FAQ Private PKW-Nutzung

Private Pkw-Nutzung. Antworten auf die häufigsten Fragen...

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Private Pkw-Nutzung: Antworten auf die häufigsten Fragen Welche weiteren, präzisen Anforderungen werden an ein Fahrtenbuch gestellt? Das FG Hamburg erkennt Erleichterungen in der Darstellungsform des Fahrtenbuchs an. Beispielsweise sind Abkürzungen für häufig aufgesuchte Fahrtziele oder Geschäftspartner zulässig. Die Kürzel müssen aber aus sich selbst heraus verständlich oder auf einem beigefügten Erläuterungsblatt näher aufgeschlüsselt sein. Bloße Aufzeichnungen von Städtenamen, Kfz-Kennzeichen oder die Mandantenummern sind kein Hinweis für den aufgesuchten Geschäftspartner. Bei mehrtägigen Reisen sollte jeder einzelne Reisetag unter Angabe des jeweils aufgesuchten Geschäftspartners und Aufzeichnung des erreichten Kilometerstandes dokumentiert werden. Quelle: FG Hamburg, Urteil vom 17.1.2007, 8 K 74/06 Führt der Diebstahl eines betrieblichen Pkw anlässlich einer privaten Fahrt zu einer Betriebausgabe? Nein. Der BFH hat entschieden, dass der Diebstahl eines betrieblichen Pkw, der beim Besuch einer privaten Veranstaltung vom Parkplatz entwendet wurde, nicht zu Betriebsausgaben führt - korrespondierend zur Behandlung von Unfällen mit betrieblichen Fahrzeugen während einer Privatfahrt. Die bilanzielle Behandlung der gestohlenen Fahrzeuge ist jedoch strittig. Grundsätzlich wird der Pkw durch den Verlust für den Betrieb wertlos. Der Restwert/Buchwert des Pkw ist auszubuchen, wobei stille Reserven nicht aufgedeckt werden. Von dieser Meinung weicht der VIII. Senat ab. Er geht von einer Nutzungsentnahme aus, welche mit den tatsächlichen Kosten, maximal jedoch in Höhe der ursprünglichen Anschaffungskosten zu bewerten sind. Diese Auffassung steht der bislang herrschenden Meinung entgegen, wonach der Verlust eines Wirtschaftsguts aus dem Betriebsvermögen in Ermangelung einer Entnahmehandlung nicht zu einer Entnahme führt. Privat veranlasste Vermögensverluste dürfen den steuerlichen Gewinn nicht mindern. Daher muss in der Handelsbilanz der gebuchte Aufwand wieder neutralisiert werden. Die steuerliche Buchung ist zurzeit noch nicht geklärt. Quelle: BFH, Urteil vom 18.4.2007, XI R 60/04 Wie ist die Überlassung des betrieblichen Pkw für Fahrten zu anderen Arbeitgebern zu behandeln? Die ''Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte'' sind Fahrten, die in Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis stehen. Werden Arbeitsstätten im Zusammenhang mit Arbeitsverhältnissen anderer Arbeitgeber angefahren, schließt das die pauschale Lohnversteuerung für diese Fahrten aus. Nach Ansicht des FG Niedersachsen stellt die Nutzung eines überlassenen Pkw im Rahmen eines weiteren Arbeitsverhältnisses einen zusätzlichen Sachbezug dar, der als Arbeitslohn zu erfassen ist. Neben der 1-%-Regelung sind also zusätzlich 0,03% des Bruttolistenpreises für jeden Kilometer zwischen der Privatwohnung und den anderen Arbeitgebern als Sachbezug der Lohnsteuer zu unterwerfen. Gegen das Urteil ist Revision eingelegt worden. Quelle: FG Niedersachsen, Urteil vom 28.6.2007, 11 K 502/06 Private Pkw-Nutzung: Antworten auf die häufigsten Fragen Sind die Fahrten mit einem Firmen-Pkw zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ein