Berufseinstiegsbegleitung (Expertise)

Der Übergang von der Schule in den Beruf wird zunehmend

als wichtige Weichenstellung

für die berufliche und persönliche Entwicklung junger Menschen erkannt...

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Berufseinstiegsbegleitung: Unterstützung individueller Wege in den Beruf Die Rollenanforderungen der Berufseinstiegsbegleitung Patenschaftsmodelle Schulsozialarbeit Berufseinstiegsbegleitung als Teil eines Berufsorientierungskonzepts Einbettung in Bildungsketten Der Übergang von der Schule in den Beruf wird zunehmend als wichtige Weichenstellung für die berufliche und persönliche Entwicklung junger Menschen erkannt. Dabei gilt es, sowohl strukturelle Gegebenheiten des Ausbildungs- und Arbeitsmarktes vor Ort als auch die individuellen Voraussetzungen von Jugendlichen zu beachten. Da hier die Chancen ungleich verteilt sind, müssen insbesondere die Übergangschancen der Jugendlichen verbessert werden, die in ihrem sozialen Umfeld keine adäquate Unterstützung erhalten und wegen fehlender Bildungsabschlüsse nicht unmittelbar in eine Berufsausbildung einmünden können. Um dies zu erreichen, wurde zum Jahresbeginn 2009 ein Förderinstrument eingeführt, das diese Jugendlichen individuell über einen relativ langen Zeitraum (maximal dreieinhalb Jahre) bis in die Ausbildung hinein beim Übergang an der ersten Schwelle begleitet und fördert: Die Berufseinstiegsbegleitung. In einer befristeten Regelung bis 2012 sollte dieses Förderinstrument ursprünglich an 1.000 Schulen erprobt und extern evaluiert werden, das entspricht ca. 8% aller allgemein bildenden Schulen in Deutschland. Im Juni 2010 stellte Bundesbildungsministerin Annette Schavan im Kabinett eine Verwaltungsvereinbarung zwischen Bundesregierung und der Bundesagentur für Arbeit vor, die den Einsatz von zusätzlichen 1.200 Berufseinstiegsbegleitern und -begleiterinnen vorsah. Die Ausschreibung erfolgte durch die Bundesagentur für Arbeit im August und September 2010. Sie verfolgt das Ziel, die Zahl der Schulabbrecher und -abbrecherinnen deutlich zu senken und zugleich einen Beitrag zur Fachkräftesicherung zu leisten. Es liegen nach nunmehr zwei Jahren Implementierung erste Erfahrungen aus der Praxis mit der Berufseinstiegsbegleitung vor. Erste Ergebnisse wurden im Rahmen der Evaluation der Berufseinstiegsbegleitung vorgestellt. Im November 2010 veröffentlichte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales dazu einen Zwischenbericht (vgl. Deutscher Bundestag 2010). Die vorliegende Expertise zielt auf die Entwicklung guter Praxis. Sie zeichnet Entwicklungen nach, bietet Hinweise für eine konzeptionelle Einbettung und gibt einen Einblick in die Umsetzungspraxis. Sie soll Anregungen für die Entwicklung von Qualität in der Berufseinstiegsbegleitung geben. Sie wendet sich an all diejenigen, die an der Planung, Durchführung oder Bewertung des neuen Instruments ''Berufseinstiegsbegleitung'' beteiligt sind. Im ersten Kapitel stellt die Expertise das Förderinstrument der Berufseinstiegsbegleitung, die Eckpunkte des Förderprogramms sowie die Rollenanforderungen und Kooperationsformen vor. Das zweite Kapitel erläutert die konzeptionelle Einordnung der Berufseinstiegsbegleitung, zeichnet ihre Entwicklung nach und setzt sie in Bezug zu Schulsozialarbeit und Patenschaftsmodellen. Aus der konzeptionellen Einordnung werden Anforderungen u.a. an die Qualifikation der Berufseinstiegsbegleiter bzw. -begleiterinnen und an ihre Arbeit abgeleitet. Das dritte Kapitel stellt die strukturelle Einbettung der Berufseinstiegsbegleitung in Bildungsketten und Berufsorientierungskonzepte dar. Das vierte Kapitel illustriert an drei Beispielen die Umsetzung des Förderinstruments. Die Expertise schließt mit einem Resümee und Empfehlungen zur weiteren Gestaltung der