Existenzgründung als Perspektive

Wer den Traum von der beruflichen Selbstständigkeit verwirklichen möchte,

findet in diesem Heft eine detaillierte Anleitung...

Publikation öffnen

Perspektiven für Ihr Berufsleben Existenzgründung Liegt mir die Selbstständigkeit? Von der Geschäftsidee bis zur Rechtsform Finanzierungstipps und Förderungen Gründertyp Selbstständige berichten von ihren Erfahrungen und geben Tipps. Beratung Mit einer professionellen Beratung sind Sie auf der sicheren Seite. Gründungsform Sind Sie risikofreudig oder sicherheitsbedürftig? Wählen Sie die passende Gründungsform. Businessplan Um einen Kredit zu bekommen, müssen Sie auf jedes Detail im Businessplan achten. Finanzierung Die Bundesagentur für Arbeit berät und unterstützt. Informieren Sie sich. Marketing Sorgen Sie für einen stimmigen Außenauftritt und machen Sie Ihr Angebot bekannt. Checkliste Von der ersten Idee bis zur Umsetzung: Die Liste hilft, den Überblick zu bewahren. Existenzgründung Wer den Traum von der beruflichen Selbstständigkeit verwirklichen möchte, findet in diesem Heft eine detaillierte Anleitung, mit deren Hilfe sich eine Gründung systematisch planen lässt. Nützliche Checklisten, Tipps und Adressen bestärken Sie darin, den Weg von der Geschäftsidee über die Gründungsform und den Businessplan bis zum Marketing strukturiert voranzugehen. Bei der Umsetzung wünschen wir Ihnen gutes Gelingen. Bin ich ein Gründertyp? Mut zur Selbstständigkeit Wer sich eine eigene Existenz aufbauen will, braucht neben einer Reihe fachlicher und persönlicher Voraussetzungen auch eine gute Portion Mut und Durchhaltevermögen. Eine realistische Gründungsidee, ein durchdachtes Konzept und ein stimmiger Businessplan bilden die Basis für einen erfolgreichen Weg in die Selbstständigkeit. Vor allem im Handwerk kennt nicht jeder Gründer den Markt vor Ort auch gut genug. Alternative zur Erwerbslosigkeit Die meisten Gründerinnen und Gründer sehen laut DIHK-Gründerreport 2010 die Selbstständigkeit als Alternative zur Erwerbslosigkeit. ''Gute Qualifikation, gründliche Vorbereitung, Optimismus - das sind auch hier die Zutaten für eine erfolgreiche Existenzgründung. Zudem sollte - bei einem möglichen Anspruch auf Zuschüsse - rechtzeitig der Kontakt zur Agentur für Arbeit gesucht werden'', rät Jürgen Mehnert. Nicht wenige Gründungswillige gehen übereilt an den Start und können die Besonderheit ihrer Geschäftsidee nicht darstellen - eine überflüssige Hürde auf dem Weg zur erfolgreichen Selbstständigkeit. ''Es gibt immer wieder Gründer, die kein klares Unternehmenskonzept haben. Ihr Konzept baut nicht auf Alleinstellungsmerkmalen der Produkte und Dienstleistungen auf, mit denen man im Wettbewerb bestehen will'', bestätigt auch Dietmar Rokahr. Doch das muss nicht sein. ''Denn an Beratungsmöglichkeiten mangelt es nicht. Kammern, Verbände und Kommunen bieten hier eine ganze Menge guter Angebote, häufig kostenfrei'', betont der Experte der Handelskammer Hannover. Die Vorteile einer selbstständigen Tätigkeit liegen auf der Hand Eine Gründung ermöglicht, selbstbestimmt zu arbeiten. Sie kann dazu dienen, einen lang gehegten Traum umzusetzen und nicht zuletzt eine Alternative zur Arbeitslosigkeit sein. ''Selbstständigkeit ist der beste Weg, die persönlichen Vorstellungen von beruflicher Tätigkeit zu verwirklichen. Sie bietet gefestigten Persönlichkeiten die Chance, eigene Ideen und Träume umzusetzen. Und sie bedeutet, selbst zu entscheiden statt Verantwortung abzugeben und den Gewinn für die eigene Leistung selbst zu ernten'', sagt Jürgen Mehnert vom Gründungsservice der Handelskammer Hamburg. ''Für einige Gründer sind darüber hinaus Ansehen und die Aussichten auf ein höheres Einkommen wichtig, andere - insbesondere Frauen - sehen in der Selbstständigkeit eine gute Chance, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren.'' Geradewenn die Kinder noch jung sind und viel Zuwendung benötigen, kann sich diese Erwartung aber auch nicht erfüllen und es entsteht eine zusätzliche Belastung. Doch bis eine Gründungsidee für ausreichende Einkünfte sorgt, ist oft ein längerer Atem nötig. ''Umfassende Branchenkenntnisse sind ein entscheidender Faktor für den Erfolg. Gerade im Handwerk fehlen häufig Marktkenntnisse und Informationen über die Wettbewerbssituation vor Ort'', räumt Dietmar Rokahr ein, Abteilungsleiter Wirtschaftsförderung in der Handwerkskammer Hannover. Im Jahr 2009 wurden rund 205.000 Unternehmen in Deutschland gegründet. Das geht aus dem Gründungsreport des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor. Der seit 2004 bestehende Abwärtstrend scheint damit vorerst gestoppt. Das bestätigt auch der Gründungsreport des Deutschen Industrieund Handelskammertags. Demnach verzeichneten die Beratungsgespräche der IHKs 2009 im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs von 14 Prozent. Die gutachterlichen Stellungnahmen für Förderanträge sind gegenüber dem Jahr 2008 sogar um 32 Prozent angestiegen. Die Zahl der Selbstständigen im Bereich hochwertiger Gründungen ist laut ZEW-Gründungsreport im vierten Jahr in Folge angewachsen. Zu den steigenden Zahlen im produzierenden Gewerbe haben vor allem Gründungen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien beigetragen. Im Dienstleistungssektor stieg die Zahl der Gründungen in den persönlichen Dienstleistungen, etwa Friseur- und Kosmetiksalons. Auch Gastronomiebetriebe werden laut Gründungsreport häufiger gegründet. ''Wesentliche Erfolgsfaktoren sind fachliche, kaufmännische und unternehmerische Fähigkeiten. Positiv ist es auf jeden Fall, wenn eine Ausbildung und/oder Berufserfahrungen in der angestrebten Branche vorhanden sind'', sagt Jürgen Mehnert. ''Jeder angehende Unternehmer sollte sich klarmachen, wo die eigenen Stärken liegen, und solltekonsequent an den Schwächen arbeiten!'' Selbstständige können ihre Ideen verwirklichen - es bedarf allerdings einer gründlichen Vorbereitung. Ausbilderin und Chefin in einem Wenn Sie eine Gründung im Handwerk planen, können Sie sich bei den Handwerkskammern beraten lassen, angefangen von der Beurteilung der Standort- und Marktverhältnisse bis hin zum Investitions- und Finanzierungsplan. Auch für Fragen der Lehrlingsausbildung ist Ihre Handwerkskammer vor Ort zuständig. Die Adresse der zuständigen Kammer lässt sich im Internet unter www.handwerkskammer.de abrufen. Nach der Meisterschule sofort selbstständig: Verena Fußbroich hat diesen Schritt im vergangenen Jahr gewagt. Die 27-jährige Friseur­meisterin aus Bergisch Gladbach hat nicht nur einen Arbeitsplatz geschaffen, sondern bildet in diesem Jahr auch zum ersten Mal aus. Gründung alternative Energien Auf innovativem Markt positioniert Schon während des Studiums stand für Dr. Jan Kai Dobelmann (37) und Gunnar Böttger (37) fest, dass sie sich selbstständig machen wollen. Für die Gründung ihres Ingenieurbüros ''sesolutions'' in Karlsruhe bekamen sie die Unterstützung eines hochschulnahen Gründerzentrums. Die eigenen Ideen umsetzen und Verantwortung übernehmen - das waren die wichtigsten Motive der beiden Ingenieure. ''Wir kennen uns aus dem Studium und können unsere Stärken wunderbar kombinieren'', sagt Gunnar Böttger. Nach einem Bauingenieur-Studium haben die beiden berufsbegleitend den Masterstudiengang ''Wasser und Umwelt'' an der Bauhaus-Universität in Weimar absolviert, Jan Kai Dobelmann hat außerdem promoviert. Mit ihrem Büro leisten die beiden Fachleute Energieberatung sowie anwendungsnahe Entwicklung von Energieerzeugungsanlagen im Holzvergaserbereich. Sie bieten zum Beispiel Schulungen zu Energieeffizienz im betrieblichen Umfeld oder Investitionsberechnungen für Energieprojekte an. ''Mit der Unterstützung eines Gründerprojekts konnten wir unseren Businessplan entwickeln und haben ein Startgeld in Höhe von 20.000 Euro erhalten'', erinnert sich Gunnar Böttger. Im Jahr 2002 erreichten sie bei einem Businessplanwettbewerb der Entrepreneurs‘ Academy der Stiftung Industrieforschung den dritten Platz. Als sie im selben Jahr an den Start gingen, gehörten sie zu den ersten Energieberatern. Inzwischen müssen sie sich gegenüber vielen Mitbewerbern auf dem Markt behaupten. ''Wir haben festgestellt, dass viele Kunden sich umfassend über unsere Leistungen und unser Know-how im Internet informieren'', weiß Gunnar Böttger. Es reiche nicht aus, einen Eintrag in den Gelben Seiten zu schalten oder auf Messen präsent zu sein. Die beiden Ingenieure halten Vorträge und schreiben Fachartikel, sie kooperieren mit Energieagenturen und sind in Fachverbänden aktiv. ''Man muss viele Menschen ansprechen und sich ein Netzwerk aufbauen. Präsent zu sein, ist sehr wichtig'', lautet ihre Erfahrung. Gunnar Böttger kümmert sich vorrangig um das Marketing und die Akquise, sein Geschäftspartner ist hauptsächlich für den Bereich Entwicklung zuständig. Mehrere Pilotanlagen einer neuen thermochemischen Vergasungstechnologie, die in ihrem Büro entwickelt wurden, sind bereits in Betrieb. ''Wir arbeiten daran, langfristig neue Anlagetechniken anbieten zu können'', beschreibt Gunnar Böttger die weiteren Ziele. Das Förderprogramm EXIST will das Gründungsklima an Hochschulen verbessern. Ziel ist es unter anderem, die Anzahl von technologieorientierten und wissensbasierten Unternehmensgründungen zu steigern. Informationen dazu finden Sie im Bis die ganzen Formalitäten von der Betriebsnummer bis zur Gewerbeanmeldung erledigt waren, gab es eine Menge Laufereien. Aber es hat sich gelohnt'', erinnert sich die Friseurmeisterin und lacht dabei. Obwohl sie erst am 1. April 2010 ihren Salon eröffnet hat, ist sie mehr als zufrieden. ''Ich hatte das Glück, einen gut eingeführten Laden mit einem treuen Kundenstamm übernehmen zu können.'' Um sich einen Standortvorteil zu sichern, hatte Verena Fußbroich nach einem Salon in einem Vorort von Bergisch Gladbach gesucht. ''In der City gibt es bereits sehr viele Friseurgeschäfte'', sagt sie. Nach ihrer Ausbildung, die sie im Jahr 2000 begann, hat sie in unterschiedlichen Betrieben Berufserfahrung gesammelt und war zuletzt zwei Jahre als Geschäftsführerin eines Salons tätig. ''Weil ich ehrgeizig bin, wollte ich mehr erreichen. Außerdem ist auch mein Vater selbstständiger Handwerker, mir wurde vieles vorgelebt'', beschreibt sie ihre Motivation. Natürlich sei jede Gründung auch mit Ängsten verbunden, räumt sie ein. Doch man bekäme viel Hilfe und finanzielle Unterstützung. Verena Fuß­broich fühlte sich nicht nur durch die Meisterschule gut vorbereitet, sondern hat auch kostenlose Beratung bei der Handwerkskammer Köln in Anspruch genommen. ''Mein Berater hat mich bei der Marktanalyse unterstützt und wir sind den Businessplan zusammen durchgegangen.'' Um ihr Vorhaben zu realisieren, hat sie einen Kredit aufgenommen, den sie innerhalb von acht Jahren zurückzahlen muss. Zudem hat sie einen Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit erhalten. Über ihre Ziele ist sich Verena Fußbroich im Klaren. ''Ein weiteres Geschäft werde ich vorerst nicht eröffnen. Mir ist es wichtig, dass ich mit diesem Salon auf festen Beinen stehe.'' Wenn alles so gut weitergeht wie bisher, kann sie sich durchaus vorstellen, irgendwann in einen größeren Salon umzuziehen. ''Dann könnte ich noch ein oder zwei weitere Arbeitsplätze schaffen.'' Wer sich im Handwerk selbstständig macht, kann sich bei den Handwerkskammern beraten lassen. Die Gründung eines ambulanten Pflegedienstes ist ein aufwendiges Verfahren. Monika Krings hat vor drei Jahren den Schritt gewagt. Inzwischen beschäftigt die in Köln ansässige ''Pflegedienst Krings GmbH'' 16 Mitarbeiter. Ein Russe, der georgischen Wein verkauft? Ein Migrant, der sich mit einem Nischengeschäft eine Existenz aufbaut? Dass das funktionieren kann, beweist Alexej Schreiner. Mit Ehrgeiz und Entschlossenheit hat er seinen Traum verwirklicht und einen eigenen Laden aufgemacht. Wer einen mobilen Pflegedienst gründet, muss sich rechtzeitig um die