamt. Anfallsleiden (Epilepsie). Versorgungsmedizin-Verordnung Arbeitsassistenz. Arbeitserprobung. Arbeitshilfen. Technische Arbeitshilfen Arbeitspsychologie. Aufstockungsverbot. Nachteilsausgleiche Ausgleichsabgabe. Ausgleichsabgabeverordnung. SchwerbehindertenAusgleichsabgabeverordnung (SchwbAV) Ausgleichsfonds. Offenbarung der Schwerbehinderung Außergewöhnliche. Gehbehinderung. Schwerbehindertenausweis Ausweismerkzeichen. Ausweisverordnung. Autismus. Barrierefreies Bauen. Barrierefreiheit. Behinderte Frauen. Frauen, behinderte Behindertenbeauftragte. Behindertengleichstellungsgesetze. Behindertenverbände. Behinderung. Behinderungsarten. Anfallsleiden (Epilepsie) Blindheit und Sehbehinderungen Chronische und innere Erkrankungen Geistige Behinderung Hörschädigungen Lernbehinderung Schädigungen der Gliedmaßen Schädigungen des Skelettsystems Schädigungen des Zentralnervensystems Seelische Behinderungen Suchtkrankheiten Beirat für die Teilhabe behinderter Menschen. Belastungserprobung. Benachteiligungsverbot. Berufliche Ersteingliederung. Berufliche Wiedereingliederung. Berufliches Orientierungsverfahren. Berufsbegleitung. Unterstützte Beschäftigung Berufsbildungswerk (BBW). Berufsförderungswerk (BFW). Berufsvorbereitung. Betreuungsaufwand, ­besonderer. Außergewöhnliche Belastungen Betrieb. Integrationsteam Betriebliches Eingliederungsmanagement, Integrationsprojekte Betriebseinschränkung. Bezirksschwerbehindertenvertretung. Blindenwerkstatt. Blindheit und ­Sehbehinderungen. Bundesversorgungsgesetz (BVG). Eingliederung behinderter Menschen. Eingliederungszuschüsse Einstellung eines schwerbehinderten Menschen Teilhabe Wiedereingliederung, stufenweise Eingliederungshilfe. SGB XII Eingliederungsmanagement. Nachteilsausgleiche Einrichtungen für behinderte Menschen. Rehabilitationseinrichtungen. Einstellung eines schwer behinderten Menschen. Entgeltsicherung. Verdienstsicherung Epilepsie. Anfallsleiden Erwerbsminderung. Erwerbsunfähigkeit. Fachstelle für behinderte Menschen im Beruf. Fürsorgestelle Feststellungsbescheid des Versorgungsamtes. Leistungen für behinderte Menschen im Beruf Freifahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Nachteilsausgleiche Fürsorgeerlass. Fürsorgepflicht. Fürsorgestelle. Gebärdensprachdolmetscher. Gebärdensprache. Gehbehinderung. Körperbehinderungen Geistige Behinderung. Gesamtschwerbehindertenvertretung. Grad der Behinderung (GdB). Grad der Schädigungsfolgen (GdS). Inklusion. Inklusionsteam. Integrationsteam Integrationsamt. Integrationsfachdienst. Integrationsprojekte. Integrationsvereinbarung. Investitionshilfen. Schädigungen der Gliedmaßen Schädigungen des Skelettsystems Schädigungen des Zentralnervensystems. Kommunikation. Blindheit und Sehbehinderungen Gebärdensprachdolmetscher Gebärdensprache Hörschädigungen Kraftfahrzeughilfen. Hauptfürsorgestelle. Hauptschwerbehindertenvertretung. Kündigungsschutzverfahren. Leistungen für behinderte Menschen im Beruf. Begleitende Hilfe im Arbeitsleben Lernbehinderung. Lohnkostenzuschuss. Mehrfachbehinderung. Behinderung Minderleistung. Außergewöhnliche Belastungen Minderung der ­Erwerbsfähigkeit (MdE). Behindertenverbände Persönliches Budget. Probearbeitsverhältnis. Psychosoziale Dienste. Fachdienste der Integrationsämter Integrationsfachdienst Rehabilitation. Rehabilitationseinrichtungen. Rehabilitationsträger. Ausgleichsabgabe. Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung (SchwbAV). Schwerbehindertengesetz (SchwbG). Schwerbehindertenrecht. Schwerbehindertenversammlung. Schwerbehindertenvertretung. Seelische Behinderungen. SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter ­Menschen). Teilhabe behinderter Menschen. Unterstützte Beschäftigung. Ursachen der Behinderung. Verrechnung auf die Ausgleichsabgabe. Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen. Wahl der Schwerbehindertenvertretung. Wahlordnung Schwerbehindertenvertretungen (SchwbVWO). Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Wiedereingliederung, ­stufenweise. Wohnungshilfen. Zustimmung zur Kündigung ...

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