geldwerter Vorteil für den Arbeitnehmer? Vorteile, die ein Arbeitnehmer für eine Beschäftigung erhält, gehören als Lohnbestandeil zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Dagegen sind Vorteile, die sich bei objektiver Würdigung aller Umstände nicht als Entlohnung, sondern lediglich als notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzung erweisen, kein Arbeitslohn. Wird ein Vorteil aus ganz überwiegend eigenbetrieblichen Interessen des Arbeitgebers gewährt, hat er keinen Entlohnungscharakter. Das eigenbetriebliche Interesse des Arbeitgebers und das Eigeninteresse des Arbeitnehmers müssen im Einzelfall geprüft und abgewogen werden. Bei der Gesamtwürdigung sind alle Umstände einzubeziehen: Anlass, Art und Höhe des Vorteils, Auswahl der Begünstigten, frei oder gebundene Verfügbarkeit, Freiwilligkeit oder Zwang zur Annahme des Vorteils und eine besondere Geeignetheit für den im Einzelfall verfolgten betrieblichen Zweck. Die unentgeltliche Überlassung von Fahrzeugen an Arbeitnehmer für deren Privatfahrten führt grundsätzlich zu einer Bereicherung des Arbeitnehmers und damit zu einem Lohnzufluss. Nach Ansicht der Richter verschafft die Fahrzeugüberlassung dem Arbeitgeber vielfach betriebswirtschaftliche Vorteile, die die ersparten Aufwendungen der Monteure bei Weitem überwogen, z.B. Erhöhung der Nettoarbeitszeit der Monteure, keine zusätzlichen Kosten für Parkplätze auf dem Firmengelände, Wettbewerbsvorteile usw. Das Interesse der Arbeitnehmer trat für den Senat in den Hintergrund. Für die Arbeitnehmer barg dies sogar Nachteile. Sie mussten die volle Arbeitszeit auf den Baustellen verbringen. In den meisten Fällen wird die Überlassung von Fahrzeugen an Arbeitnehmer zu steuerpflichtigem Lohn führen. Das FG hat betont, dass der vorliegenden Fall einen besonders gelagerten Einzelfall darstellt, der keine Allgemeinverbindlichkeit besitzt. Quelle: FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 12.9.2007, 12 K 7078/05 B Kann der Nutzungswert in der privaten Einkommensteuerklärung korrigiert werden? Arbeitnehmer, die einen Firmenwagen auch für private Zwecke nutzen, müssen dafür einen geldwerten Vorteil (Nutzungswert) versteuern. Die Ermittlung des Nutzungswerts ist nach der 1%-Methode oder nach der Fahrtenbuchmethode möglich. An die einmal getroffene Wahl für das jeweilige Fahrzeug ist der Arbeitgeber in dem betreffenden Jahr gebunden. Das Verfahren darf während des Jahrs nicht gewechselt werden. In der Praxis wird der Nutzungswert zumeist nach der 1-%-Methode ermittelt, ohne Rücksicht auf die steuerliche Situation des Arbeitnehmers. Dies ist zwar für den Arbeitgeber weniger Verwaltungsaufwand, aber die Methode kann für den Arbeitnehmer ungünstiger sein. Der Arbeitnehmer kann in seiner Einkommensteuererklärung die Fahrtenbuchmethode wählen und so den zu hoch versteuerten Nutzungswert korrigieren (R 8.1 Abs. 9 Nr. 3 Satz 4 LStR). Der Arbeitnehmer sollte sich aus der Buchhaltung seines Arbeitgebers die Gesamtkosten für den Pkw mitteilen lassen und in seiner Einkommensteurerklärung den tatsächlichen (niedrigeren) Nutzungswert laut Fahrtenbuch geltend machen. Im Bruttoarbeitslohn laut Lohnsteuerbescheinigung ist auch der Nutzungswert für den Sachbezug ''Firmenwagen'' enthalten. Der Arbeitnehmer sollte