Kundenakquise kümmern. Alexej Schreiner strahlt. Dabei kann der 52-Jährige seine Urlaubstage an einer Hand abzählen und steht an sechs Tagen pro Woche von früh bis spät im Laden. Doch der Russlanddeutsche hat seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seit acht Jahren verkauft er in Berlin georgische Weine - und sein Laden ist zu einer Art Kulturzentrum für Kaukasus-Liebhaber geworden. Vor elf Jahren kam der studierte Jurist nach Deutschland, in Sibirien hatte er zuvor als Arzneimittelhändler gearbeitet. Weil sein Diplom und seine Erfahrungen hier nichts mehr zählten, ging Schreiner zurück ins Klassenzimmer. Sechs Monate lang paukte er deutsche Grammatik, schrieb sich dann für eine 15-monatige Weiterbildung zum Assistenten für Auslandsgeschäfte ein. ''Meine Mitschüler haben mich ausgelacht'', erzählt er. Da wollte doch tatsächlich einer, der noch nicht einmal richtig Deutsch sprach, die komplizierten Paragrafen des Außenwirtschaftsrechts verstehen. Alexej Schreiner hat sie verstanden. ''Ich habe immer daran geglaubt, dass ich es schaffe'', sagt er. Kaum hatte er 2003 die Weiterbildung beendet, eröffnete er seinen Laden. Dabei war er inzwischen zwar ein Geschäftsmann geworden, aber noch lange kein Hierzulande spielen Existenzgründungen durch Migranten eine wichtige Rolle. Deshalb möchte das BMWi mit seinem Onlineportal dazu beitragen, Hürden abzubauen und den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit gründlich vorzubereiten. Mehr erfahren Sie im Internet unter www.existenzgruender.de Weg in die Selbständigkeit Entscheidung Branchen und Zielgruppen Migranten. Im sogenannte Versorgungsverträge mit den Krankenkassen abschließen zu können, musste die gelernte Krankenschwester zahlreiche Regeln beachten. ''Voraussetzung war unter anderem, dass ich außer mir selbst mindestens drei ausgebildete Pflegekräfte beschäftige, über ein eigenes Büro verfüge und neben meiner Krankenpflegeausbildung außerdem eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung nachweisen konnte'', berichtet die 46-Jährige. Fachkundige Unterstützung erhielt sie vom Landesverband freie ambulante Krankenpflege in Nordrhein-Westfalen. ''Die Beratung war eine enorme Hilfe dabei, alle Formalitäten auf den Weg zu bringen.'' Um die Miete für die Geschäftsräume, Büroausstattung und EDV sowie die ersten Gehälter zahlen zu können, hat Monika Krings einen Betriebsmittelkredit aufgenommen. Zum 1. März 2008 hat sie Büroräume in der Kölner Innenstadt angemietet, einen Monat später konnte sie offiziell Eröffnung feiern. ''Danach ging es vor allem darum, den Pflegedienst bekannt zu machen, um eine Auslastung der Mitarbeiter zu erreichen'', berichtet die Gründerin. Sie hat sich in Krankenhäusern, bei Sozialdiensten, bei Ärzten und Seniorenberatern vorgestellt. ''Ein Pluspunkt für mich war, dass ich seit 46 Jahren im Stadtteil lebe und auch in meiner früheren Tätigkeit hier gearbeitet habe. Daher verfügte ich über zahlreiche Kontakte.'' Die Strategie ging auf. Schon einen Monat später hatte der Pflegedienst seine Kapazitäten ausgelastet. Auch heute gehört Akquise zum Geschäft. ''Wenn Patienten zum Beispiel ins Heim kommen, müssen wir dafür sorgen, unsere Pflegedienstleistungen anderen Menschen anzubieten'', sagt Monika Krings, die vor der Gründung eine Leitungsfunktion bei einem ambulanten Pflegedienst eines Wohlfahrtsverbandes innehatte. Auch wenn in der Gründungsphase der Arbeitsaufwand hoch war, empfindet sie ihre jetzige Tätigkeit als weitaus angenehmer. ''Meine Kunden kenne ich nahezu alle persönlich und ich kann selbst entscheiden, mit welchen Mitarbeitern ich zusammenarbeiten möchte'', sagt sie. Weinprofi. Also besuchte er Degustationskurse der führenden Sommeliers Europas, meldete sich bei französischen, spanischen und italienischen Winzern zur Weinverkostung an. Und seine Hartnäckigkeit wurde belohnt Seit zwei Jahren sitzt Schreiner in der Jury der Berliner Wein Trophy, einem der führenden internationalen Weinwettbewerbe. Ähnlich viel Ausdauer brauchte er, um einen festen Kundenstamm aufzubauen. ''Die Deutschen waren sehr misstrauisch'', erinnert sich Schreiner. Ein edler Tropfen aus Osteuropa? Das war für viele ein Widerspruch, denn zu Sowjetzeiten hatten Billigproduktionen den Ruf osteuropäischer Weine nachhaltig ruiniert. Schreiner lockte die Leute mit Kunst in den Laden Er stellte Bilder georgischer und russischer Maler aus, organisierte neben Vernissagen Verkostungen und Konzerte. Der Einzelhandel macht heute fünf Prozent an Schreiners Geschäft aus. Der restliche Teil der 50.000 Flaschen, die er pro Jahr bestellt, geht an Großhändler in ganz Deutschland. Manchmal, erzählt der Händler, schickt einer seiner Kunden eine Postkarte aus Weinregionen wie der Toskana oder dem Elsass. ''Halte schon mal eine Kiste georgischen Weins für mich bereit'', steht darauf. Alexej Schreiner kann seinen Stolz nicht verbergen, als er das erzählt. ''In solchen Momenten weiß ich'', sagt er, ''dass sich die Mühe der vergangenen Jahre gelohnt hat.'' n Die ''bundesweite gründerinnenagentur'' ist ein Informations- und Serviceportal zur Selbstständigkeit und Unternehmensnachfolge durch Frauen. Es bietet unter www.gruenderinnenagentur.de branchenübergreifende Informationen und Beratungsangebote zu allen Phasen der Gründung und Betriebsübernahme. Die sechs zentralen Schritte der Planungsphase Gründung digitale Medien Eine Reputation erarbeiten Ob Sie ein Gründertyp sind, können Sie auf den folgenden Seiten 12/13 testen. Falls ja, können Sie jetzt in die Phase der Planung starten. Damit Sie zwischen Beratung, Bankgespräch und Behörden? gängen nicht den Überblick verlieren, helfen wir Ihnen bei der Strukturierung Ihrer Gründungsplanung. Im weiteren Verlauf des Heftes informieren wir Sie umfassend über die unten stehenden sechs zentralen Schritte der Planungsphase. So werden Sie fit für Ihren Geschäftserfolg. Achten Sie auf diese Symbole! Mirko Nemitz hat vor zwei Jahren begonnen, sich mit seiner Firma ''Stilsequenz Filmproduktion'' eine eigene Existenz aufzubauen. Der Kameramann, Cutter und Videojournalist aus Dresden hat einige regelmäßige Auftraggeber und somit eine gute Basis, seine Selbstständigkeit auch lang? fristig auf sichere Beine zu stellen. Die Beratung Beziehen Sie von Anfang an fachlichen Rat in Form einer professionellen Gründungsberatung ein. Die Geschäftsidee Prüfen Sie umfassend Ihre Geschäftsidee. Die Gründungsform Entscheiden Sie sich für eine Gründungsform. Der Businessplan Schreiben Sie in Ihrem Businessplan das Gründungskonzept Ihres künftigen Unternehmens. Damit können Sie einen Bankkredit oder die Förderung der Arbeitsagentur beantragen. Mirko Nemitz produziert als Selbstständiger Filme für Unternehmen und Werbeagenturen. die nur mit Filmschaffenden zusammenarbeiten, von deren Können sie überzeugt sind.'' Nützliche Informationen für Freiberufler und Solo-Selbstständige insbesondere aus dem Medienbereich bietet das Beratungsnetz Mediafon im Internet unter www.mediafon.net. Die Finanzierung Im Businessplan klären Sie auch alle Fragen einer sicheren Finanzierung. Der gelernte Mediengestalter Bild und Ton hatte fast acht Jahre für ein Bundesministerium als Kameramann, Cutter und Videojournalist gearbeitet und Filmmaterial aus Krisengebieten erstellt. Noch bevor sein Zeitvertrag auslief, stellte er sich die Frage, wie es weitergehen kann. ''In der Branche sind Festanstellungen rar. Häufig sind sie schlecht bezahlt, oft wird auch am Wochenende gearbeitet'', weiß der 33-Jährige. Für den jungen Familienvater war die Chance, sich die Arbeitszeit frei einteilen zu können, ein wichtiger Grund für den Start in die Freiberuflichkeit. Zudem hat er nun mehr Freiheiten, eigene kreative Ideen umzusetzen. Sein Kundenkreis besteht zur Hälfte aus Unternehmen, die Werbeund Imagefilme benötigen, zur anderen Hälfte aus Werbeagenturen, die Aufträge an ihn weitergeben. Weil Mirko Nemitz sich auch zum Medienfachwirt weitergebildet hat, fühlte er sich für die Selbstständigkeit gut gerüstet. ''In der Weiterbildung habe ich mich zum Beispiel auch mit betriebswirtschaftlichen Aspekten beschäftigt'', sagt er. Zudem besucht er regelmäßig Seminare und Workshops an Filmschulen, um sein fachliches Können noch weiter zu verbessern. ''Man muss am Ball bleiben. Dennoch besteht immer ein Risiko'', räumt er ein. Der junge Kreative hat vorgesorgt ''Die Rücklagen reichen vier bis fünf Monate, um alle Kosten abzudecken. Einen solchen finanziellen Puffer brauche ich, um notfalls relativ gelassen Zahlungsverzug oder Auftragsflauten zu überstehen.'' Wenn alles wie geplant weitergeht, kann er sich langfristig eine Expansion vom SoloSelbstständigen zum Arbeitgeber vorstellen. ''Wenn es die Auftragslage zulässt und das Budget stimmt, möchte ich Mitarbeiter einstellen. Aber dazu muss das Geschäft richtig ,brummen‘. In den nächsten Jahren möchte ich mir zunächst eine Reputation erarbeiten. Mir ist es sehr wichtig, gute Referenzen zu haben und verstärkt für Auftraggeber zu arbeiten, Vor dem Start Vor dem Start sollten Sie noch weitere Rahmenbedingungen klären. In dieser Phase geht es zum Beispiel um Marketing, die Rechtsform und um Versicherungen. Sie sind noch unsicher, ob Sie eine Existenz gründen wollen, oder vielleicht auch fest entschlossen dazu? Mit dem folgenden Test können Sie überprüfen, ob Sie die richtige persönliche Einstellung haben und ob Ihre Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gründung stimmen. Kreuzen Sie bei jeder Frage die Antwort an, die am ehesten auf Sie zutrifft. Mehr Tests über Ihre persönliche Eignung als Unternehmer/infinden Sie im Internet: www.ebs-gruendertest.de www.kfw-mittelstandsbank.de Planung Existenzgründung Als Existenzgründerin oder Existenzgründer müssen Sie nicht alles wissen. Aber Sie können sich Menschen suchen, die Ihnen helfen und Ihre Fragen beantworten. Beratungsangebote für Gründungswillige gibt es viele. Sie wollen wissen, ob Ihre Geschäftsidee Hand und Fuß hat? Wie Sie Ihre Unternehmung finanzieren können? Welche Marketingmaßnahmen sinnvoll sind? Je nach Fragestellung empfiehlt es sich, die passenden Experten aufzusuchen. Das können zum Beispiel Unternehmensberater, Finanzberater, Steuerberater oder allgemeine Gründerberater sein. In der Regel besuchen angehende Unternehmer zunächst ein einoder mehrtägiges Existenzgründerseminar, bei dem alle Aspekte einer Unternehmensgründung - von der Buchhaltung über Steuern bis hin zu Versicherungsfragen - besprochen werden. Hier klären sich schon viele offene Fragen. Solche Seminare finden Sie zum Beispiel über Industrie- und Handwerkskammern. Eine weitere Informationsquelle können die Arbeitsagenturen sowie die Startercenter in den einzelnen Bundesländern sein. Die meisten Angebote sind kostenlos oder sehr günstig, da sie staatlich bezuschusst werden. Einige Bundesländer fördern auch Vorgründungsberatungen. Diese richten sich an Gründungswillige, die sich noch in einer frühen Phase der Existenzgründung befinden. Das Angebot soll dafür sorgen, dass der Start gut gelingt und Sie, wenn es nötig ist, rechtzeitig Ihre Pläne modifizieren können. Je früher Sie einen Experten zurate ziehen, umso erfolgreicher können Sie später durchstarten. Sowohl vor der Gründung als auch während des laufenden Geschäfts kann es sinnvoll sein, nicht nur einen Berater, sondern auch einen Coach zu Hilfe zu nehmen. Dieser springt ein, wenn der Gründer Gründerinnen und Gründer finden bei vielen Anlaufstellen Ansprechpartner für ihre Fragen. Lassen Sie sich beraten Scheuen Sie sich nicht, Beratung in Anspruch zu nehmen - viele Angebote werden bezuschusst. ­Unterstützung bei der Lösung konkreter Probleme benötigt - zum Beispiel bei der Selbstpräsentation oder der Neuausrichtung seines Angebots. Finanziell unterstützt wird solch eine Maßnahme zum Beispiel über das Programm Gründercoaching Deutschland, das vom Bund und dem Europäischen Sozialfonds gefördert wird. Um die Förderung in Anspruch nehmen zu können, darf Ihr Geschäftsstart noch nicht länger als fünf Jahre zurückliegen. Prinzipiell macht eine Beratung oder ein Coaching zu jedem Zeitpunkt Sinn. