Arbeitssituation in deutschen Unternehmen aus Sicht der Beschäftigten

Als repräsentative Befragung von Beschäftigten bietet die Studie

ein umfassendes Bild der aktuellen Arbeitssituation in deutschen Unternehmen.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Handlungsfelder zur Verbesserung der Arbeitsqualität aufzuzeigen...

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Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität Die Arbeitssituation in deutschen Unternehmen aus Sicht der Beschäftigten Die Initiative Neue Qualität der Arbeit: Zukunft sichern, Arbeit gestalten Attraktive Arbeitsbedingungen sind heute mehr denn je ein Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung in Unternehmen und Verwaltungen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt daher mit der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) eine Plattform, auf der sich Verbände und Institutionen der Wirtschaft, Unternehmen, Gewerkschaften, die Bundesagentur für Arbeit, Sozialversicherungsträger, Kammern und Stiftungen gemeinsam mit der Politik für eine neue, nachhaltige Arbeitskultur einsetzen - entlang der Themenfelder Personalführung, Gesundheit, Wissen und Kompetenz sowie Chancengleichheit und Diversity. Als unabhängiges Netzwerk bietet die Initiative konkrete Beratungs- und Informationsangebote für Betriebe und Verwaltungen sowie vielfältige Austauschmöglichkeiten in zahlreichen - auch regionalen - Unternehmens- und Branchennetzwerken. Weitere Informationen unter www.inqa.de. Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten Wer sind die Beschäftigten in Deutschland? Was wünschen sich die Beschäftigten? Was erleben die Beschäftigten? Zwischen Wunsch und Wirklichkeit Vereinbarkeit: Ein Thema für Frauen und Männer Führung: Ein Schlüsselfaktor Bezahlung: Guter Lohn ist allen wichtig Arbeitszeiten: Individualität gewünscht Arbeitsbedingungen in Deutschland Was macht gute Arbeitsbedingungen aus? Wie wirken sich unterschiedliche Arbeitsbedingungen aus? Gute Arbeit: Wer arbeitet unter guten Bedingungen? Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität Vorwort Zukunftsdebatten gelingen am besten, wenn wir sie als Fortschrittsdebatten führen, in denen die Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Die Arbeitswelt befindet sich in einem grundlegenden Wandel, die Digitalisierung ist in unserem Alltag mit Händen zu greifen. Die ''Industrie 4.0'' ist in aller Munde. Die Diskussion darüber dreht sich oft vor allem um die neuen Techniken und Produktionsverfahren. Ich möchte, dass wir uns genauso mit den Auswirkungen einer digitalisierten Wirtschaft auf die Menschen und ihre Arbeitsplätze beschäftigen: ''Arbeiten 4.0''. Dabei wollen und können wir mehr, als nur Zuschauer der Entwicklungen zu sein, wenn wir uns gemeinsam den Herausforderungen des Wandels stellen, um die Chancen zu erkennen und sie auch mutig und beherzt zu ergreifen. zwischen Wunsch und Wirklichkeit verkleinert oder besser noch ganz geschlossen werden kann. Insgesamt bewertet nur ein knappes Drittel der Befragten die eigenen Arbeitsbedingungen als rundum ''gut''. Ich bin überzeugt: Es lohnt sich, die Wünsche der Beschäftigten ernst zu nehmen. Denn wer unter guten Bedingungen arbeitet, fühlt sich gesünder, motivierter und dem Arbeitgeber fest verbunden. Letztlich alles Faktoren, die für Unternehmen immer wichtiger werden. Die vorliegende Untersuchung macht klar: ''Gute Arbeit für alle'' können wir nur dann erreichen, wenn es kluge Regeln gibt, die die Arbeitsbedingungen ordnen und gleichzeitig für beide Seiten vernünftige Regelungen vor Ort gefunden werden. Bei aller notwendigen Flexibilität brauchen wir hier einen fairen Ausgleich zwischen Arbeit und Privatleben. Die Ergebnisse der repräsentativen Untersuchung ''Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität'' helfen uns dabei, denn sie bieten handfeste Ansätze zur weiteren Diskussion zentraler Fragen: Was macht Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten aus? Wo liegen die Potenziale zur Gestaltung? Arbeit findet im sozialen Raum statt, und ''gute Arbeit für alle'' lässt sich nur gemeinsam mit vielen Partnern schaffen: mit Unternehmen und Beschäftigten, mit Wissenschaft und Gesellschaft. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam Veränderungen anstoßen, die Arbeitsqualität weiter verbessern, die Zukunft der Arbeit gestalten. Einige wichtige Fragen der Arbeitszufriedenheit werden von vielen Beschäftigten durchaus positiv beantwortet. Gleichzeitig sagen uns die Beschäftigten jedoch auch, wo wir noch besser werden können: Bei Aspekten wie Lohn, Führungsqualität, Flexibilität der Arbeitszeiten und Vereinbarkeit von Arbeit und Leben müssen wir diskutieren, wie die Lücke Gute Arbeitsbedingungen sind entscheidend, sowohl für die Zufriedenheit der Beschäftigten als auch für die Qualität der hergestellten Produkte und der erbrachten Dienstleistungen. Doch worauf legen Beschäftigte besonderen Wert? Und wie weit liegen Wunsch und Wirklichkeit bei der individuell empfundenen Qualität der Arbeit auseinander? Anschließend werden die Aspekte mit einer besonders großen Diskrepanz zwischen gewünschter und erlebter Arbeitsqualität näher untersucht. Wie ist der Status quo in den Bereichen Führungsqualität, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Bezahlung und Flexibilität der Arbeitszeiten? Diese und weitere Fragen beantwortet die Studie ''Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität'', deren zentrale Ergebnisse in diesem Monitor zusammengefasst sind. Als repräsentative Befragung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bietet die Studie ein umfassendes Bild der aktuellen Arbeitssituation in deutschen Unternehmen. Im zweiten Abschnitt werden die Arbeitsbedingungen der Befragten näher betrachtet. Wer arbeitet unter besonders schlechten oder besonders guten Bedingungen? Wie wirken sich unterschiedliche Arbeitsbedingungen aus - beispielsweise auf die Arbeitszufriedenheit, den Gesundheitszustand der Beschäftigten oder die Überlegung, den aktuellen Arbeitsplatz zu verlassen? Im ersten Abschnitt des Monitors werden die Beschäftigten in Deutschland, ihre Wünsche an die Arbeitsstelle und ihre Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten der Arbeitsqualität betrachtet. Was ist den Beschäftigten wichtig? Mit welchen Aspekten ihres Arbeitsalltags sind sie zufrieden und wo besteht aus ihrer Sicht Verbesserungsbedarf? Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, zentrale Handlungsfelder zur Verbesserung der Arbeitsqualität in Deutschland aufzuzeigen, und Unternehmen Hinweise geben, wie sie qualifiziertes Personal auch in Zeiten des Fachkräftemangels durch gute Arbeitsbedingungen langfristig an sich binden können. Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität Erhebung Die Studie ''Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität'' wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) erstellt. Durchgeführt wurde die Erhebung von der Freiburger Forschungsstelle Arbeits- und Sozialmedizin (ffas), dem Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) und dem Institut für angewandte Sozialforschung (infas). Zwischen Februar und Juni 2013 wurden 5004 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit einer Wochenarbeitszeit von mindestens zehn Stunden mittels computergestützter Telefoninterviews (CATI) befragt. Die Stichprobe beruht auf Daten der Bundesagentur für Arbeit und ist repräsentativ für Deutschland. Um eine Vergleichbarkeit zu früheren Ergebnissen zu ermöglichen, knüpft die Studie ''Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität'' punktuell an die 2006 erschienene INQA-Studie ''Was ist gute Arbeit? Anforderungen aus Sicht der Erwerbstätigen'' an. Der Monitor fasst die zentralen Ergebnisse der Studie ''Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität'' zusammen. Alle Ergebnisse im Detail finden sich im Abschlussbericht.?3 Bewertungsmethode Die Teilnehmer der Befragung beantworteten die Fragen mit Der Bogen beinhaltet Fragen zum aktuellen Beschäftigungsverhältnis und zur Beurteilung der Qualität der Arbeit. Er umfasst wesentliche Teile des Copenhagen Psychosocial Questionnaire 1 (COPSOQ) sowie den FFP-Index 2 und Teile aus weiteren Befragungsinstrumenten. vorgegebenen Kategorien (z.B. stimme voll zu, stimme eher zu, bin unentschieden, stimme eher nicht zu, stimme nicht zu). Für die Auswertung wurden den gegebenen Antworten standardisierte Punktwerte zwischen 0 und 100 zugeordnet. 