sich vom Arbeitgeber eine Bescheinigung über den Jahresnutzungswert für die private Nutzung des Firmenwagens ausstellen lassen. Dann sollte er auf einem Zusatzblatt die Korrektur vornehmen. Der versteuerte, vom Arbeitgeber bescheinigte Nutzungswert nach der 1-%-Regelung ist vom Bruttoarbeitslohn lt. Lohnsteuerbescheinigung abzuziehen. Der Nutzungswert für die Privatfahrten lt. Fahrtenbuch des Arbeitnehmers ist wieder hinzuzurechnen. Der auf diese Weise korrigierte Bruttoarbeitslohn ist in die Anlage N der Einkommensteuererklärung einzutragen. Das Fahrtenbuch des Arbeitnehmers ist nur nach Aufforderung des Finanzamts vorzulegen. Können Fahrten zu anderen Arbeitgebern mittels der 1-%-Regelung abgegolten werden? Nein. Wenn ein Arbeitnehmer seinen Firmenwagen auch für Fahrten zu anderen Arbeitgebern nutzt, muss er den geldwerten Vorteil aus der Nutzungsüberlassung versteuern. Die 1-%Regelung gilt nicht für diese Fahrten. Die Fahrten zu anderen Arbeitgebern stellen steuerpflichtigen Sachbezug nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG dar, der mit den anteiligen Pkw-Kosten anzusetzen ist. Das Urteil des FG ist nicht rechtskräftig. Zu beachten ist, dass dem Arbeitnehmer für die Fahrten zu anderen Arbeitsstätten der Werbungskostenabzug (Entfernungspauschale) zusteht. Quelle: Niedersächsiches FG, Urteil vom 28.6.2007, 11K 502/06 (nrkr.) Ist die Anmietung einer Garage für einen Gesellschafter als Sonderbetriebsausgabe abziehbar? Ja. Das FG Berlin-Brandenburg hat aktuell entschieden, dass ein Mitunternehmer Sonderbetriebsausgaben für die Anmietung einer Garage geltend machen kann, wenn der PkwPrivatnutzungsanteil unter der Anwendung der 1-%-Methode bestimmt wird. Die Aufwendungen sind betrieblich veranlasst, wenn die Garage angemietet wird, um die Risiken und Nachteile auszuschließen, die mit dem Abstellen z.B. von Leasingfahrzeugen im Freien verbunden sind. Mit der 1-%-Methode sind die Nutzungsvorteile einer Garage abgegolten. Quelle: FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 23.10.2007, 6 K 1463/04 Können selbst übernommene Kosten für einen Dienstwagen als Werbungskosten geltend gemacht werden? Ja. Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Kraftfahrzeug für dessen private Nutzung, können einzelne vom Arbeitnehmer selbst getragene Kosten als Werbungskosten berücksichtigt werden. Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Nutzungsvorteil nach der Fahrtenbuchmethode ermittelt wird. Die Führung eines ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs ist unerlässlich. Ein Werbungskostenabzug kommt hingegen nicht in Betracht, wenn der Nutzungsvorteil nach der 1-%-Methode bemessen wird. Quelle: BFH, Urteil vom 18.10.2007, VI R 57/06 Wie ist die private Nutzung eines betrieblichen Pkw durch einen GesellschafterGeschäftsführer einer GmbH zu beurteilen? Die Privatnutzung eines Pkw der GmbH durch einen Gesellschafter-Geschäftsführer führt auch bei fehlender vertraglicher Regelung nicht zu einer verdeckten Gewinnausschüttung, sondern zu steuerpflichtigem Arbeitslohn. Ein Gesellschafter hatte dem Finanzamt erklärt, dass er den Firmenwagen zu 100% betrieblich nutzt. Das Finanzamt hingegen ging von einer Privatnutzung aus und setzte unter Anwendung der 1-%-Regelung eine verdeckte Gewinnausschüttung an. Der