Berufseinstiegsbegleitung. Diese Studie beruht auf Internetrecherchen, auf Interviews mit Expertinnen der Bundesagentur für Arbeit und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), auf Gesprächen mit Vertreterinnen und Vertretern der dargestellten Projekte und anderen Berufseinstiegsbegleitern und -begleiterinnen sowie auf den Ergebnissen der ersten und der zweiten bundesweiten Fachtagung der Berufseinstiegsbegleitung des Kooperationsverbundes Jugendsozialarbeit 2009 in Frankfurt und in Berlin. Allen, die mit ihren Informationen die Recherchen unterstützt haben, sei herzlich gedankt. 1. Das Förderinstrument - Anforderungen und Eckpunkte Die fachlichen Anforderungen an die Umsetzung des Förderinstruments Berufseinstiegsbegleitung sind in den Verdingungsunterlagen der Bundesagentur für Arbeit konkretisiert, die zur Ausschreibung Ende Oktober 2009 und zur zweiten Ausschreibungswelle im September 2010 vorlagen. Dort sind neben dem Ausschreibungsverfahren die Ziele, die Zielgruppe, die allgemeinen Rahmenbedingungen und die personellen, inhaltlichen und sonstigen Leistungsanforderungen beschrieben (BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT, 2008/2010). Sie werden im Folgenden zusammengefasst und ergänzend kommentiert. Die ''Berufseinstiegsbegleitung'' (BerEb) ist ein arbeitsmarktpolitisches Instrument der Bundesagentur für Arbeit, das auf der gesetzlichen Grundlage des Paragrafen 421s des Dritten Sozialgesetzbuches (SGB III) basiert. Sie umfasst zwei Komponenten: die individuelle Übergangsbegleitung und deren Einbindung in ein strukturelles Übergangsmanagement. Die Berufseinstiegsbegleitung soll bereits während des Besuchs der Vorabgangsklasse der allgemein bildenden Schule beginnen, damit hinreichend Zeit besteht, ein Vertrauensverhältnis zu den Jugendlichen aufzubauen und damit ein umfassender Berufsorientierungsprozess stattfinden kann. Ein im Einzelfall späterer Einstieg einer/eines Jugendlichen in eine Maßnahme ist nicht ausgeschlossen. Dies kommt zum Beispiel in Betracht, wenn ein bis dahin nicht begleiteter junger Mensch den Schulabschluss nicht geschafft hat und diesen in einer beruflichen Schule nachholt (z.B. im Berufsvorbereitungsjahr) oder wenn mit einem Wohnortwechsel während der Abgangsklasse auch ein Schulwechsel verbunden ist. In derartigen Fällen ist die Begleitung des Jugendlichen auch ab diesem Zeitpunkt möglich. Die Begleitung endet in der Regel nach den neuen Richtlinien von 2010 ein Jahr nach Beginn einer beruflichen (betrieblichen, außerbetrieblichen oder schulischen) Ausbildung, spätestens 24 Monate nach Beendigung der allgemein bildenden Schule. In der Leistungsbeschreibung der Bundesagentur heißt es: ''Eine Übergabe in weiterführende Begleitung (ausbildungsbegleitende Hilfen, ehrenamtliche Patenschaften, insbesondere Bildungslotsen des ''Senior Experten Service'' ) erfolgt bei Bedarf. Sie endet grundsätzlich ein Jahr nach Verlassen der Schule, sofern in diesem Zeitraum keine berufliche Ausbildung aufgenommen wird. Eine Verlängerung der Begleitung ist im Einzelfall bei einem entsprechenden www.ses-bonn.de Unterstützungsbedarf in Absprache mit dem Bedarfsträger bis längstens 24 Monate nach Abgang von der allgemein bildenden Schule möglich.'' (BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT, 2010, 16) Beteiligt an der Berufseinstiegsbegleitung sind eine Reihe unterschiedlicher Akteurinnen und Akteure: Die Zielgruppe bilden Jugendliche, die voraussichtlich Schwierigkeiten haben werden, den Abschluss der allgemein bildenden Schule zu erreichen und den Übergang in eine berufliche Ausbildung zu bewältigen. Träger sollen Berufseinstiegsbegleiter und -begleiterinnen aus unterschiedlichen Fachrichtungen beschäftigen. Der Träger hat mit Dritten eng zusammenzuarbeiten und die Schülerinnen und Schüler derselben