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe anzunehmen, wenn Sie selber nicht mehr weiterwissen. Gründer lernen ohnehin jeden Tag etwas dazu. Zum Nachlesen bei Ihrer Arbeitsagentur finden Sie folgende Broschüren: ''was? wie viel? wer? - Finanzielle Hilfen auf einen Blick'' ''Hinweise und Hilfen zur Existenzgründung - Gründungszuschuss'' Weitere Informationen hält das Online-Modul unter www.arbeitsagentur.de Veröffentlichungen Themenhefte ''durchstarten'' Existenzgründung bereit. Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU) Entwicklung, Nachfolge Auch Unternehmens- und Wirtschaftsberater begleiten Gründer - erkundigen Sie sich nach Tarifen und Angeboten. Bundesverband der Wirtschaftsberater e.V. Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Für Angelegenheiten rund um die landwirtschaftlich orientierte Existenzgründung wenden Sie sich an die Landwirtschaftskammern. Mediafon Selbstständigenberatung GmbH Was kann eine Beratung leisten? Darüber klärt ein Interview mit Dr. Uta Willim auf. Sie ist Existenzgründungsberaterin und Leiterin des Startercenters NRW Mülheim an der Ruhr. So finden Sie außerhalb der Bundesagentur für Arbeit Ihren Berater Auf der Suche nach einer qualifizierten Beraterin oder einem qualifizierten Berater sollten Sie sich folgende Fragen stellen: Harmonieren Sie miteinander? Telefonieren Sie vorab. Ist der Berater bei relevanten Beratungsprogrammen gelistet? Diese prüfen die Qualifikation des Beraters nach unterschiedlichen Kriterien. Ist er bei den Arbeitsagenturen als fachkundige Stelle bekannt und anerkannt? Ist er Diplom-Kaufmann/-Betriebswirt oder verfügt er über ein einschlägiges Studium und eine ausreichend lange Beratungserfahrung im Bereich Existenzgründung? Fragen Sie nach. Hat der Berater selbst ein Unternehmen aufgebaut und spricht daher aus eigener Erfahrung? Können Sie mit Ihrem Berater offen über alles sprechen? Herrscht dabei eine angenehme Atmosphäre? Bietet er Ihnen kurze Wartezeiten? Reagiert er trotz anderer Projekte flexibel und erhalten Sie innerhalb weniger Tage einen Termin? Gibt er Ihnen fundierte Rückmeldungen? Diese sind wichtig, um Ihre Erfolgschancen zu steigern und möglicherweise teure Fehler zu verhindern. Ist er auf dem aktuellsten Wissensstand? Alle Berater sollten die neuesten Entwicklungen im Bereich Gründungsförderung kennen. Ist der Zeitaufwand angemessen? Zwei Stunden (ca. 80 Euro Stundensatz) sind z.B. für das Lesen des Businessplans, Rückmeldung und Formalitäten angemessen. Zu welchem Zeitpunkt ist eine Gründerberatung sinnvoll? erstellt ist, können sie in Einzelgesprächen dann ganz persönliche und individuelle Fragen klären, die mit allgemeinen Aussagen zur Gründung nicht zu beantworten sind. Uta Willim Man kann eigentlich gar nicht früh genug anfangen. Zu uns kommen zum einen die, die noch ganz am Anfang ihrer Planungen stehen und überlegen, ob eine Selbstständigkeit überhaupt etwas für sie ist. Sie wollen sich zunächst allgemein informieren und wissen, was auf sie zukommt. Dann gibt es die Gruppe, die ihre Ideen schon zu Papier gebracht hat - dabei tauchen viele weitere Fragen auf. Aber auch nach der Gründung sollte man Beratungen in Anspruch nehmen, weil die Praxis oft anders ist, als man sie sich ausgemalt hat. Daher macht Gründerberatung zu jedem Zeitpunkt Sinn. Welches sind die dringendsten Fragen der Gründer? Uta Willim Das hängt vom Umfang des Vorhabens ab. Gastronomen beispielsweise, die viel Geld für ihr Restaurant benötigen, aber auch andere Gründer fragen oft nach Finanzierungsmöglichkeiten und Fördermitteln. Andere wollen wissen, ob ihr Konzept wirtschaftlich tragfähig ist, wie sie Preise kalkulieren, ob ihr geplanter Umsatz überhaupt realisierbar ist. Defizite sehe ich häufig in der Frage nach dem Alleinstellungsmerkmal Viele können gar nicht erklären, was das Besondere an ihrer Geschäftsidee ist. Das besprechen wir mit ihnen. Warum benötigt man eine Beratung, wenn viele Informationen im Internet zu finden sind? Uta Willim Wir sehen es gern, wenn sich die Gründer vorab umfassend informieren, dann können sie ihrem Berater viel gezieltere Fragen stellen. Wenn zumindest ein Grobkonzept für die eigene Geschäftsidee Wie kann eine Gründerberatung ansonsten konkret helfen? Nicht nur für Gründungen im Gaststättengewerbe, auch im Gründungsbereich Kinderbetreuung oder Heilberufe ist das für Ihre Region zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren: www.gapinfo.de/gesundheitsamt/alle/ behoerde/ga/d/index.htm Gewerbliche Gründer, etwa in der Gastronomie, erhalten Grundinformationen bei den Gewerbeämtern, die bei den Kommunen angesiedelt sind. Folgende Adresse hilft weiter: www.firmendb.de/adressdatenbank/ gewerbeaemter.php Gründerberatung ist auch Hilfe zur Selbsthilfe. Existenzgründung 2011 Uta Willim Wir prüfen die Geschäftsideen und geben Tipps für den Businessplan. Die Gründer erhalten Hinweise, wo und wie sie ihr Konzept noch weiter bearbeiten sollten. Manchmal sind auch ganz banale Fragen zu klären, weil die Leute nicht wissen, wie viel Umsatz sie zum Überleben brauchen und wie viele Kunden sie dafür benötigen. Viele Gründer kommen aus einem Angestelltenverhältnis und können gar nicht abschätzen, was es bedeutet, Unternehmer zu sein. Sie kennen sich oft fachlich sehr gut aus, aber Vertrieb, Marketing oder Buchhaltung sind ihnen fremd. Diese Aufgaben können sie in Seminaren und Workshops lernen. Dabei wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe leisten Die Gründer sollen sich so viel wie möglich selbst erarbeiten, denn nur dann stecken sie tief genug in ihrem Vorhaben, um sich wirklich darauf einzulassen. Entwickeln Sie eine Geschäftsidee Eine gute Geschäftsidee ist das A und O einer Existenzgründung. Nur mit einem gut durchdachten Konzept werden Sie Erfolg haben. Dem einen kommt die Idee fast im Schlaf, der andere grübelt lange über ein Geschäftsmodell nach, und beim Dritten ergibt sich die Gründung ganz automatisch aus seinem bisherigen Beruf heraus. Ein Patentrezept für eine Geschäftsidee gibt es also nicht. Daher nur ein Rat, den Gründungswillige beherzigen sollten Halten Sie die Augen offen nach Marktlücken. Wenn Sie selber das Gefühl haben, es fehlt an einer Dienstleistung oder einem Produkt oder das bisherige Angebot ist minderwertig, ist das bereits eine gute Grundlage für Ihre Geschäftsidee. Dann können Sie sich Schritt für Schritt an die Details herantasten. Haben Sie genügend Know-how? Wer gründen will, sollte sich idealerweise in seinem Bereich gut auskennen. Sind Sie auf dem neuesten Stand über aktuelle Techniken und Technologien Ihrer Branche? Benötigen Sie vielleicht noch die eine oder andere Weiterbildung, um mit den Mitbewerbern mithalten zu können? Machen Sie eine Stärken-Schwächen-Analyse. Ganz wichtig ist auch die Frage Haben Sie sich in den vergangenen Jahren ein Netzwerk in Ihrer Branche aufgebaut? Wer weiß, an wen er sich bei Fragen wenden kann, hat es in schwierigen Situationen leichter - erst recht, wenn es sich um ein Geschäftsfeld handelt, in dem die Gründerin oder der Gründer vorher nicht tätig war. Mit einem guten Netzwerk finden Sie problemlos Geschäftspartner, Dienstleister und Lieferanten, die Sie bei den Überlegungen über Ihre Geschäftsidee schon ins Boot holen könnten. Welches Produkt kommt an? Fragen Sie zunächst Freunde und Bekannte. das Sie von den Wettbewerbern unterscheidet. Beziehen Sie bei Ihren Überlegungen Freunde und Bekannte mit ein und stellen Sie ihnen Ihre Idee vor. Wie ist ihre Reaktion? Könnten sie sich vorstellen, Ihre Dienste in Anspruch zu nehmen oder Ihr Produkt zu kaufen? Falls ja, starten Sie im kleinen Rahmen, statt gleich in Kennen Sie Ihre Wettbewerber? die Vollen zu gehen Von zu Hause aus, in einer BüroWenn Sie entschieden haben, welches Produkt oder gemeinschaft oder mit einem kleinen Ladengeschäft welche Dienstleistung Sie anbieten wollen, sollten Sie halten Sie die finanzielle Belastung zunächst gering. zunächst recherchieren, ob es ein ähnliches Angebot Wenn Sie ein Produkt fertigen und vertreiben schon gibt. Falls ja, ist das auch kein Problem Die wollen, müssen Sie vor allem eines beachten Prüwenigsten Jungunternehmer starten direkt mit etwas fen Sie, ob jemand anders nicht bereits ein Patent Neuem oder nie Dagewesenem. Wichtig ist allerdings, darauf angemeldet hat. Falls das Produkt geschützt dass Sie die Idee von anderen nicht kopieren, sondern ist, handeln Sie sich viel Ärger ein, wenn Sie es kopieein eigenes Angebot daraus entwickeln, das zu Ihnen ren. Das Gleiche gilt für Unternehmensnamen, die als und zu Ihren Kunden passt. Was können Sie besser Marke geschützt sein können. Darüber hinaus ist es machen als die Konkurrenz? Wo können Sie mehr Ser- für Sie eher unvorteilhaft, wenn es einen Anbieter mit vice oder eine höhere Qualität liefern? Welche Extras ähnlichem Namen gibt, denn dann ist die Verwechskönnen Sie Ihren Kunden bieten? Es gibt viele Wege, lungsgefahr groß. Daher achten Sie auch hier darauf, sein Alleinstellungsmerkmal zu finden, das Besondere, einmalig zu sein. Eine wichtige Entscheidung ist die Wahl des Standorts. Sie hängt beispielsweise davon ab, ob Sie Laufkundschaft benötigen oder eine gute Verkehrsanbindung. Was sollen Ihre Angebote kosten? Wo wollen Sie starten? Ein Unterscheidungsmerkmal zur Konkurrenz kann Wenn Sie wissen, was Sie anbieten wollen, stellt sich auch der Preis sein, zu dem Sie Ihre Produkte oder als Nächstes die Frage nach Ihrem UnternehmensDienstleistungen verkaufen wollen. standort. Dieser hängt von vielen Daher sollten Sie sich grundsätzlich Achten sie bei der Wahl Faktoren ab Wenn Sie Laufkundentscheiden Will ich eher ins hochschaft anziehen wollen, sollten Sie des Standorts auf die preisige Segment gehen und Kunden unterschiedliche höhe in ein stark frequentiertes Viertel ansprechen, die bereit sind, für gute ziehen. Ist für die Produktion eine der Gewerbesteuer in Leistung mehr zu zahlen? Oder gehe gute Infrastruktur wichtig, wäre ein den kommunen. ich lieber in die Massenproduktion Standort in der Nähe einer Autobahn oder den Massenverkauf, um meiideal. Bedenken Sie auch, dass die nen Gewinn über eine große Menge der verkauften Gewerbesteuer in den Städten und Gemeinden ganz Produkte zu erzielen? Wenn Sie sich als günstiger unterschiedlich hoch ausfällt. Eventuell lohnt es sich, Anbieter platzieren wollen, achten Sie trotzdem sein Geschäft im Nachbarort zu eröffnen, weil die darauf, dass Sie marktübliche Preise erzielen. Einen Steuern dort niedriger liegen. Bevor Sie UnternehPreiskampf werden junge Gründerinnen und Gründer mensräume anmieten, machen Sie sich also detailliert kaum gewinnen können. Über marktübliche Preise Gedanken um den richtigen Standort. können Sie sich zum Beispiel bei Verbänden sowie Keine Angst vor Entscheidungen Wenn Sie merIndustrie- und Handelskammern informieren - oder Sie ken, dass ein Produkt weniger gut läuft als erwarfinden heraus, was Ihre Wettbewerber verlangen. tet, dass ein Standort nicht ganz optimal ist oder Sie Ihre Preise nicht erzielen können, ist das kein Weltuntergang. Sie können als Unternehmer jederzeit Ihre Pläne ändern und der Situation anpassen. Den Mut dazu sollten Sie bei Bedarf allerdings auch haben - und nicht an einer Idee festhalten, wenn sie sich als schlecht erwiesen hat. n Haben Sie alle Aspekte rund um das Thema Geschäftsidee bedacht? Überdenken Sie Ihre Vorarbeit mithilfe der großen Checkliste ''Gut vorbereitet?'' am Ende des Heftes, Wie findet man eine Geschäftsidee? Wichtige Punkte bei der Standortauswahl Folgende Faktoren können Ihnen als Orientierung bei der Wahl des Standorts dienen. Je nachdem, welche Art von Unternehmen Sie gründen, werden jedoch nicht alle Aspekte