0 Punkte entsprechen dabei jeweils der niedrigsten denkbaren Bewertung, 100 Punkte der höchsten. Auf dieser Basis wurden die mittleren Punktwerte errechnet, die im Monitor abgebildet sind. Der Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ) ist ein international verbreitetes Screening-Instrument zur Erfassung psychischer Faktoren bei der Arbeit (Belastungen, Beanspruchungen, Beschwerden). Der FFP-Index ist ein Instrument zur Bewertung des Familienbewusstseins eines Unternehmens mit einem Punktwert zwischen 0 (gar nicht familienbewusst) und 100 (sehr familienbewusst). Freiburger Forschungsstelle Arbeits- und Sozialmedizin (ffas), Institut für angewandte Sozialwisschenschaft GmbH (infas), Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik (FFP) (2014): Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität. Abschlussbericht. BMAS, Berlin. Wer sind die Beschäftigten in Deutschland? Soziodemografische und beschäftigungsbezogene Merkmale der Befragten Für die Studie wurden 5004 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer befragt. Da die Studie repräsentativ ist, können die Ergebnisse auf die Gesamtheit der Beschäftigten in Deutschland mit einer Wochenarbeitszeit von mindestens zehn Stunden übertragen werden. Durchschnittlich sind die Beschäftigten 42 Jahre alt. 13% von ihnen üben neben ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit noch eine oder mehrere Nebentätigkeiten aus. 28% haben eine Vorgesetzten­funktion gegenüber anderen Beschäftigten. Was wünschen sich die Beschäftigten? Bewertung der Wichtigkeit verschiedener Aspekte der Arbeitsqualität Fragt man die Beschäftigten, wie wichtig ihnen verschiedene Aspekte ihres Arbeitsumfeldes sind, erhält die Sicherheit des Beschäftigungsverhältnisses im Durchschnitt am meisten P ­ unkte - ist also am wichtigsten. Auch ein unbefristetes Arbeitsverhältnis, die Zusammenarbeit mit netten Leuten, ein guter Lohn und die gute Führung des Arbeitsbereichs sind mit mindestens 90 von 100 möglichen Punkten besonders wichtig. Auffällig ist, dass keiner der abgefragten Aspekte mit weniger als 75 Punkten bewertet wurde: Für ein gutes Arbeitsumfeld sind den Beschäftigten also viele Faktoren wichtig. Sicherheit des Beschäftigungsverhältnisses Unbefristetes Arbeitsverhältnis Guter Lohn bzw. gutes Gehalt aus der Tätigkeit Gute Führung des Arbeitsbereichs Angemessene Nutzung von Fähigkeiten Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben Gute körperliche Arbeitsbedingungen Anerkennung und Wertschätzung im Betrieb Gute berufliche Perspektiven Hohe Anerkennung und Achtung des Berufs in der Gesellschaft Bereits 2006 bewerteten Beschäftigte in einer ähnlichen Befragung die Wichtigkeit verschiedener Arbeitsplatzfaktoren.5 Ein Vergleich der Ergebnisse zeigt, dass eine sichere und gut bezahlte Tätigkeit und ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten auch damals schon als besonders wichtig eingeschätzt wurden. Als Anforderungen an eine gute Arbeit wählten die Erwerbstätigen folgende Aspekte auf die ersten Plätze: Bewertung der Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten der Arbeitsqualität Neben der Wichtigkeit bewerteten die Beschäftigten auch ihre Zufriedenheit mit den Aspekten ihres Arbeitsumfelds. Die meisten Punkte vergeben die Befragten für die Zusammenarbeit mit netten Leuten - hiermit sind sie also am zufriedensten. Auf diesen Aspekt folgen die Sicherheit des Beschäftigungsverhältnisses, die Attraktivität der Region, die Arbeit insgesamt und die Entsprechung von Herausforderungen und eigenen Fertigkeiten. Bei keinem Aspekt liegt die Zufriedenheit