Schule bei der Berufsorientierung und -wahl zu unterstützen. Schulen nehmen an der Erprobung teil, ausgewählt wurden 2008 zunächst 1.000 Modellschulen und 2010 nochmals über 1.000 Schulen, insbesondere solche mit einer hohen Anzahl von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund. Berufseinstiegsbegleiterinnen und -begleiter bezeichnen fest beschäftigte Personen, die aufgrund ihrer Berufs- und Lebenserfahrung für die Begleitung besonders geeignet sind. Hierzu zählen insbesondere Personen mit praktischer Erfahrung in den dualen Ausbildungsberufen, mit Führungserfahrung, Ausbildungserfahrung oder sozialpädagogischer Berufserfahrung. Ehrenamtliche Dritte sollen durch die Berufseinstiegsbegleitung unterstützt werden. Die Berufseinstiegsbegleitung ergänzt ehrenamtliche Patenschaftsprojekte, die von Verbänden, Vereinen, Kirchen, Gewerkschaften oder anderen Organisationen ins Leben gerufen wurden und in denen ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger junge Menschen beim Übergang in eine Berufsausbildung begleiten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) lässt die Auswirkungen der Berufseinstiegsbegleitung und den Erfolg insbesondere beim Übergang in eine betriebliche Berufsausbildung untersuchen und berichtet dem Deutschen Bundestag hierüber. Die Maßnahmen der Berufseinstiegsbegleitung werden öffentlich durch die Regionalen Einkaufszentren der Bundesagentur für Arbeit ausgeschrieben. Eine Berufseinstiegsbegleiterin bzw. ein Berufseinstiegsbegleiter soll laut Durchführungsbestimmungen in der Regel höchstens zwanzig Jugendliche gleichzeitig begleiten, jedem/jeder teilnehmenden Jugendlichen ist eine Berufseinstiegsbegleiterin bzw. ein Berufseinstiegsbegleiter zuzuordnen. Die Aufgabe der individuellen Begleitung Im Regelwerk der Bundesagentur (BUNDESAGENTUR FÜR ARBEIT, 2010) werden vier Aufgabenfelder für den Berufseinstiegsbegleiter bzw. die Berufseinstiegsbegleiterin beschrieben: 1. Unterstützung beim Erreichen eines Abschlusses einer allgemeinbildenden Schule, 2. Berufsorientierung, die eine fundierte Berufs- und Ausbildungswahl ermöglicht, 3. Begleitung bei der Ausbildungsplatzsuche, 4. Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses nach Aufnahme einer Ausbildung. In den vier genannten Aufgabenschwerpunkten kennzeichnen folgende Inhalte die Arbeit der Berufseinstiegsbegleitung: Erreichen des Schulabschlusses einer allgemein bildenden Schule: In dieser Phase erforscht die Berufseinstiegsbegleitung die Ursachen der schulischen Schwierigkeiten individuell und untersucht mit Hilfe einer Potenzialanalyse, mit welchen Kompetenzen der/die Jugendliche ausgestattet ist und in welchen Bereichen Entwicklungsbedarf sichtbar wird. Sie dient der Erfassung methodischer, personaler und sozialer Kompetenzen und soll mit Hilfe von handlungs- und simulationsorientierten Verfahren (Interviews, biografische Verfahren und Rückmeldegespräche, die Gegenüberstellung von Fremd- und Selbsteinschätzung) durchgeführt werden und die Schüler zur Selbstreflexion anregen. Aus der Analyse leitet sie Förderempfehlungen ab und organisiert Unterstützungsleistungen. Sollten weitergehende Informationen benötigt werden, soll der Psychologische Dienst der Arbeitsagentur eingeschaltet werden (ebd., 16 ff und 27). Unterstützung der Berufsorientierung und Berufswahl: Im Rahmen dieses Aufgabenbereichs nimmt die Berufseinstiegsbegleitung mit dem Jugendlichen eine Standortbestimmung vor und begleitet ergänzend zur schulischen Berufswahlvorbereitung und der Beratung durch die Arbeitsagentur den Berufswahlprozess individuell. Der Teilnehmer/die Teilnehmerin soll zur aktiven Gestaltung und Dokumentation des Berufswahlprozesses angeleitet werden, er/sie ''soll eine Berufswahlentscheidung treffen und überprüfen können, seine/ihre persönlichen Voraussetzungen zu den Anforderungen von Berufen und Tätigkeiten ins Verhältnis setzen können.''