wichtig sein. Muss man in wirtschaftlich schwierigen Zeiten anders an eine Geschäftsidee herangehen? Hartmut Drexel Unsere Erfahrung in solchen Zeiten Existenzgründer und -gründerinnen kalkulieren noch vorsichtiger, sie passen ihre Rentabilitäts- und Liquiditätsvorschau der Situation an und berechnen Stundensätze realistischer. Aber die Geschäftsidee an sich kennt keinen geeigneten Zeitpunkt. Es ist egal, ob die Wirtschaft in einer Krise steckt oder nicht Jede Zeit hat ihre Chancen, die man nutzen muss. Ist es besser, eine Idee in abgewandelter Form nachzuahmen oder eine neue Geschäftsidee zu entwickeln? Haben Sie weitere Tipps zur Geschäftsidee? Hartmut Drexel Wer eine Idee hat, sollte sie sorgfältig auf ihre Machbarkeit hin überprüfen. Man sollte sich genügend Zeit lassen mit den Überlegungen und nicht aus einer Laune heraus ein Unternehmen gründen. Das ist selten nachhaltig erfolgreich. Wer gründen will, soll auf jeden Fall so früh wie möglich einen externen Berater, am besten aus seiner Berufsstandsvertretung, hinzuziehen. Das lässt sich pauschal nicht sagen. Aber grundsätzlich sollte man bedenken, dass man Urheberrechte verletzen könnte, wenn man eine Idee kopiert. Außerdem passt die Idee eines anderen selten auf einen zweiten Gründer, daher sollte sich dieser lieber etwas Eigenes überlegen, was seinen Stärken entspricht. Ein Beispiel Wenn gegenüber meinem geplanten Friseurladen bereits eine Friseurin arbeitet, können wir durchaus beide Kundschaft anziehen - weil die andere zum Beispiel exklusive, teure Angebote hat und ich auf der jungen, günstigen Schiene fahre. Dann stehen wir uns nicht im Weg. Wenn beide genau das Gleiche in der gleichen Qualität anbieten würden, würde der Kunde nur noch über den Preis entscheiden. Und einen Preiskampf können Existenzgründer in der Regel langfristig nicht gewinnen. Wollen Sie eher Massenprodukte oder Handarbeit anbieten? Existenzgründung 2011 Hartmut Drexel Vor allem über die Qualität Man kann mit mehr Service, einem erweiterten Nutzen oder positiven Überraschungen glänzen. Ein Schreiner zum Beispiel könnte eine besonders ausführliche Wie können sich Gründer innerhalb einer Branche denn von Wettbewerbern abgrenzen? Kundennähe Lieferantennähe Keine unmittelbare Nähe zur Konkurrenz Lohnkosten Angebot an qualifizierten Arbeitskräften Angebot an Gewerbeflächen und -räumen sowie Büro- und Verkaufsräumen Grundstückspreise Gewerbemieten Energiekosten Kommunale Abgaben Überregionale Bahnverbindung Autobahnanschluss Öffentlicher Personennahverkehr Luftverkehrsverbindung Nähe zu Hoch- und Fachhochschulen Nähe zu Forschungseinrichtungen Qualität der kommunalen Verwaltung Unterstützung durch Wirtschaftsförderung Unterstützung durch Kammern Dienstleistungen der örtlichen Banken Gutes Image der Stadt und Region Wohnungen und Wohnumfeld Kulturelles Angebot Naherholungsmöglichkeiten Bildungseinrichtungen Medizinische Versorgung Beratung anbieten oder sich auf ökologische Produkte spezialisieren. Man sollte schauen, wo die persönlichen Stärken und Schwächen liegen und welche Fähigkeiten man hat. Zum Teil kann man ohne bestimmte Qualifikationen, wie etwa den Meister, überhaupt kein Unternehmen gründen. Die Frage darf daher nicht lauten ''Wo und wie kann ich am meisten Geld verdienen?'', sondern ''Wo kann ich meine Stärken am besten einsetzen?'' Als Nächstes sollte man schauen: Wer ist denn schon mit welchen Konzepten am Markt? Geschäftsideen von anderen sollte man nicht eins zu eins kopieren, sondern eigene Ideen entwickeln, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für Ihre Planung. Wenn Sie eine eigene Idee umsetzen wollen, ist eine Neugründung die naheliegende Variante. Entscheiden Sie sich für eine Gründungsform Wer beruflich auf eigenen Beinen stehen möchte, dem bieten sich zahlreiche Möglichkeiten. Wir zeigen Ihnen, welche Geschäftsformen es gibt. Bevor Sie sich selbstständig machen, sollten Sie überlegen, welche Geschäftsform am besten zu Ihnen passt. Das hängt auch von Ihrem Gründertyp ab Möchten Sie sämtliche Entscheidungen alleine treffen und scheuen das Risiko nicht? Oder sind Sie eher ein Teamplayer? Selbst wer nicht komplett von vorn anfangen will, findet einen Weg. Für alle Typen gibt es die passende Gründungsform. Hier finden Sie eine Auswahl: Neugründung Sie lieben es, eine Idee erst zu entwickeln und anschließend in die Tat umzusetzen? Dann könnte die Neugründung das Richtige für Sie sein. Sie können alles genauso machen, wie Sie es sich vorstellen, denn niemand setzt Ihnen ein fertiges Konzept vor. Sie suchen sich Ihr Personal selber aus und gestalten Ihren Marktauftritt nach Ihren Vorstellungen. Gleichzeitig ist eine Neugründung mit hohen Risiken verbunden: Sie sind allein dafür verantwortlich, dass Ihr Vorhaben gelingt. Sie können weder auf bestehende Kundenbeziehungen noch auf ein eingespieltes Mitarbeiterteam zurückgreifen und tragen das volle Risiko. Daher ist eine gute Vorbereitung bei einer Neugründung noch wichtiger als bei anderen Gründungsformen. Franchising Franchise-Nehmer mieten ein Geschäftskonzept von einem Unternehmen, dem Franchise-Geber. In der Regel können Gründungswillige auf diesem Weg mit einer bewährten Geschäftsidee direkt starten, denn sie verkaufen die Produkte oder Dienstleistungen des Franchise-Gebers. Rund 980 Franchise-Anbieter gab es im Jahr 2010 in Deutschland. Wenn Sie sich für eines der Gründung ist nicht gleich Gründung Sie haben die Wahl zwischen unterschiedlichen Geschäftsformen. Geschäftskonzepte entscheiden, werden Sie meist durch Trainings beim Aufbau Ihres Geschäfts unterstützt. Ein weiterer Vorteil sind die Marketingmaßnahmen, die das Franchise-Unternehmen Ihnen bietet. Damit können Sie sich ganz auf Ihre Kunden konzentrieren und erhalten meist auch noch einen Gebietsschutz. Das bedeutet, dass kein anderer Franchise-Nehmer des gleichen Systems Ihr Produkt am selben Standort anbieten darf. Andererseits bindet Sie das Franchising eng an den Franchise-Geber Sie können zum Beispiel kaum eigene strategische Entscheidungen treffen, da der Weg vom Franchise-Geber vorgegeben wird. Außerdem sind in einigen Fällen unterschiedlich hohe Lizenzgebühren an den Franchise-Geber zu zahlen. Vor Abschluss des Vertrags sollten Sie daher genau prüfen, ob Produkt, Partner und Franchise-Paket zu Ihnen passen Gibt es ausreichende Schulungen zur Betriebsvorbereitung? Existieren Handbücher, die Fragen zum täglichen Geschäftsablauf klären? Werden Beratung und Hilfe bei Schwierigkeiten angeboten? Was passiert, wenn Sie mit Ihrer Firma keinen Erfolg haben? Hüten Sie sich vor Unternehmen, die kein ausgereiftes Franchise-Konzept vorlegen können. Beteiligung Wer Geld besitzt und es in ein Unternehmen investieren möchte, aber keine eigene Idee hat oder den Aufwand scheut, dem ist eine Beteiligung zu empfehlen. Dabei erwerben Sie Gesellschaftsrechte durch Kapitalbindung an Personen- oder Kapitalgesellschaften. Bevor Sie sich an einem Unternehmen beteiligen, sollten Sie die Firma ausführlich bewerten lassen Stimmen die finanzielle Situation und der Standort? Sind Gebäude, Maschinen und Einrichtungen gut in Schuss? Ist das Personal ausreichend qualifiziert? Zahlen die Kunden zuverlässig? Und wie sehen die Lieferantenbeziehungen aus? Auch Firmen, die sich noch in der Gründungsphase befinden, suchen oft Menschen, die ihnen mit Kapital oder Erfahrung behilflich sind. Es gibt sowohl stille als auch tätige Teilhaber Bei einer stillen Beteiligung haben Sie in der Regel keinen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen, bei einer tätigen Beteiligung haben Sie als beteiligte Unternehmerin oder beteiligter Unternehmer prinzipiell Einfluss auf die Geschäftsführung. Prüfen Sie deswegen unbedingt, ob die Partner seriös sind und zu Ihnen passen. Unternehmensnachfolge/Übernahme Viele Betriebe - vor allem familiengeführte - haben Probleme, einen Nachfolger für die Firmenleitung zu finden, wenn sich ein Unternehmer zur Ruhe setzen möchte. Nicht immer ist ein Familienmitglied bereit oder in der Lage, das Geschäft zu übernehmen. Eine Unternehmensnachfolge ist immer mit Besonderheiten Kleingründung Sie wollen erst einmal bescheiden anfangen und sich die Möglichkeit einer Expansion offenhalten? Denken Sie über eine Kleingründung nach. So bezeichnet man Existenzgründungen, deren Startkapital bei unter 25.000 Euro liegt. Sie bieten in der Regel nur der Gründerin oder dem Gründer selber einen Arbeitsplatz. Auch wer neben seiner Festanstellung ein Geschäft aufbaut, für das er oder sie nicht zwölf Stunden am Tag arbeiten kann, gilt als Kleingründer. In diesem Fall handelt es sich um eine Nebenerwerbsgründung. Hier reichen die Erträge meist nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Der große Vorteil von Kleingründungen ist das vergleichsweise geringe Risiko. Die Startkosten sind niedrig, Sie tragen keine Verantwortung für Personal und gerade in der Startphase können Sie erst einmal testen, ob Ihre Geschäftsidee tatsächlich funktioniert. Zum Problem kann werden, dass viele Kleingründer sich nicht als ''echte'' Unternehmer fühlen und entsprechend unprofessionell auftreten. Planen Sie daher Ihr Vorhaben genauso gründlich, wie Sie die Gründung einer großen Firma vorbereiten würden - inklusive Homepage, Visitenkarten, Preisfindung, Marketingstrategien­und Kundenakquise. Spin-offs Wird ein Teil eines Unternehmens aus einer bestehenden Firma ausgegliedert, handelt es sich um ein Spin-off. Das kann zum Beispiel eine Forschungsabteilung eines Instituts oder eines Großunternehmens sein. Auch Bereiche wie Lager, Versand, Wartung, Montage, Marketing, EDV und Zulieferbereiche werden oft ausgelagert. Der ausgegliederte Teil wird damit zu einer autonomen Firma. Mit einem Spin-off lassen sich eigenständig Gewinne erzielen. Allerdings erfordert die Produktentwicklung bis zur Marktreife meist eine Finanzierung durch externe Kapitalgeber. Oft besteht weiterhin eine enge Verbindung zur Mutterfirma Büros können günstig gemietet werden, man profitiert von einem festen Kundenstamm oder nutzt bestehende Lizenzen im neuen Unternehmen. Ein Spin-off sollten Sie gut vorbereiten. Klären Sie, ob es rechtliche Probleme mit Lizenzen des Mutterunternehmens geben könnte und ob die Möglichkeit besteht, sich schrittweise zu lösen. Virtuelle Start-ups Web 2.0, Computerspiele, Software und Mobiles Internet sind Bereiche, in denen es viele Neugründungen gibt - obwohl Start-ups in der Internetbranche ihren großen Boom Ende der Neunzigerjahre hatten. Seitdem mussten viele aufgeben, doch mit einer guten Idee haben Sie auch heute noch Chancen, im Internet Ihren Weg zu machen. Wenn Sie sich mit einem Start-up selbstständig machen wollen, brauchen Sie - mehr noch als in anderen Branchen - eine einzigartige Idee. Sie müssen die Technik, die hinter den Anwendungen liegt, perfekt beherrschen. Viele Start-ups haben eigene Technologien und Softwareprogramme für ihre Angebote entworfen. Nach dem Platzen der Internetblase Anfang des Jahrtausends ist es für Start-up-Gründer schwieriger geworden, Geld von Kapitalgebern zu bekommen. Prüfen Sie Ihr Vorhaben also hinsichtlich der genannten Kriterien genau. E-Business Wenn Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen ausschließlich über das Internet vertreiben, tätigen Sie elektronischen Geschäftsverkehr und sind also im E-Business. Auf den ersten Blick scheint es in manchen Fällen vorteilhaft, keine teuren Geschäftsräume anmieten zu müssen. Trotzdem entstehen nicht zu unterschätzende Kosten Wer eine gut funktionierende E-Business-Firma gründen will, muss zunächst in die technische Infrastruktur investieren. Denn nur wenn E-Mail, Internet und der Online-Shop funktionieren, arbeiten Kunden gern mit Ihnen zusammen. Um im Netz gefunden zu werden, ist gezieltes E-Marketing - in Kombination mit traditionellen Marketinginstrumenten - unentbehrlich. Außerdem müssen Sie und Ihre Angestellten die