unter 64 Punkten. Gegenüberstellung der Arbeitsqualität nach Wichtigkeit und Zufriedenheit Ein Vergleich der Bewertungen von Wichtigkeit und Zufriedenheit zeigt, dass die gewünschte und erlebte Arbeitsqualität fast immer auseinanderliegen: Die bewertete Zufriedenheit ist also geringer als die bepunktete Wichtigkeit. Die größte Diskrepanz besteht bei der Entlohnung, der Führungsqualität und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben. Diese Aspekte werden deshalb auf den folgenden Seiten genauer betrachtet. Führungsqualität Zufriedenheit der Beschäftigten den zweitletzten Platz (vor der Entlohnung). Mit diesem Aspekt sind die Befragten also besonders wenig zufrieden. Das Thema Arbeitszeitgestaltung wird aktuell in der Öffentlichkeit vermehrt diskutiert und war 2014 Schwerpunkt des DGB-Index Gute Arbeit. Deshalb wird auch dieser Aspekt auf den folgenden Seiten detaillierter betrachtet. Beruf, Familie und Privates erfolgreich kombinieren Bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben liegen Wichtigkeit und Zufriedenheit der Beschäftigten deutlich auseinander. Sowohl für Frauen als auch für Männer ist das Thema mit 86 und 90 Punkten sehr wichtig. Jede zweite der befragten Frauen gab der Wichtigkeit des Themas sogar volle 100 Punkte. Die Zufriedenheit liegt bei beiden Geschlechtern mit 69 bzw. 64 Punkten deutlich hinter dem Wunsch. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Familienpflichten spielt das Thema jedoch eine besondere Rolle. Familienbewusstsein des Arbeitgebers Im Durchschnitt bewerten die Befragten das Familienbewusstsein ihres Arbeitgebers mit 50 von 100 möglichen Punkten - also nur als mittelmäßig familienbewusst. 10% der Befragten gaben an, dass ihr Betrieb überhaupt keine Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf anbietet. Auffällig ist, dass die Bewertung des Familienbewusstseins von der Betriebsgröße abhängt und sich außerdem von Branche zu Branche unterscheidet. Bestandteile und Auswirkungen guter Führung Die erfahrene Führungsqualität am Arbeitsplatz ist nach vielen Studien ein wichtiger - wenn nicht der zentrale - Faktor für die Arbeitszufriedenheit. Zu den geforderten Fähigkeiten an eine gute Führungskraft zählen insbesondere die (Weiter-)Entwicklung der Mitarbeitenden, eine gute Arbeitsplanung und die Lösung von Konflikten. Durchschnittlich bewerten die Beschäftigten ihre direkte Vorgesetzte bzw. ihren direkten Vorgesetzten in diesen drei Bereichen mit 58 Punkten - also als ''zum Teil umgesetzt'' mit positiver Tendenz. Der Faktor Führungsqualität wird in der direkten Abfrage mit 90 Punkten als sehr wichtig eingestuft. Gleichzeitig weist Führungsqualität einen starken Zusammenhang zur Arbeitszufriedenheit auf: Der Zusammenhang zur Arbeitszufriedenheit ist mit r0,58 7 deutlich ausgeprägt. Damit ist gute Führungsqualität stärker als die meisten anderen Arbeitsplatzfaktoren mit hoher Arbeitszufriedenheit assoziiert (und umgekehrt). Führungsqualität hängt stärker als die meisten anderen Arbeits platzfaktoren mit der generellen Arbeitszufriedenheit zusammen. Führungsqualität ist einer der zentralen Faktoren bei der Überle gung, die Arbeitsstelle aufzugeben. Führungsqualität nach Subgruppen Die Bewertung der Führungsqualität hängt kaum mit strukturellen Merkmalen der Betriebe wie Größe oder Branche zusammen. Beschäftigte unter 24 Jahren neigen dazu, die Führungsqualität ihrer Vorgesetzten mit 66 Punkten deutlich positiver zu bewerten als beispielsweise die über 54-Jährigen mit 56 Punkten. Bei Kleinstbetrieben (bis vier Mitarbeitende) und in sehr großen Betrieben (über 2000 Mitarbeitende) liegen die Bewertungen 6 bzw. 2 Punkte über dem Durchschnitt. Insgesamt sind die Subgruppenunterschiede allerdings gering. Führungsqualität ist demnach ein Faktor, der kaum mit soziodemografischen oder strukturellen Merkmalen zusammenhängt. Diese prinzipielle Unabhängigkeit der Führungsqualität bedeutet, dass Führungsqualität in jedem beruflichen Setting verbessert werden kann. Das heißt: Die Führungsqualität