Gesellschafter-Geschäftsführer legte ein Fahrtebuch vor, aus dem hervorging, dass der Firmenwagen nicht privat genutzt wurde. Der Ansatz einer verdeckten Gewinnausschüttung scheitert mangels gesellschaftssrechtlicher Veranlassung. Die Privatnutzung eines betrieblichen Pkw ist auch unter fremden Dritten üblich. Das Fehlen einer Regelung im Anstellungsvertrag bzw. entsprechender Vorkehrungen beruht nicht auf auf dem Gesellschaftsverhältnis, sondern ist im Wirtschaftsleben oft anzutreffen. Die ausschließliche betriebliche Nutzung des Pkw der GmbH lässt sich nur durch ein akkurat geführtes, handschriftliches und keine Widersprüche aufweisendes Fahrtenbuch belegen. Vertraglich vereinbarte Nutzungsverbote scheitern bei einer Einmann-GmbH regelmäßg daran, dass hier keine Überwachungsmöglichkeit besteht. Quelle: FG Saarland, Urteil vom 23.10.2007, 1 K 1405/03 Wie wird die Versteuerung von Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte im Fall von Park-and-Ride behandelt? Bei einem Park-and Ride-Fall stellte ein Verband seinem Hauptgeschäftsführer einen Dienstwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zur Verfügung. Beim Lohnsteuerabzug emittelte der Verband den Zuschlag nach der Teilstrecke zum nächstgelegenen Bahnhof. Er ging davon aus, dass der Arbeitnehmer von dort aus mit der Bahn zur Arbeitsstätte gefahren war. Die längere, wirkliche Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitstätte blieb unberücksichtigt. Das Finanzamt hingegen legte dem Lohnzuschlag die gesamte Entfernung zugrunde. Der BFH bestätigte die vorgenommene Ermittlung des Zuschlags des Verbands. Er sah den Zweck der Zuschlagsregelung darin, den - überschießenden - pauschalen Werbungskostenabzug für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitstsätte zu kompensieren, der dem Arbeitnehmer bei Nutzung eines Dienstwagens zustehe, ohne dass dieser eigene Aufwendungen zu tragen habe. Aus der Korrekturfunktion des Zuschlags ergebe sich, dass für den Zuschlag ebenso wie für die Entfernungspauschale nur auf die tatsächliche Nutzung des Dienstwagens abzustellen sei. Quelle: BFH, Urteil vom 4.4.2008, VI R 68/05, Pressemitteilung Nr. 56 vom 11.6.2008 Wie werden Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte behandelt, wenn der Arbeitnehmer nur an einem Arbeitstag seine Arbeitsstätte aufsucht? Ein Arbeitgeber überließ seinem Aussendienstmitarbeiter für Kundenbesuche einen Dienstwagen. Den nutzte der Arbeitnehmer auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Er suchte seinen Arbeitgeber an einem Arbeitstag in der Woche auf. Das Finanzamt sah den Betrieb als regelmäßige Arbeitsstätte an und erhöhte den Bruttoarbeitslohn des Arbeitnehmers um den Zuschlag für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte. Der BFH macht den Ansatz des Zuschlags allerdings davon abhängig, dass der Dienstwagen tatsächlich für die Fahrten zum Betriebssitz genutzt wurde. Bei der Ermittlung des Zuschlags ist auf die Anzahl der tatsächlich durchgeführten Fahrten abzustellen und entgegen dem Wortlaut des § 8 Abs. 2 Satz 3 EStG eine Einzelbewertung der Fahrten entsprechend § 8 Abs. 2 Satz 5 EStG vorzunehmen. Quelle: BFH, Urteil vom 4.4.2008, VI R 85/04, Pressemitteilung Nr. 56 vom 11.6.2008 ...

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