Qualitätskriterien für Büro-Arbeitsplätze (Leitlinie)

Weit verbreitete Phänomene sind beispielsweise der Mangel an Bewegung,

eine verkrampfte Körperhaltung oder eine zu geringe Zahl von Haltungswechseln...

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Qualitäts-Anforderungen an Bürostühle. Grundkonzeption von Bürostühlen. Büro-Arbeitsstühle. Besucher- und Besprechungsstühle. Konferenzstühle. Qualitäts-Anforderungen an Büro-Einrichtungen. Grundkonzeption von Büro-Einrichtungen. Büro-Arbeitstische. Besucher-, Besprechungstische und Konferenztische im Bürobereich. Büro-Container. Büroschränke. Raumgliederungselemente. Qualitäts-Anforderungen an Elektrifizierung und Technik-Integration. Grundkonzeption der Elektrifizierung und Technik-Integration. Spezifische Anforderungen an Elektrifizierung und Technik-Integration. Maße Bürostühle und Arbeitstische. In den letzten Jahrzehnten hat sich in den Industrienationen ein Wandlungsprozess vollzogen, der die Struktur der Gesellschaft maßgeblich verändert hat. Aus der Industriegesellschaft mit einem hohen Anteil an produzierenden Arbeitskräften wurde eine Dienstleistungsgesellschaft, die nun auf dem Weg ist, sich zu einer Wissensgesellschaft zu entwickeln. Beinahe jeder zweite Berufstätige in Deutschland arbeitet heute an einem Büro-Arbeitsplatz. Belastungsarm aber nicht belastungsfrei Im Vergleich zu manchem gewerblichen Arbeitsplatz gelten Tätigkeiten im Büro als deutlich weniger belastend. Beeinträchtigungen durch Schmutz, Feuchtigkeit, Lärm jenseits einer Grenze von 80 dB(A) oder Vibrationen, um nur einige zu nennen, sind im Büro üblicherweise kein Thema. Aber auch Büroarbeit kann Gefahren für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten bergen. Insbesondere der hohe Anteil der Bildschirmarbeit bringt ganz eigene, bürotypische Belastungen mit sich. Weit verbreitete Phänomene sind beispielsweise der Mangel an Bewegung, eine verkrampfte Körperhaltung oder eine zu geringe Zahl von Haltungswechseln während der Büroarbeit. Dabei weiß man heute, dass Bewegungsmangel nicht nur zu Schädigungen im Bereich des Rückens führen sondern auch das Herz-Kreislaufsystem negativ beeinflussen kann. Hinzu kommen psychische Störungen, die mittlerweile für mindestens jede zehnte Krankschreibung verantwortlich sind und nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine der größten Herausforderungen für die westlichen Wirtschaftsnationen darstellen. Selbst eine mögliche Beeinträchtigung des Sehvermögens und Stress durch permanente akustische Ablenkungen sind nach wie vor ein Problem. Trotz eines insgesamt guten Standards gibt es folglich zahlreiche Ansatzpunkte für eine Verbesserung der Qualität der Büroarbeit. Viele Einflüsse prägen die Büroarbeit Im Rahmen der Erwerbstätigenbefragung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) sowie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) im Jahr 2006 gaben 34,3% aller Beschäftigten in Verwaltungsberufen an, zumindest gelegentlich unter Schmerzen im unteren Rücken zu leiden. 47,8% der Beschäftigten klagten über Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich und immerhin noch 7,3% über Burnout-Symptome. Mit spürbaren Folgen. 2009 waren laut Angaben des Statistischen Bundesamtes 22% der Rentner und Pensionäre, die zuvor in Büro- und Organisationsberufen gearbeitet hatten, aus gesundheitlichen Gründen gezwungen gewesen, vorzeitig aus dem Erwerbsleben auszuscheiden. Die Ursachen sind in allen Fällen vielfältig. Rückenschmerzen können unter anderem durch schlechte Stühle, Tische mit ungeeigneter Arbeitshöhe, falsch eingestellte Bildschirme, schlechte Beleuchtung, durch Blendung, eine zu hohe Arbeitsintensität, inhaltliche Überforderung oder durch fehlende Pausen ausgelöst werden. Selbst Lärm kann dazu führen, dass sich die betroffenen Personen deutlich weniger bewegen, und damit mittelbar Rückenschmerzen verursachen. Meist führt jedoch nicht ein einziger Auslöser zu körperlichen Beschwerden, sondern ein ganzes Bündel sich gegenseitig verstärkender Faktoren. In dem Zusammenspiel multifaktorieller Einflüsse liegt die größte Herausforderung der Gestaltung guter Arbeitsbedingungen im Büro. Maßnahmen zur Gesundheitsprävention sollten daher immer sowohl bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen (Verhältnisprävention) als auch bei dem Verhalten der Betroffenen selbst und ihrer Führungskräfte (Verhaltensprävention) ansetzen. Gesicherte Erkenntnisse und individuelle Gestaltungsspielräume Die Frage, wie Arbeit gesund und wirtschaftlich effektiv gestaltet werden kann, wird weltweit diskutiert und erforscht. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in die Entwicklung moderner Büromöbel und in die Beratungs- und Büroplanungspraxis eingeflossen. In Kombination mit dem Fach- und Erfahrungswissen der Herausgeber bilden sie die Basis der Leitlinie ''Qualitätskriterien für Büro-Arbeitsplätze - L-Q 2010''. Durch die in der Leitlinie beschriebenen Anforderungen an Büroeinrichtungen soll den Unternehmen eine Hilfestellung bei der Auswahl und Beurteilung von Büro-Arbeitsplätzen gegeben werden. Neben Anforderungen an Produkte werden in ihr entsprechende Dienstleistungen definiert. Diese Dienstleistungen tragen dazu bei, die generell gültigen Vorgaben guter Büroarbeit in eine individuelle Gestaltung einzubinden und die einzelnen ergonomischen Komponenten zu einem funktionierenden Arbeitssystem zu verbinden. Mit Prävention die Zukunft vorbereiten Prävention im Sinne der Erhaltung und Förderung des physischen und psychischen Wohlbefindens der Mitarbeiter ist eine zentrale Aufgabe von Unternehmen und Unternehmern. Verstärkt durch veränderte Arbeitsinhalte und -anforderungen, durch die Auswirkungen des demographischen Wandels, die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und den absehbaren Mangel an Fachkräften, wird der Erfolg präventiver Maßnahmen auch zum Erfolgsfaktor für die wirtschaftliche Entwicklung vieler Unternehmen werden. Insofern verstehen die Herausgeber die Leitlinie ''Qualitätskriterien für Büro-Arbeitsplätze - L-Q 2010'' auch als Investition in die Zukunft der Büroarbeit ...

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