ist von der einzelnen Führungsperson abhängig. Er ist der sogenannte Korrelationskoeffizient. Er gibt an, wie deutlich zwei Merkmale - in diesem Fall Arbeitszufriedenheit und Führungsqualität - zusammenhängen, und kann Werte zwischen -1 und 1 annehmen. Werte zwischen 0 und 1 zeigen einen positiven Zusammenhang, d.h. je größer der Wert des einen Merkmals ist, desto größer ist auch der des anderen. Ist r größer als 0,5 spricht man von einem mittleren oder sogar starken Zusammenhang. Bezahlung: Guter Lohn ist allen wichtig Zufriedenheit und Wünsche zu Lohn und Gehalt Unabhängig vom realen Gehalt wird ein guter Lohn von den Befragten als wichtig erachtet. Die Zufriedenheit mit dem eigenen Gehalt dagegen steigt mit höherem Einkommen deutlich an. Wie hängt das Gehalt mit der Arbeitsqualität zusammen? Beschäftigte mit niedrigerem Lohn bewerten viele Faktoren der Arbeitsqualität anders als Gutverdienende. Letztere sehen sich eher gleich behandelt sowie mit mehr Entscheidungsspielraum ausgestattet. Gleichzeitig empfinden Beschäftigte mit höherem Lohn aber öfter einen Konflikt zwischen Beruf und Privatleben sowie unerwünschte Unterbrechungen bei der Arbeit. Körperliche und emotionale Anforderungen Die Tätigkeit von Beschäftigten mit einem geringeren Lohneinkommen ist ungleich häufiger mit physischen Belastungen verbunden. Gutverdienende berichten dagegen häufiger von emotional belastenden Tätigkeiten. Wünsche der Beschäftigten zur Flexibilität Die Möglichkeit, die eigene Arbeitszeit individuell zu bestimmen, ist den Befragten mit 80 Punkten sehr wichtig. Ihre Zufriedenheit damit liegt bei nur 66 Punkten - auch hier herrscht also eine Diskrepanz zwischen gewünschter und erlebter Arbeitsqualität. Etwa drei Viertel der Beschäftigten arbeiten in einer Vollzeitbeschäftigung. Mehrarbeit ist für sie eher die Regel als die Ausnahme: Nur ein Viertel der Befragten leistet in einer durchschnittlichen Woche keine Überstunden. Vertragliche Arbeitszeit in Wochenstunden Bei der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit gibt es deutliche Geschlechterunterschiede: Während nur 7% der Männer in Teilzeit arbeiten, sind es bei den Frauen 51%. Der Anteil der Vollzeit- bzw. Teilzeit­beschäftigten bei Frauen variiert gravierend zwischen den Altersgruppen: Der größte Wechsel von Voll­zeit- zu Teilzeitbeschäftigung findet zwischen Mitte 30 und Mitte 40 statt. Während noch 70% der erwerbstätigen Frauen bis Mitte 30 in Vollzeit arbeiten, sind es bei den Frauen bis Mitte 40 nur noch 37%. Bei Frauen ab 55 Jahren steigt der Anteil der Vollzeitbeschäftigten wieder um 6% - also um einen deutlich geringeren Anteil. Grund dafür sind Familienpflichten: Frauen mit Kindern unter 14 Jahren oder pflege­bedürftigen Personen im Haushalt arbeiten deutlich seltener in Vollzeit. Wenn Arbeitszeit und Privatleben sich zunehmend vermischen, spricht man von Entgrenzung. Die Digitalisierung der Arbeitswelt und der großflächige Einsatz moderner Kommunikationsmittel können diese Entwicklung vorantreiben. Die Mehrheit der Befragten empfindet diese Entwicklung jedoch nicht. Auffällig ist, dass Entgrenzung mit der beruflichen Position zusammenhängt: Während 29% der befragten Vorgesetzten eine Entgrenzung empfinden, sind es bei Beschäftigten ohne Vorgesetztenfunktion nur 13%. Faktoren und Stufen guter Arbeitsqualität Mithilfe von statistischen Modellen wurden 31 mögliche Einflussfaktoren auf die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten untersucht. Hieraus wurden die zehn Faktoren identi­fiziert, die als besonders wichtige zufriedenheits- und gesundheitsbezogene Einflussfaktoren gelten. Einflussfaktoren auf die Arbeitszufriedenheit Verbundenheit mit dem Arbeitsplatz Führungsqualität Gemeinschaftsgefühl Physische Anforderungen/Arbeitsumgebung Vertrauen und Gerechtigkeit im Betrieb Emotionale Anforderungen Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben Mobbing/ungerechte Behandlung Entwicklungsmöglichkeiten Unsicherheit des Arbeitsplatzes Anhand dieser zehn Einflussfaktoren und der