Internettechnologie perfekt beherrschen. Besonders anspruchsvoll wird E-Business, wenn man Geschäfte mit anderen Unternehmen betreibt, sogenanntes Business-to-Business (B2B). Bundesweite Nachfolgebörse: www.nexxt-change.org Deutscher Franchise-Verband: www.franchiseverband.com Bundesverband Network Marketing: www.bvnm.de Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr www.ec-net.de verbunden, unabhängig davon, ob jemand aus der Familie, ein ehemaliger Mitarbeiter oder ein Externer die Leitung eines etablierten Betriebs übernimmt Der Vorteil einer solchen Konstellation ist Sie müssen nicht von vorn anfangen, sondern übernehmen einen laufenden Betrieb mit vorhandenem Kundenstamm. Daher ist es wichtig, die betriebswirtschaftliche Situation genau zu analysieren. Bedenken Sie jedoch, dass der bisherige Firmenchef sein Unternehmen stark geprägt hat. Langjährige Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden müssen sich erst auf eine neue Geschäftsführung einstellen. Die Übergangsphase ist für alle Beteiligten meist nicht leicht. Viele Kammern unterhalten Nachfolgebörsen und vermitteln Geschäftsübernahmen ihrer Mitgliedsbetriebe. Erstellen Sie Ihren Businessplan Marketing Klappern gehört zum Handwerk. Daher sollten Sie sich an dieser Stelle im Businessplan Gedanken darüber machen, welche Werbe- und Marketingmaßnahmen Sie ergreifen wollen, um auf sich und Ihre Angebote aufmerksam zu machen. Und überlegen Sie Wann wollen Sie welche Schritte gehen? Stellen Sie am besten einen Zeitplan auf, der die wichtigsten Meilensteine umfasst Wann ist die Geschäftseröffnung geplant? Bis wann wollen Sie wie viele Kunden gewonnen haben? Haben Sie bereits Kontakte zu den Medien, um erfolgreich Pressearbeit betreiben zu können? Wie viel Geld haben Sie für Werbung eingeplant? Außerdem interessieren an dieser Stelle die Vertriebskanäle Verkaufen Sie B2C (Business-toConsumer), also direkt an den Endkunden? Oder B2B (Business-to-Business), also an Geschäftskunden? Wenn Ihr Vertrieb über das Internet laufen soll, können Sie hier Ihre Online-Verkaufsstrategie beschreiben. Je detaillierter ein Businessplan ist, umso gründlicher haben Sie sich mit Ihrem Vorhaben auseinandergesetzt. Das heißt Sie haben mögliche Risiken minimiert und können bei Finanzierungsverhandlungen selbstbewusster auftreten. Es lohnt sich also, ausreichend Zeit für die Erstellung des Businessplans aufzuwenden. Zusammenfassung des Vorhabens In der Kürze liegt die Würze. Am Anfang Ihres Businessplans steht eine Kurzfassung Ihres Gründungsvorhabens Welche Produkte oder welche Dienstleistungen wollen Sie vertreiben? Wer sind Ihre Kunden? Welche Vorkenntnisse aus der Branche können Sie vorweisen? Wie sieht Ihre Personal- und Finanzplanung aus? Welchen Umsatz und Gewinn erwarten Sie in den ersten Jahren? Achten Sie beim Erstellen der Zusammenfassung - ebenso wie beim übrigen Businessplan - darauf, dass auch Branchenfremde Ihre Ausführungen verstehen, denn schließlich wollen Sie zugleich andere von Ihrem Vorhaben überzeugen. Am einfachsten ist es, die Zusammenfassung erst zu schreiben, wenn Sie den übrigen Businessplan schon ausgearbeitet haben. Existenzgründung Sie daraus, welche Strategie für Sie die beste ist. Zu guter Letzt sollten Sie sich auch mit den aktuellen Trends beschäftigen Welche Ereignisse könnten sich positiv oder negativ auf Ihre Geschäftsidee auswirken? Wie könnte sich dadurch die Nachfrage nach Ihrem Produkt entwickeln? Den Businessplan benötigen Sie nicht nur, um bei einer Bank die Finanzierung für Ihr Gründungsvorhaben zu bekommen. Er hilft Ihnen auch als Gründerin oder Gründer, alle Aspekte Ihrer ­G eschäftsidee genau zu durchleuchten. Darstellung der Geschäftsidee An dieser Stelle können Sie nun weiter ausholen und Ihre Geschäftsidee ausführlich beschreiben An wen richtet sich Ihr Angebot und wer genau sind Ihre Kunden? Warum glauben Sie, wird Ihr Geschäftsvorhaben erfolgreich sein? Worauf stützen Sie Ihre Erfolgsaussichten? Welche Marktstrategien wollen Sie verfolgen? Wollen Sie zum Beispiel exklusive und teure Produkte an einen kleinen Kundenkreis verkaufen oder sich mit günstigen Angeboten an den Massenmarkt wenden? In diesem Kapitel können Sie auch Angaben zum geplanten Firmennamen, zur Rechtsform und zur Firmenstruktur Ihres Unternehmens machen. Auch der Standort ist wichtig und die Begründung, warum sie ihn gewählt haben. Nicht zuletzt sollten Sie aufzeigen, wie Ihre Unternehmensziele für die nächsten drei bis fünf Jahre aussehen. Personalplanung Wollen Sie Ihr Geschäft zunächst allein betreiben oder planen Sie, direkt Personal einzustellen? In diesem Kapitel können Sie darlegen, welche Qualifikationen Sie und Ihre Mitarbeiterinnen beziehungsweise Mitarbeiter mitbringen (sollen). Können Sie berufliche Erfolge vorweisen, die Sie bei Ihrem aktuellen Projekt weiterbringen? Welche Weiterbildungen haben Sie besucht und welche Qualifizierungsmaßnahmen planen Sie noch für sich und Ihre Mitarbeiter? Schreiben Sie in Ihrem Businessplan auch, wie schnell Ihr Geschäft in den nächsten drei bis fünf Jahren wachsen soll, und wann Sie mit wie vielen Mitarbeitern rechnen. Sollen diese fest angestellt sein, freiberuflich oder als Aushilfen arbeiten? Im Businessplan stellen Sie die verschiedenen Teilaufgaben Ihrer Gründung dar. Produkt und Dienstleistung beschreiben Hier haben Sie genügend Platz, Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung im Detail zu beschreiben. Wie sieht Ihr Angebot genau aus? Was sind die Besonderheiten und der sogenannte USP (engl. Unique Selling Proposition), also das Alleinstellungsmerkmal Ihres Geschäfts? Sprich: Worin unterscheiden Sie sich von Ihren Wettbewerbern? Wenn Sie ein technisches Produkt verkaufen, interessiert an dieser Stelle der Entwicklungsstand und ob es bereits bestehende Lizenzen oder Patente dafür gibt. Achten Sie darauf, dass Sie keine bestehenden Rechte verletzen. Schreiben Sie an dieser Stelle außerdem auf, welche Preise Sie für Ihre Produkte verlangen wollen. Existenzgründung 2011 Marktanalyse Wie gut kennen Sie den Markt und die Branche, in die Sie einsteigen wollen? Hier können Sie zeigen, dass Sie sich gut eingearbeitet haben. Sie sollten Ihre Zielgruppe genau beschreiben und wissen, was sie bereit ist, für Ihr Angebot auszugeben. Wie hoch ist das Einkommen Ihrer potenziellen Kunden und wie ist es um ihre Zahlungsmoral bestellt? Wo wollen Sie Ihre Produkte oder Dienstleistungen vertreiben nur in der Region, bundesweit oder sogar über Deutschlands Grenzen hinaus? Kennen Sie den internationalen Markt? Und wer sind Ihre Wettbewerber? Finden Sie heraus, welche Marktstrategien diese verfolgen und schließen Existenzgründung 2011 Chancen und Risiken Eine Geschäftsgründung bietet nicht nur viele Möglichkeiten, sondern kann obendrein Risiken mit sich bringen. Schätzen Sie Ihr Vorhaben daher realistisch ein Was kann mit Ihrem Geschäft passieren, wenn bestimmte Ereignisse eintreten? Wie wollen Sie reagieren, wenn sich der Markt verändert? Wie wollen Sie sich gegen den Druck von Wettbewerbern schützen? Banken sehen bei Kreditanträgen gern Best-Case- und Worst-Case-Szenarien Was passiert im besten Fall mit Ihrem Unternehmen? Und welche Probleme könnten die positive Entwicklung Ihres Unternehmens behindern? Eine SWOT-Analyse - also eine Untersuchung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken - dient der Standortbestimmung und erleichtert, Strategien zu entwickeln. Finanzplanung und Finanzbedarf Wie viel Geld Sie für Ihre Existenzgründung benötigen, hängt stark von der Branche und Ihren konkreten Plänen ab. Daher rechnen Sie genau nach, wie viel Grundkapital Sie benötigen und wie hoch Ihre laufenden Kosten sein werden. Zum Grundkapital zählen die Ausgaben für einmalige Investitionen wie Büroausstattung oder Produktionsanlagen. In einer Liquiditätsvorschau werden alle erwarteten laufenden Ausgaben und Einnahmen der nächsten Jahre aufgelistet - zunächst monatlich, für die Folgejahre dann quartalsweise. Erstellen Sie darüber hinaus für die nächsten Jahre eine Gewinn- und Verlustrechnung für Ihr Geschäft. Wenn Sie wissen, wie Ihr finanzieller Bedarf aussehen wird, können Sie erläutern, wie Sie das benötigte Geld beschaffen wollen Besitzen Sie Eigenkapital? Brauchen Sie einen Bankkredit? Welche weiteren Kreditgeber stehen Ihnen mit Kapital zur Seite? Gibt es weitere Finanzquellen? Fördergelder beantragen Den Businessplan benötigen Sie nicht nur für Ihren eigenen Überblick und den Kreditantrag bei einer Bank. Auch für staatliche Förderungen - wie etwa den Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit - müssen Sie einen Businessplan vorlegen. Dieser muss von einer fachkundigen Stelle geprüft werden, und Sie erhalten von dort eine offizielle Stellungnahme. Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, berufsständische Kammern, Fachverbände und Kreditinstitute, unter Umständen auch Steuerberater oder Unternehmensberater, können diese Stellungnahmen ausstellen. n Fehler vermeiden beim Businessplan Der Businessplan soll Ihnen selber helfen, einen Überblick über Ihr Geschäftsvorhaben zu erhalten. Außerdem ist er notwendig, um bei Banken und Sparkassen Kredite zu bekommen. Vermeiden Sie die schlimmsten Fehler bei der Präsentation Ihres Businessplans: Eignen Sie sich fehlendes kaufmännisches Wissen in Schulungen an oder suchen sich einen Mitgründer, der sich mit Finanzen gut auskennt. Recherchieren Sie gründlich alle Angaben im Businessplan Branchenverbände halten meist aktuelle Daten über die Entwicklung der Sparte bereit. Machen Sie Umfragen bei potenziellen Kunden und beobachten Sie Ihre Mitbewerber genau. Je besser Sie Ihre Angaben im Businessplan belegen können, umso glaubhafter wirken Sie im Bankengespräch. Gehen Sie bei der Kalkulation von realistischen Zahlen aus. Sie dürfen die Berechnungen weder übertreiben, noch zu vorsichtig kalkulieren. Schätzungen zu Umsatz und Gewinn sollten nachvollziehbar sein. Rechnen Sie bei Ihren Ausgaben nicht nur geschäftliche Posten ein, sondern überlegen Sie, was Sie persönlich mit Ihrem Unternehmen verdienen möchten Miete, Haushalt, Versicherung, Auto, Altersvorsorge. Diese Posten müssen Sie finanzieren. Ihren Businessplan sollten auch Außenstehende verstehen. Geben Sie auf eine klare Struktur, verständlichen Ausdruck und saubere Gestaltung acht. Bedenken Sie bei Ihren Beschreibungen, dass auch jemand, der nicht in Ihrer Branche tätig ist, den Businessplan verstehen soll. Nutzen Sie bei der Schilderung Ihres Vorhabens keine Werbefloskeln. Üben Sie, Ihren Businessplan zu präsentieren. Tragen Sie Freunden oder Bekannten Ihr Konzept vor und fragen Sie nach, ob sie alle Details verstanden haben. Stellen Sie sich vor, dass Sie mit dem Businessplan Ihr erstes Produkt verkaufen. Mit der richtigen finanziellen Grundlage können Sie sich optimistisch an die Arbeit machen. Ob Ihr Businessplan alle erforderlichen Punkte abdeckt, können Sie mithilfe der großen Checkliste ''Gut vorbereitet?'' am Ende des Heftes, Seite 56, Punkt 4 prüfen. Planen Sie die Finanzierung Die zentralen Punkte der Finanzierung Eine gute Finanzierung ist das A und O einer jeden Existenzgründung. Nur wer genügend Kapital zur Verfügung hat, wird erfolgreich starten und sein Unternehmen auch langfristig fortführen können. Kapitalbedarf, Fördermittel, Rentabilitäts- und Liquiditätsplanungen - worauf müssen Sie beim Thema Finanzen alles achten? Bei Vorhaben mit größerem Kapitalbedarf kann es ratsam sein, einen seriösen und professionellen Finanzberater in Anspruch zu nehmen. Am besten steht dieser langfristig an Ihrer Seite. Der eine benötigt nur einen Computer und ein Telefon, um als Selbstständiger zu starten, andere müssen gleich am Anfang mehrere Tausend Euro in teure Maschinen oder Technologien investieren beziehungsweise Kosten für Renovierung und Einrichtung einplanen, bevor sie loslegen können. Wie viel Geld eine Unternehmensgründung