. Ausbildungsplatzsuche: Im Bewerbungsprozess begleitet die Berufseinstiegsbegleitung die Jugendliche bzw. den Jugendlichen unter Nutzung der schulischen Angebote und der Beratungsaktivitäten der Arbeitsagentur individuell auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Im Zentrum steht, die Eigenbemühungen der/des Jugendlichen zu stärken. Der Berufseinstiegsbegleiter bzw. die Berufseinstiegsbegleiterin zeigt Informationswege über den regionalen und überregionalen Ausbildungsmarkt, weist in Möglichkeiten der Ausbildungs- und Arbeitsstellenrecherche ein, hilft, Selbstvermarktungs- bzw. Bewerbungsstrategien zu entwickeln und anzuwenden, z.B. gute Bewerbungsunterlagen, ein aktives Bewerbungstraining, die Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und Testverfahren. Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses: Die Begleitung des Jugendlichen durch den Berufseinstiegsbegleiter bzw. die Berufsbegleiterin umfasst hier - den Richtlinien zufolge - im Sinne einer Einzelfallhilfe Krisenintervention, Konfliktbewältigung, Alltagshilfen, präventive Angebote wie Suchtprävention. Sie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den an der Ausbildung Beteiligten (z.B. Eltern, Berufsschule und Ausbildungsbetrieb). Besonders hervorgehoben ist in den Richtlinien auch, dass die Begleitung bedarfsorientiert und unter Einbeziehung anderer Hilfsangebote erfolgt, wie beispielsweise Schulsozialarbeit. Bei allen Beratungs- und Unterstützungsaktivitäten in den unterschiedlichen Phasen der Begleitung ist oberstes Prinzip, dass sie an individuellen Bedarfen ausgerichtet sind und dass spezifische Lösungen gefunden werden. Gemeinsame Aktivitäten und Gruppenangebote stehen nicht im Vordergrund, sind aber auch nicht ausgeschlossen, wenn die Berufseinstiegsbegleitung zwei oder drei Jugendliche mit dem gleichen Bedarf betreut, beispielsweise in Fragen der Internetrecherche von Ausbildungsstellen oder bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die vorrangig berücksichtigt werden sollen, müssen die soziokulturellen Besonderheiten und Erfahrungen einbezogen werden, und ''bei Bedarf sind Hilfsangebote zum Abbau von Sprachbarrieren zu initiieren'' (ebd., 19). Für jeden Jugendlichen ist ein individueller Förderplan zu erstellen, in dem die Ausgangslage (auch Ergebnisse der Kompetenzfeststellung), Veränderungen, einzelne Interventionen und deren Erfolgskontrolle festgehalten sind. Die Jugendlichen sind in die Gestaltung des Förderplans, sowohl in die Einschätzung der Ausgangslage und der sich daraus ergebenden Förderbedarfe, wie in die Zielfindung und die Umsetzungsstrategien und -schritte einbezogen. Zu den im Förderplan festgesetzten Überprüfungszeitpunkten wird gemeinsam festgestellt, ob die Ziele erreicht wurden oder noch daran gearbeitet werden muss, ggf. werden Ziele geändert oder neue hinzugefügt bzw. die Wege dorthin neu bestimmt. Der Förderplan wird auch weitergeschrieben bzw. verändert, wenn besondere Anlässe vorliegen, beispielsweise wenn ein Jugendlicher nicht mehr erreichbar ist und den Kontakt abbricht, Fehlzeiten in der Schule, der Übergangsmaßnahme oder der Ausbildung sich einstellen oder häufen und wenn sich die eingeschlagene Strategie ändern muss. Die Berufseinstiegsbegleitung soll darüber hinaus im Bedarfsfall die Lehrerinnen und Lehrer an der Schule bei migrationsspezifischen Problemen und Fragestellungen unterstützen. Die individuelle Betreuung ist eingebettet in Aufgaben, die sich auf das gesamte Übergangsmanagement beziehen. Sie zielen darauf ab, am Aufbau oder an der Veränderung von Strukturen mitzuwirken, die insbesondere benachteiligten Jugendlichen Übergänge ermöglichen. Über Netzwerke soll die Berufseinstiegsbegleitung