Zufriedenheit mit dem Einkommen wurden die Befragten in drei Stufen mit besonders schlechten, mittelmäßigen und besonders guten Arbeitsbedingungen eingeteilt. Fast ein Drittel der Beschäftigten arbeitet demnach unter besonders guten Arbeitsbedingungen. Die Gruppe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit besonders schlechten bis mittelmäßigen Arbeitsbedingungen umfasst 70%. Selbsteinschätzung der Befragten nach Qualitätsstufen Beschäftigte, die viele Faktoren ihrer Arbeitsbedingungen als gut bewerten, geben auch bei der Arbeitszufriedenheit insgesamt deutlich öfter sehr gute Bewertungen. Die hier bewertete Arbeitszufriedenheit setzt sich aus verschiedenen Aspekten zusammen wie der Zufriedenheit mit beruflichen Perspektiven, körperlichen Arbeitsbedingungen, der Zusammenarbeit im Team, der Führung des Arbeitsbereichs und mit Herausforderungen und der Nutzung der eigenen Fähigkeiten. Die Zufriedenheit wurde auf einer Skala von 0 (sehr unzufrieden) bis 100 (sehr zufrieden) bewertet. Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität Beschäftigte mit besonders guten Arbeitsbedingungen bewerten ihren allgemeinen Gesundheitszustand besser als Beschäftigte mit mäßigen oder besonders schlechten Arbeitsbedingungen. Beschäftigte mit guten Arbeitsbedingungen beobachten deutlich seltener ''burnout''-typische Symptome an sich selbst: Während 33% der Beschäftigten mit schlechten Arbeitsbedingungen oft oder immer solche Symptome angeben, sind es bei den Beschäftigten mit guten Arbeitsbedingungen gerade einmal 3%. Burnout-Symptome. ''Burnout'' wird in diesem Zusammenhang als ein Phänomen verstanden, das sich aus verschiedenen Symptomen zusammensetzt. Die Befragten sollten angeben, wie oft sie sich müde, körperlich und emotional Anteile verschiedener Beschäftigtengruppen, die ihre Arbeitsbedingungen als besonders gut einstufen Wochenend- und Nachtarbeit Was ist den Beschäftigten in Deutschland in ihrem Arbeitsalltag wichtig? Mit welchen Aspekten ihrer erlebten Arbeitsqualität sind sie zufrieden, wo gibt es Diskrepanzen zwischen Wunsch und Wirklichkeit? Und wie wirkt sich die Qualität der Arbeitsbedingungen auf die Beschäftigten aus? Die repräsentative Befragung ''Gewünschte und erlebte Arbeitsqualität'' zeigt, wie vielschichtig ''Arbeitsqualität'' ist: Die meisten der abgefragten Aspekte wurden von den Befragten als sehr wichtig bewertet. Besonders bedeutend ist für die Beschäftigten ein sicheres, unbefristetes und gut bezahltes Arbeitsverhältnis. Auch die Zusammenarbeit mit den Kollegen und eine hohe Führungsqualität des Vorgesetzten sind entscheidend. Weitere Faktoren wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben gewinnen zunehmend an Bedeutung. Insgesamt wird auch die Zufriedenheit mit dem eigenen Arbeitsplatz eher positiv bewertet, insbesondere bei den Themen Entlohnung, Führungsqualität und Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Privatleben liegen Wunsch und Wirklichkeit jedoch noch weit auseinander. Dabei fällt auf, dass Aspekte wie Führungsqualität, Kollegialität oder das Gefühl ungerechter Behandlung weitgehend vom individuellen Arbeitsumfeld bestimmt werden. Die emotionalen Anforderungen hängen dagegen nicht vom individuellen Arbeitsumfeld ab, sondern von der Art der Tätigkeit. Dasselbe gilt auch für körperliche Belastungen, die darüber hinaus mit sinkendem Einkommen eher steigen. Die Bewertung des Familienbewusstseins hängt dagegen insbesondere von der Betriebsgröße ab und unterscheidet sich von Branche zu Branche. Die Befragung zeigt auch, wie wichtig ein gutes Arbeitsumfeld ist: Unter guten Arbeitsbedingungen sind Beschäftigte gesünder und damit auch leistungsfähiger. Sie sind insgesamt zufriedener und denken seltener da­rüber nach, ihre Arbeitsstelle aufzugeben. Unternehmen sowie wirtschaftliche und politische Entscheiderinnen und Entscheider sind daher gefordert, zukunftsfähige Strukturen zu schaffen und gleichzeitig die Beschäftigten individuell zu fördern ...

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