benötigt, hängt ganz von der Branche und der individuellen Geschäftsidee ab. Nur wenn Sie wissen, wie viel Kapital Sie aufbringen müssen, können Sie Wege suchen, an das erforderliche Geld zu gelangen. Wenn Sie nicht genügend Eigenkapital aufbringen können, brauchen Sie Fremdkapital, also Hilfe von anderen. Diese Hilfe kann zum Beispiel ein Bankkredit sein. Zahlreiche öffentliche Förderprogramme stellen ebenfalls Geld für Gründungswillige zur Verfügung. Und auch die Bundesagentur für Arbeit bietet finanzielle Unterstützung an. Je komplizierter die Finanzierung wird, umso mehr empfiehlt es sich, einen seriösen und professionellen Finanz- oder Unternehmensberater bei der Planung hinzuzuziehen. Dieser Experte sollte Sie im Idealfall über eine längere Zeit begleiten. Denn mit der Anfangsfinanzierung ist es meist nicht getan. Auch in den Folgejahren werden Sie immer wieder neues Kapital benötigen, damit Ihr Unternehmen wachsen und gedeihen kann. Das Bankgespräch Wer bei seiner Bank um einen Kredit bitten will, muss sich gut auf das Gespräch vorbereiten Sie sollten Ihren ausgearbeiteten Businessplan im Kopf und in der Tasche haben, sämtliche Zahlen rund um Ihr Unternehmen auf Anhieb nennen können und Ihr Anliegen in einfachen Worten beschreiben. ''Ein Bankgespräch ist im Grunde wie ein Vorstellungsgespräch'', meint Steuerberater Dr. Martin Müller, der sich auf die Beratung von Existenzgründern spezialisiert hat. ''Beides wird häufig unterschätzt.'' Sein Ratschlag an zur Gründung Entschlossene, die sich bei ihrer Bank präsentieren wollen ''Gehen Sie ausgeschlafen und in angemessener Kleidung zu dem Gespräch und treten Sie überzeugend auf. Gewinnen Sie den Bankmitarbeiter für Ihr Projekt, indem Sie Know-how beweisen. Dann steht einer Finanzierung in der Regel nichts im Weg.'' Wichtig ist dabei Ihre Einstellung Sie sind kein Bittsteller, sondern ein potenzieller Geschäftspartner für die Banken. Wer selbstbewusst und mit einer realistischen Vorstellung seines Vorhabens auftritt, hat bessere Chancen auf Erfolg. Kapitalarten Bei den Kapitalarten unterscheidet man zwischen Eigenkapital und Fremdkapital. Eine Existenzgründung wird meist aus einer Mischung finanziert. Je mehr Eigenkapital ein Gründer aufbringen kann, umso besser, denn dann ist er weniger auf Kapital aus fremden Quellen angewiesen. ''Dabei sollte man jedoch nicht seine gesamten Ersparnisse direkt am Anfang ins Unternehmen stecken'', gibt Martin Müller zu bedenken. ''Denn dann bleiben keine Reserven, auf die Sie im Notfall zurückgreifen können.'' Überlegen Sie sich daher genau, wie viel Geld Sie zur Verfügung haben und wie viel finanzielle Unterstützung Sie von anderer Seite benötigen. Ein Vorteil von Eigenkapital Mit Ihrer Bereitschaft, eigenes Geld in Ihr Unternehmen zu investieren, signalisieren Sie den Banken, dass Sie es mit Ihrem Vorhaben ernst meinen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie empfiehlt einen Eigenkapitalanteil von mindestens 15 bis 20 Prozent. Wenn Ihr finanzieller Grundstock nicht reicht, gibt es viele Wege, um an Fremdkapital zu gelangen - die gängigsten verlaufen über Banken oder Förderprogramme für junge Gründer. Kapitalbedarfsplanung Um herauszufinden, wie viel Geld Sie für Ihre Selbstständigkeit benötigen, müssen Sie eine Kapitalbedarfsplanung erstellen, in der Sie alle Ausgaben der nächsten Jahre berücksichtigen sollten. ''Gehen Sie auf jeden Fall realistisch an die Planung heran'', betont Steuerberater Martin Müller. Nach seiner Erfahrung unterschätzen viele Gründerinnen und Gründer, wie viel Geld sie allein für persönliche Ausgaben benötigen. ''Hier kommt man je nach Lebensstil schnell auf 20.000 bis 30.000 Euro im Jahr'', schätzt er. Grundsätzlich sollten Sie kurz-, mittel- und langfristige Ausgaben in Ihre Berechnungen einbeziehen. Besonders zu Beginn Ihrer Selbstständigkeit werden Sie viele Kosten haben, um Ihr Unternehmen einzurichten und zum Laufen zu bringen. Aber auch später werden Sie Kapital benötigen, zum Beispiel um Investitionen zu tätigen, zu wachsen oder notwendige Reparaturen vorzunehmen. Nicht zu vergessen sind auch die Steuern - der Umsatz eines Unternehmens ist nicht gleichzeitig der Gewinn. ''Das verdrängen viele Gründer und sind überrascht, wenn das Finanzamt die ersten Forderungen stellt'', weiß der Steuerberater. Grundsätzlich empfiehlt es sich, für die Kapitalbedarfsplanung eine seriöse Fachfrau oder einen seriösen Fachmann zurate zu ziehen. So vermeiden Sie, dass Ihr Vorhaben unterfinanziert ist und Ihnen zu schnell die Luft ausgeht. Bevor Sie zur Bank gehen, sollten Sie alle Zahlen zu Ihrem geplanten Unternehmen im Kopf haben. Rentabilitätsplanung stellen Sie Ihre voraussichtlichen Ausgaben den geEs ist keine einfache Aufgabe, den Umsatz eines Un- planten Einnahmen gegenüber. Beachten Sie dabei ternehmens vorherzusagen. Für manche scheint es sowohl geschäftliche als auch persönliche Posten. fast eine Kaffeesatzleserei zu sein. Aber eine Renta- Zu den laufenden betrieblichen Kosten gehören zum bilitätsplanung ist notwendig, um herauszufinden, wie Beispiel die Miete für Ihr Büro oder Personalkosten für viel Sie verdienen wollen und müssen beziehungsweise potenzielle Mitarbeiter, aber auch Verbindlichkeiten ob Ihre Ziele realistisch sind. ''Orientieren Sie sich bei gegenüber Ihren Lieferanten. Bei Ihren privaten Ausgader Berechnung der Rentabilität an ben sollten Sie vor allem an Wohden üblichen Branchenwerten'', rät Martin Müller. Diese erhalten Sie träge und Lebenshaltungskosten werden voraussichtliche zum Beispiel bei den für Sie zuständenken, aber auch an Ausgaben ausgaben und einnahmen digen Berufskammern oder bei den für Urlaub, Freizeitaktivitäten oder verglichen - INKLUSIVE DER Banken. Anhand dieser Vergleichsgegebenenfalls Kinderbetreuung. persönlichen Posten. werte können Sie Ihren Umsatz für Eine genaue Liste der Einnahmen die nächsten Jahre zumindest grob und Ausgaben ist wichtig, betont planen und abschätzen. Allgemein gilt die Faustformel Steuerberater Martin Müller ''Liquidität ist der SauerBis ein Unternehmen richtig läuft und genügend Geld stoff für ein Unternehmen, daher sollten Sie Ihren abwirft, dauert es in der Regel zwei Jahre. Gehen Sie Liquiditätsbedarf nicht zu knapp berechnen.'' Auch also am Anfang Ihrer Selbstständigkeit von geringeren die Zahlungsmoral Ihrer Kunden müssen Sie bei Ihrer Umsätzen aus und nehmen Sie sich vor, diese im Laufe Aufstellung im Auge behalten Selbst wenn Sie eine der Jahre kontinuierlich zu steigern. Rechnung gestellt haben, kann es mitunter lange dauern, bevor das Geld auf Ihrem Konto eingeht. Um solche Zeiten zu überbrücken, sollten Sie stets genüLiquiditätsplanung Mit einer Liquiditätsplanung finden Sie heraus, wie viel gend Liquiditätsreserven einplanen und überlegen, Geld Ihnen und Ihrem Unternehmen in den nächsten welche Rücklagen Sie haben. Jahren zur Verfügung steht - also wie solvent oder zahlungsfähig Sie sind. Als Unternehmer ist es wich- Finanzierungsarten tig, liquid zu bleiben, sonst droht Ihnen schnell der Wenn das Ergebnis Ihrer Berechnungen zeigt, dass Sie Konkurs - beruflich wie privat. Für die Liquiditätsplanung Fremdkapital benötigen, stellt sich die Frage, woher Sie es bekommen. Kredit oder Darlehen von einer Bank sind nur zwei denkbare Wege, an Fremdkapital zu gelangen. Weitere Möglichkeiten sind Beteiligungen durch Venture-Capital-Gesellschaften oder andere zahlungskräftige Geschäftspartner. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Förderprogramme, die Bund, Länder und EU für Gründungswillige aufgelegt haben. Manche Angebote, wie etwa das ERP-Kapital für Gründung, das der Bund finanziert, werden übrigens bilanztechnisch wie Eigenkapital behandelt. Da es zahlreiche Fördertöpfe für Gründer gibt, ist hier ebenfalls eine Beratung sinnvoll. Bankgespräch Sie möchten Ihre Bank davon überzeugen, dass Sie Ihnen ein zu Ihrem Investitionsvorhaben passendes Darlehen gewährt? Nutzen Sie das Bankgespräch gut, um mit Ihrer Person und einem tragfähigen Geschäfts­modell, aber auch mit einer belastbaren Rentabilitäts- und Finanzplanung zu überzeugen. Tipp 1 Bereiten Sie sich perfekt vor. Um sich gut vorzubereiten, bitten Sie am besten einen Gründungsberater oder Finanzexperten um Hilfe. Für das Gespräch mit der Bank müssen Sie Ihr Vorhaben - vom Konzept über den Businessplan bis zur Liquiditätsplanung - im Detail kennen. Nur wer im Bankgespräch seine eigenen Pläne erklären kann, wirkt glaubwürdig. Tipp 2 Erkennen Sie, was Banken wollen. Viele Gründungswillige kennen sich nicht mit banktypischen Formulierungen aus. Das kann zu Problemen führen. Wie Sie die Gespräche trotzdem gut meistern? Beweisen Sie, dass Sie sich zu Ihrem Unternehmen Gedanken gemacht haben, treten Sie selbstbewusst und als Partner auf, der mit der Bank zusammenarbeiten will. Im Idealfall legen Sie eine detaillierte Planungsrechnung für die nächsten ein bis drei Jahre vor. Nennen Sie konkrete Zahlen, wenn es um die Höhe der Finanzierung, den Verschuldungsgrad oder Mitwirkungsrechte Dritter geht. Aber seien Sie sich auch bewusst Je exotischer Ihr Vorhaben, umso zurückhaltender sind die Banken. Beratung zum Thema Finanzierung finden Sie hier: Bei den örtlichen Industrie- und Handelskammern www.diht.de Bei der Finanzierungsberatung der KfW Bankengruppe www.kfw.de Inlandsförderung Förderberater Beim Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften www.bvk-ev.de Bei den Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. www.business-angels.de Tipp 3 Treten Sie souverän auf. Viele Gründerinnen und Gründer nehmen ihren Berater als Unterstützung mit ins Bankgespräch. Dies ist kein Problem, solange Sie selbst souverän Ihr Projekt erklären und das Wort nicht nur dem Berater überlassen. Noch ein Tipp: Sprechen Sie vorher mit Gründern, die in Ihrem Metier schon mit Erfolg gestartet sind. Meist geben diese gern nützliche Tipps und Hinweise. Wie hoch wird mein Umsatz sein? Orientieren Sie sich am besten an üblichen Branchenwerten. Je nach Geschäftsidee werden auch schnell größere Summen benötigt - zum Beispiel für Maschinen. Existenzgründung 2011 Öffentliche Förderprogramme Banken sind nicht die einzige Geldquelle, aus der Sie Kapital für Ihre Unternehmensgründung schöpfen können. Bund, Länder und EU bieten vielfältige Fördertöpfe für Gründungswillige. Angebote der KfW Bankengruppe Die erste Anlaufstelle für viele Gründer und Unternehmer in ganz Deutschland ist die KfW Bankengruppe, die zahlreiche Programme für Existenzgründer im Angebot hat. Ein Beispiel ist der KfW-Gründerkredit - StartGeld, von dem Sie profitieren, wenn Ihr Finanzierungsbedarf für Investitionen und Betriebsmittel 100.000 Euro nicht übersteigt und Ihr Unternehmen nicht länger als drei Jahre am Markt ist. Die Bank bietet das Startkapital zu einem günstigen Zinssatz und garantiert unter anderem eine Haftungsfreistellung von 80 Prozent - das heißt, die KfW Bank übernimmt den Großteil des Risikos, falls Sie das Geld nicht zurückzahlen können. Noch günstiger sind die Zinsen beim KfW-Unternehmerkredit. Damit können entweder Freiberufler oder Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Investitionen und Betriebsmittel im In- oder Ausland finanzieren, vorausgesetzt, Sie haben Ihre Geschäftstätigkeit vor mehr als drei Jahren aufgenommen und haben positive Zukunftsaussichten. Auch beim ERP-Kapital für Gründung profitieren Sie von besonders niedrigen Zinssätzen und sogar von einer Haftungsfreistellung von 100 Prozent. Sie müssen den Antrag bei Ihrer Hausbank unbedingt stellen, bevor Sie investieren, und Ihr Unternehmen darf auch hier nicht älter als drei Jahre sein. Benötigen Sie einen Kleinkredit über ein paar Tausend Euro? Oder ist direkt eine Großinvestition über mehrere Millionen Euro nötig? Wie auch immer Ihr Kapitalbedarf aussieht Unter den Förderprogrammen findet sich sicherlich auch eines, das zu Ihren Bedürfnissen passt. Ein bisschen