mit allen wichtigen Akteuren kooperieren und eng mit anderen Projekten und Institutionen zusammenarbeiten. Netzwerkarbeit geht über Kooperation hinaus. Sie verlangt das abgestimmte Zusammenwirken möglichst aller relevanten Institutionen und Gruppen eines Sozialraums, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen, so die Bundesagentur für Arbeit in ihren Richtlinien zur Umsetzung der Berufseinstiegsbegleitung. An erster Stelle steht die Zusammenarbeit mit den Erziehungsberechtigten. Die meisten Jugendlichen sind in diesen Klassen noch nicht volljährig, d.h. alle Interventionsschritte müssen mit den gesetzlichen Vertretern, meist den Eltern, zuweilen auch mit dem Jugendamt oder verantwortlichen Einrichtungen abgesprochen werden. Diese müssen mit der Teilnahme des Kindes an der Förderung einverstanden sein (schriftliche Einverständniserklärung). Die Förderung muss das soziale Umfeld berücksichtigen: im Sinne lebensweltbezogener Ansätze erfordert das, die jeweilige Lebenslage und darüber hinaus die subjektive Sicht des/der Teilnehmenden darauf zu kennen und in die Förderung einzubeziehen. Von ebensolcher Bedeutung ist eine Verständigung mit den Akteuren der Schulen. Hierzu gehören vor allem Klassenlehrer und -lehrerinnen und all diejenigen, die darüber hinaus am Berufsorientierungskonzept der jeweiligen Schule beteiligt sind: Fachlehrkräfte für Arbeitslehre und Koordinationslehrer und -lehrerinnen. Auch Berufsverbände, Kammern, Berufsschulen und andere Schulen zählen zu diesen Netzwerkpartnern. Hinzu kommen andere ''Akteure'' im Feld: Ausdrücklich wird gefordert, dass die Berufseinstiegsbegleitung mit den ehrenamtlichen Begleitern und Lotsen kooperiert, die an der jeweiligen Schule aktiv sind. In der Beschreibung der Qualitätsstandards der Bundesagentur heißt es dazu konkret: ''Berufseinstiegsbegleiter müssen ausgehend vom individuellen Unterstützungsbedarf des Teilnehmers eng mit diversen anderen Akteuren (u. a. ehrenamtliche Ausbildungspatenschaftsprojekte, SES-Bildungslotsen) zusammenarbeiten'' Der Gesetzesentwurf zum § 241s SGB III betont: ''Das Vertrauensverhältnis zwischen dem Berufseinstiegsbegleiter und dem Jugendlichen hat für den Erfolg der Berufseinstiegsbegleitung große Bedeutung. Der Jugendliche soll über den gesamten Zeitraum möglichst von derselben, beim Träger fest beschäftigten Person begleitet werden.'' Gefördert und begleitet werden soll nur dann, wenn eine ausreichende Mitwirkung der Teilnehmerin bzw. des Teilnehmers gewährleistet ist. In der Leistungsbeschreibung heißt es dazu: ''Der Berufseinstiegsbegleiter informiert unverzüglich die Schule und den Bedarfsträger, wenn das Erreichen des Maßnahmeziels z.B. wegen häufiger Fehlzeiten oder fehlender Mitwirkung gefährdet ist oder Anhaltspunkte für einen drohenden Maßnahmeabbruch vorliegen''. (BUNDESRAT, 2008, 17) Die Kooperation mit der Schule ist zum einen über die Präsenzzeiten der Berufseinstiegsbegleitung an der entsprechenden Schule geregelt, die 30% der Zeitstunden der Maßnahme vorsieht, zum anderen über eine räumliche Anbindung. ''Bei der Abstimmung mit der jeweiligen Schule hat der Auftragnehmer besonders darauf hinzuwirken, dass die jeweilige Schule für die persönlichen Präsenzzeiten des Berufseinstiegsbegleiters zumindest einen geeigneten Besprechungsraum zur Verfügung stellt.'' (ebd., 16) Hierzu gehört eine Ausstattung, die die Wahrnehmung der Aufgaben (Beratung, Stellenakquise, Dokumentationsaufgaben) ermöglicht. Ein Kriterium für die Schulauswahl war auch, ob in der Region an den jeweils betrachteten Schulen vergleichbare Unterstützungsleistungen angeboten werden, so dass sich hier Leistungen möglicherweise kumulieren und eine (zusätzliche) Berufseinstiegsbegleitung keine Wirkung entfalten könnte ...

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