Recherche ist meist nötig, vielleicht auch mithilfe einer Beraterin oder eines Beraters, dann werden Gründer oft an den unterschiedlichsten Stellen fündig. Öffentliche Förderprogramme haben den Vorteil, dass sie oft günstiger sind die als die Konditionen, die Hausbanken Gründungswilligen bieten. Günstiges Geld aus öffentlichen Mitteln gibt es für die unterschiedlichsten Gründungsvorhaben. Bundesweit, regional oder für bestimmte Branchen Angesichts der vielfältigen Förderungen für Gründungswillige lohnt es sich, die Angebote zu recherchieren. Regionale Förderungen Je nachdem, in welchem Bundesland Sie sich selbstständig machen, gibt es zahlreiche regionale Förderprogramme, die örtlich beschränkt sind. Einen Überblick liefert zum Beispiel die KfW Bankengruppe. Sie können sich aber auch bei Ihrer Kommune oder der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) informieren. Eine IHK in Ihrer Nähe finden Sie unter www.dihk.de. heraus selbstständig machen wollen, können das EXISTGründerstipendium in Anspruch nehmen, das mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) bestritten wird. Informieren Sie sich hierüber unter www.exist.de. Wenn Sie als Unternehmerin oder Unternehmer internationale Märkte erschließen wollen, können Sie Mittel zur Außenwirtschaftsförderung beantragen. Hier gibt es spezielle Programme für kleinere und mittelgroße Unternehmen zum Beispiel vom Bund, der unter www.foerderinfo.bund.de Näheres bekannt gibt. Für Frauen und Gründer mit Migrationshintergrund gibt es eine weitere spezielle Förderung der Mikrokreditfonds Deutschland vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und dem Bundesministerium für Wirtschaft. Details erfahren Sie im Internet unter www. mikrokreditfonds.gls.de. Diese Hilfe zur Gründungsfinanzierung von Kleinunternehmen kann auch von anderen Gruppen in Anspruch genommen werden. Unterstützung für bestimmte Gründungstypen Je nach Branche gibt es weitere Fördertöpfe von Bund, Ländern und der Europäischen Union, die Selbstständige in bestimmten Branchen unterstützen. Ein Beispiel dafür sind Gründungen im Technologiebereich. Mit finanziellen Hilfen können diese zum Beispiel ihre Teilnahme an Messen und Umweltprojekten finanzieren. Forscher, die sich aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen Finanzielle Hilfen für Beratung und Weiterbildung Hilfe bei der Finanzierung des Unternehmens ist das eine. Darüber hinaus können angehende Selbstständige weitere Möglichkeiten ausschöpfen. Existenzgründer erhalten Förderung vor allem für Weiterbildungen in kaufmännischen Fragen oder in der Unternehmensführung. Auch finanzielle Unterstützung für Coachings oder Fortbildungen speziell für Gründer sind möglich. Die KfW zum Beispiel deckt nicht nur Kapitalbedarf, sondern gibt auch Zuschüsse für ein Gründercoaching, in dem Sie betriebswirtschaftliche, finanzielle und organisatorische Fragen klären können. Aus Mitteln des ESF und des Bundes werden bis zu 90 Prozent des Beraterhonorars erstattet, sofern die Berater von der KfW anerkannt sind. Die Unterstützung lässt sich bis zu fünf Jahre nach Gründung beanspruchen und wird nur gewährt, wenn das Unternehmen bereits gegründet wurde. Vielfache Hilfen der Bundesagentur für Arbeit Gründungszuschuss Wer arbeitslos gemeldet ist und sich selbstständig machen will, kann bei der Bundesagentur für Arbeit einen Gründungszuschuss beantragen - vorausgesetzt, Sie beenden durch die Aufnahme einer selbstständigen, hauptberuflichen Tätigkeit Ihre Arbeitslosigkeit. Allerdings plant die Bundesregierung derzeit (Stand: 1. April 2011) Änderungen bei den Förderinstrumenten für Arbeitslose. Sie können einen Gründungszuschuss erhalten, wenn Sie bis zur Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit einen Anspruch auf Entgeltersatzleistungen nach SGB III haben oder in einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme nach SGB III beschäftigt waren. Nehmen Sie eine selbstständige Tätigkeit auf, müssen Sie noch über einen Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 90 Tagen verfügen, dessen Dauer nicht allein auf § 127 Absatz 3 SGB III beruht. Für den Antrag bei der Bundesagentur für Arbeit benötigen Sie auf jeden Fall einen fundierten Businessplan (siehe auch ''Erstellen Sie Ihren Businessplan'' ab S. 26), den eine fachkundige Stelle begutachtet und die bestätigt, dass Ihre Existenzgründung tragfähig ist. Dieses Gutachten können Sie je nach Branche insbesondere von den Industrie- und Handelskammern, unter anderem auch von den Handwerkskammern, den berufsständischen Kammern, den Fachverbänden oder Kreditinstituten bekommen. Darüber hinaus müssen Sie den Mitarbeitern der Bundesagentur glaubhaft darlegen, dass Sie in der Lage sind, eine selbstständige Tätigkeit auszuführen und dass Sie die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten dafür mitbringen. Bestehen Zweifel an Ihrer unternehmerischen Eignung, kann die Bundesagentur für Arbeit verlangen, dass Sie an einem Vorbereitungskurs für Existenzgründer teilnehmen - der ohnehin allen Gründungswilligen zu empfehlen ist. Wird Ihr Antrag auf einen Gründungszuschuss bewilligt, erhalten Sie zunächst neun Monate lang einen Auch die Bundesagentur für Arbeit gibt Anschubhilfe für Existenzgründer - in Form von finanzieller Unterstützung, Beratung und vielfältigen Informationen. Informieren Sie sich bei der Bundesagentur für Arbeit - ob telefonisch, im Internet oder persönlich. Beratung Finanzielle Hilfen sind zwar gut und wichtig, aber viele Existenzgründerinnen und Existenzgründer haben zunächst einmal Bedarf an Informationen. Hier hilft die Bundesagentur für Arbeit. Auch wenn Sie keinen Anspruch auf den Gründungszuschuss haben, können Sie einen Termin mit den Beratern in den Arbeitsagenturen vereinbaren. Sie kennen sich mit vielen Themen rund um die Selbstständigkeit aus, denn sie haben einen guten Überblick über die Veränderungen von Berufsbildern und die Entwicklung von Branchen bzw. Betrieben. Wenn Sie noch mehr erfahren wollen, kann Ihnen die Bundesagentur für Arbeit auch den Kontakt zu Betrieben, Kammern oder Verbänden vermitteln. Außerdem erfahren Sie, wo sich in Ihrer Nähe ein Existenzgründungszentrum befindet. Möchten Sie sich über Personalbeschaffung informieren, steht Ihnen der Arbeitgeberservice Ihrer Agentur für Arbeit zur Verfügung. Am besten ist es, mit dem Berater einen festen Termin abzustimmen, damit er sich genügend Zeit für Sie und Ihre Fragen nehmen kann. Broschüren und Merkblätter Wer die Informationen zur Existenzgründung schwarz auf weiß vor sich haben möchte, um sie in Ruhe zu Hause zu lesen, erhält bei der Bundesagentur für Arbeit zahlreiche Broschüren und Merkblätter rund um das Thema Selbstständigkeit. Die Materialien finden Sie in den Räumlichkeiten der Arbeitsagenturen oder im Internet unter www.arbeitsagentur.de Bürgerinnen und Bürger Arbeit und Beruf Existenzgründung. Linktipp Informationen zum Thema ''Finanzierung'' sowie zu allen Punkten der Existenzgründung finden Sie zusätzlich im Internet unter www.arbeitsagentur.de Veröffentlichungen durchstarten Existenzgründung. Checkliste Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes, um Ihren Lebensunterhalt zu sichern, plus weitere 300 Euro für Ihre soziale Absicherung. Nach einem weiteren Antrag können Sie während einer zweiten Phase noch einmal sechs Monate lang 300 Euro zur sozialen Absicherung bekommen. Dazu müssen Sie gegenüber der Bundesagentur belegen, dass Sie eine intensive Geschäftstätigkeit betreiben und hauptberuflich unternehmerisch tätig sind. Eine erneute Förderung ist nur möglich, wenn seit dem Ende einer Förderung der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit mehr als 24 Monate vergangen sind. Gefördert werden im Übrigen nur Gründerinnen und Gründer, die das Rentenalter noch nicht erreicht haben. Wenn Sie sich wieder arbeitslos melden wollen, weil es mit Ihrer Gründung doch nicht geklappt hat, bedenken Sie Die Dauer des Anspruchs auf Arbeitslosengeld mindert sich in den ersten neun Monaten der Förderung um die Anzahl von Tagen, für die ein Gründungszuschuss gezahlt wurde. Das heißt zum Beispiel: Sie haben zu dem Zeitpunkt, an dem Sie den Gründungszuschuss starten, noch zwölf Monate Anspruch auf Arbeitslosengeld. Nach neun Monaten stellen Sie fest, dass Ihre Geschäftsidee sich nicht trägt. Wenn Sie sich nun wieder arbeitslos melden, erhalten Sie nur noch drei Monate lang Arbeitslosengeld. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann eine Zusatzversicherung abschließen Seit dem 1. Januar 2011 haben Selbstständige die Möglichkeit, die Arbeitslosenversicherung gegen eine entsprechende Beitragszahlung auf Antrag fortzusetzen. Finanzplan Bei der Finanzplanung geht es um alles Hier kommen Ihr Businessplan, Ihre Vermögensaufstellung, Ihre Liquidität, Ihr Kapitalbedarf und infrage kommende Fördertöpfe, auf die Sie zugreifen können, auf den Prüfstand. Legen Sie alles schriftlich dar. Nutzen Sie zusätzlich Checklisten von Kammern und dem BMWi. Klären Sie zuerst wichtige Kernpunkte mit einem Fachberater: Wie vermögend sind Sie? Wie weit bringt Sie Ihr finanzielles Polster, auf welche Mittel (Darlehen aus dem Familienkreis o.Ä.) können Sie zugreifen, ehe Sie an offizielle Stellen herantreten müssten? Listen Sie alles genau auf. Wie hoch ist Ihr finanzieller Bedarf? Planen Sie bei sämtlichen Kostenschätzungen, die Sie einbeziehen, auch Reserven ein. Kalkulieren Sie immer mit Unvorhergesehenem. Wann genau benötigen Sie das Geld? Welche Laufzeit sollte ein Kredit haben? Welche Finanzierungsform bietet sich für Ihr Vorhaben an? Jetzt kommt es auf Feinheiten an. Sprechen Sie auch hierzu mit Ihrem Berater. Beachten Sie insbesondere folgende Punkte: Haben Sie Ihre Liquidität nicht nur auf Jahres- und Monatsbasis, sondern auch auf Wochenbasis geplant? Gibt es gravierende Abweichungen zwischen dem durchschnittlichen Finanzbedarf und einem saisonalen Spitzenbedarf? Haben Sie berücksichtigt, dass Sie bisweilen lange Zahlungszeiträume einzelner Kunden überbrücken müssen? Haben Sie alle Prämissen, die Ihrer Planung zugrunde liegen, von einem neutralen Dritten auf ihre Plausibilität hin prüfen lassen? Wie verändert sich Ihre Finanzplanung, wenn sich wesentliche Einflussgrößen, etwa der Umsatz oder der Zinssatz für das Fremdkapital, wandeln? Überdenken Sie diese Szenarien. Haben Sie vorsorglich ausreichende Rücklagen für spätere Steuerzahlungen eingeplant? Ob Sie bei der Finanzplanung alles bedacht haben, können Sie mithilfe der großen Checkliste ''Gut vorbereitet?'' am Ende des Heftes, Seite 56, Punkt 4 prüfen. Vor dem Start Klären Sie die wichtigsten Punkte Bevor ein Unternehmen an den Start geht, müssen viele Fragen beantwortet werden. Haben Sie auch nichts vergessen? Gründen Sie zusammen mit einem oder mehreren Partnern, ist es wichtig, alle Fragen zur Rechtsform möglichst genau schriftlich festzuhalten. Wenn die Finanzierung steht und Ihre Geschäftsidee ausgereift ist, können Sie sich in die Details Ihrer Gründung vertiefen. Auch diese sind wichtig, damit Ihr Vorhaben von Erfolg gekrönt ist. Die Rechtsform Ob Sie eine AG, eine GbR, eine GmbH oder ein Einzelunternehmen gründen, hat weitreichende Folgen. Juristisch, finanziell, steuerlich und persönlich werden die verschiedenen Rechtsformen nämlich unterschiedlich behandelt. Daher sollten Sie sich gut beraten lassen, welche Rechtsform für Ihr Unternehmen die beste ist. Wenn Sie mit Partnern gründen, sollten Sie alle Details zur Rechtsform schriftlich festhalten für den Fall, dass es zu Streitigkeiten kommt. Einzelunternehmen Die einfachste Gründungsform ist das Einzelunternehmen Formelle Voraussetzungen existieren nicht. Kaufleute, Betreiber von Kleingewerbe oder Freiberufler werden zunächst einmal automatisch als Einzelunternehmen eingestuft. Dazu brauchen Gründungswillige nicht einmal Eigenkapital einzubringen. Allerdings kann die Rechtsform Einzelunternehmen zu Problemen führen Für betriebliche Schulden haftet der Unternehmer mit seinem gesamten Privatvermögen. Personengesellschaften Wenn Sie mit einer oder weiteren Personen gemeinsam gründen wollen, entsteht eine Personen- oder eine Kapitalgesellschaft. Zu den Personengesellschaften gehören die Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR), die Kommanditgesellschaft (KG), die Offene Handelsgesellschaft (OHG), die Partnerschaftsgesellschaft (PartG) und die GmbH und Co. KG. Bei der KG haftet für Verbindlichkeiten der Gesellschaft mindestens ein Gesellschafter, der sogenannte Komplementär, unbeschränkt mit seinem Privatvermögen. Weitere Gesellschafter, die Kommanditisten, ­haften Die verschiedenen Rechtsformen unterscheiden sich vor allem darin, in welchem Maße Sie als Unternehmer oder Unternehmerin im Ernstfall haften. nur beschränkt in Höhe ihrer Einlagen. Bei einer GmbH und Co. KG haftet der Komplementär nur in Höhe des GmbH-Kapitals. In einer GbR hingegen kann das gesamte Betriebs- und Privatvermögen der Partner in Haftung genommen werden. Gesellschafter haften nur bis zur Höhe ihrer jeweiligen Einlage, die jedoch eine Mindestsumme nicht unterschreiten darf. Auf eine Kapitalgesellschaft kommen strengere Informationspflichten zu. Freier Beruf oder Gewerbe Ob Sie als Gewerbetreibender oder als Freiberuf Kapitalgesellschaften Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), ler eingestuft werden, können Sie nicht selbst entdie Aktiengesellschaft (AG), die Genossenschaft, scheiden. Da die Einstufung vor allem steuerliche die Europäische Aktiengesellschaft Auswirkungen mit sich bringt, trifft (SE) und die haftungsbeschränkteletztlich das Finanzamt die EntscheiWenn Ihre Tätigkeit Unternehmergesellschaft, kurz: dung. Bisweilen kommt es vor, dass unter die freien berufe sich Gründerinnen und Gründer falsch UG, sind Kapitalgesellschaften. fällt, müssen sie kein zugeordnet fühlen oder Finanzämter Letztere wird auch Mini-GmbH Gewerbe anmelden und genannt, weil man nur einen Euro folglich keine Gewerbe- neue Berufsbezeichnungen noch nicht Stammkapital benötigt. Sie ist kennen. steuer zahlen. Warum wollen viele Gründungswilvor allem für Dienstleister und kleinere Unternehmen sinnvoll, die wenig Kapital lige lieber zu den Freiberuflern als zu den Gewerbebrauchen. Bei der Haftung stehen Kapitalgesell- treibenden zählen? Weil Freiberufler eine ganze Reihe schaften besser da als Personengesellschaften Die von Vorteilen genießen. Das Einkommenssteuergesetz zählt unter anderem folgende Berufe zu den Katalogberufen: - Heilberufe Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Dentisten, Physiotherapeuten - Rechts-, steuer- und wirtschaftsberatende Berufe Rechtsanwälte, Patentanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer und Bücherrevisoren - Naturwissenschaftliche/technische Berufe Vermessungsingenieure, Ingenieure, Handelschemiker, Architekten, Lotsen - Sprach- und informationsvermittelnde Berufe Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer Wenn Sie als Rechtsform eine Kapitalgesellschaft gewählt haben, werden Sie auf jeden Fall den Gewerbetreibenden zugerechnet, auch wenn Ihre Tätigkeit eigentlich zu den Freien Berufen zählt. Das gilt auch für Freiberufler, die eine Personengesellschaft gründen. Einzig eine Partnerschaftsgesellschaft kann weiterhin den Freien Berufen zugeordnet werden. Steuern Dass sie irgendwann - in der Regel spätestens nach zwei Jahren - vom Finanzamt zur Kasse gebeten werden, vergessen viele Existenzgründerinnen und Existenzgründer gern. Damit Sie von Steuerforderungen nicht überrascht werden, empfiehlt es sich, dass Sie von Beginn an einen gewissen Prozentsatz Ihres Einkommens für den Fiskus zurücklegen. Die wichtigsten Steuern im Überblick kein Gewerbe anzumelden und demnach keine Gewerbesteuer zu zahlen. Auch bei der Umsatzsteuer werden sie bevorzugt Sie können die Ist-Besteuerung wählen. Das heißt, sie bezahlen dem Finanzamt die Umsatzsteuer erst, wenn der Kunde die Rechnung bezahlt hat, und nicht - wie Gewerbetreibende - bereits bei Rechnungsstellung. Für die Buchhaltung müssen Freiberufler nur eine einfache Einnahme-Überschuss-Rechnung erstellen, Gewerbetreibende müssen hingegen eine Bilanz vorlegen. Um steuerliche Nachteile in der Gründungsphase zu vermeiden, können Sie die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nehmen. Bei der Einteilung der Selbstständigen in Freie Berufe oder Gewerbe hilft die Liste der sogenannten Katalog Existenzgründung Einkommenssteuer Einkommenssteuer muss jedes Unternehmen, gleich welcher Rechtsform, zahlen. Um die Einkommenssteuer kommen allenfalls Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personen­gesellschaften herum, die in einem Geschäftsjahr einen Verlust gemacht haben und keine sonstigen Einkünfte hatten. Die Höhe der Einkommenssteuer ergibt sich aus dem zu versteuernden Einkommen, für dessen Berechnung die betrieblichen Ausgaben vom Gewinn abgezogen werden. Unternehmerinnen und Unternehmer müssen ihre Steuererklärung bis Ende Mai des folgenden Geschäftsjahres bei ihrem Finanzamt einreichen. Wer einen Steuerberater zu Hilfe zieht, kann sich bis Ende Dezember mit der Abgabe der Steuererklärung Zeit lassen. Ob Sie Ihre Erklärung lieber früher oder später einreichen, sollten Sie davon abhängig machen, ob Sie eine Erstattung oder eine Nachzahlung erwarten. Wer Steuern zurückbekommt, sollte sich beeilen - umso früher erhält er sein Geld zurück. Gewerbesteuer Die Gewerbesteuer betrifft nur Gewerbetreibende. Sie bemisst sich zum einen aus der Höhe des Einkommens, zum anderen hängt sie vom Standort Ihres Unternehmens ab. Städte und Kommunen legen nämlich ganz unterschiedlich hohe Gewerbesteuersätze fest. Daher kann es sich lohnen, sein Unternehmen im Nachbarort zu gründen, wenn die Gewerbesteuern dort signifikant niedriger liegen. Umsatzsteuer und Lohnsteuer Sofern Sie kein Kleinunternehmer sind oder einer bestimmten Berufsgruppe angehören, müssen Sie dem Finanzamt Umsatzsteuer zahlen - je nach Einkommenshöhe monatlich oder vierteljährlich. Die Berechnung für den Fiskus ist einfach Sie stellen Ihren Kunden die Umsatzsteuer in Rechnung. Von dieser Umsatzsteuer wird die Vorsteuer abgezogen - also die Umsatzsteuer aus Rechnungen, die Sie selbst bezahlt haben. Die Differenz aus Umsatzsteuer und Vorsteuer müssen Sie ans Finanzamt überweisen. Haben Sie mehr Vorsteuer bezahlt als Umsatzsteuer eingenommen, erhalten Sie die Differenz vom Finanzamt erstattet. Vor allem am Beginn Ihrer Selbstständigkeit werden Sie wahrscheinlich mehr Ausgaben als Einnahmen haben, sodass Sie Geld zurückbekommen. Wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen, müssen Sie zudem Lohnsteuer abführen. Ein gewisser Prozentsatz des Lohnes oder des Gehaltes geht an das Finanzamt. Wichtig Seit 2005 müssen Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Steuererklärungen elektronisch abgeben. Die Software können Sie im Internet unter www.elster.de herunterladen. Steuerfragen klären Sie am besten gleich, um später keine unangenehme Überraschung zu erleben. kein Pflichtmitglied in solch einer Genossenschaft sind, können Sie sich selbst dort auch freiwillig unfallversichern. Weitere Versicherungen Es gibt auf dem Markt viele weitere Versicherungen, die je nach Unternehmen sinnvoll sind. So können Gründungswillige, die teure Maschinen anschaffen, zum Beispiel über eine Maschinen- oder eine Ausfallversicherung nachdenken. Sachversicherungen, die bei Bränden, Einbruch oder Leitungswasserschäden einspringen, schützen Sie gegen den Verlust Ihrer Vermögenswerte. Und wer mit giftigen Stoffen hantiert, ist mit einer Umwelthaftpflichtversicherung gut beraten. Grundsätzlich gilt bei allen Versicherungen die Frage Welche Schäden könnte ich zur Not aus eigener Tasche zahlen und welche würden mich finanziell in den Ruin treiben? Für Letztere empfiehlt es sich, eine Versicherung abzuschließen. Private Versicherungen Das wichtigste Kapital Ihres Unternehmens sind Sie selbst. Daher sollten Sie nicht nur mögliche Schäden an Ihrem Unternehmen absichern, sondern auch Ihre eigene Arbeitskraft. Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung Wenn Sie jemandem einen finanziellen Schaden zufügen, tritt nicht die Betriebshaftpflichtversicherung ein, sondern Sie benötigen eine VermögensschadenHaftpflichtversicherung. Für einige Berufsgruppen ist diese Versicherung sogar Pflicht. Führt zum Beispiel der Ratschlag eines Steuer- oder eines Finanzberaters bei seinem Kunden unbeabsichtigt zu einem Verlust, tritt die Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung ein. Unversicherte haften für den Schaden unter Umständen mit ihrem gesamten Unternehmensvermögen, womöglich gar mit ihrem Privatvermögen. Krankenversicherung Eine Krankenversicherung ist für alle Pflicht. Wenn Sie vor Ihrer Selbstständigkeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt und gesetzlich krankenversichert waren, haben Sie nun als Selbstständiger die Wahl, ob Sie sich gesetzlich oder privat versichern wollen. Waren Sie vorher privat versichert, bleiben Sie in der privaten Krankenversicherung (PKV). Sind Ihnen die Beiträge zu hoch, können Sie den Basistarif wählen, der genauso viel kostet wie eine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die gleichen Leistungen wie die GKV bietet. Die Vorteile der GKV Alle nicht erwerbstätigen Familienmitglieder sind mitversichert. Für die PKV spricht, dass die vereinbarten Leistungen - im Gegensatz zur GKV - nicht reduziert werden können. Unfallversicherung Eine Unfallversicherung ist für Ihr Unternehmen Pflicht, sobald Sie Mitarbeiter beschäftigen. Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen sind die Berufsgenossenschaften, bei denen Sie Mitglied werden müssen, sobald Sie Mitarbeiter haben. Wenn Sie Krankentagegeldversicherung Da Unternehmer im Krankheitsfall kein Einkommen haben, lohnt sich unter Umständen der Abschluss einer Krankentagegeldversicherung. Die Beiträge richten sich danach, ab welchem Tag Sie Leistungen in Anspruch nehmen wollen Je früher Sie Krankentagegeld Eine Krankenversicherung ist auch für Selbstständige Pflicht - ob gesetzlich oder privat. Betriebliche Versicherungen Gegen die Gefahr, mit seiner Unternehmung zu scheitern, kann sich natürlich niemand versichern. Aber Gründungswillige sollten sich rechtzeitig darüber informieren, welche Risiken sie absichern sollten, damit ihr Unternehmen bei möglichen Schäden nicht finanziell gefährdet ist. Betriebshaftpflichtversicherung Für bestimmte Berufsgruppen wie Ärzte oder Rechtsanwälte ist sie Pflicht, andere Unternehmer sollten sie auf jeden Fall abschließen Eine Betriebshaftpflichtversicherung tritt ein, wenn Sie als Selbstständiger anderen Schäden zufügen. Die Privathaftpflichtversicherung zahlt in diesem Fall nicht. Passieren kann viel Zum Beispiel kann ein Kunde in Ihren Geschäftsräumen so unglücklich stolpern, dass er eine Behinderung davonträgt. Für die Krankheitskosten und eine lebenslange Rente des Geschädigten müssten Sie ohne eine Betriebshaftpflichtversicherung selber aufkommen. Selbstständige sollten nicht nur ihr Unternehmen, sondern auch sich selbst versichern. beziehen möchten, desto höher ist Ihr Versicherungsbeitrag. Wer sich ein kleines finanzielles Polster für Ausfälle aufgebaut hat, kann auf die günstigere Variante zurückgreifen und beispielsweise erst ab der vierten Kalenderwoche Krankentagegeld beziehen. Berufsunfähigkeitsversicherung Sei es ein Unfall oder eine schwere Krankheit Manchmal wird man schneller berufsunfähig als erwartet. Um sich gegen finanzielle Katastrophen abzusichern, die mit der Berufsunfähigkeit einhergehen, empfiehlt sich unbedingt der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie springt ein, wenn Sie Ihrer Arbeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nachgehen können. Gesetzlich sind Sie in einem solchen Fall nicht geschützt Alle, die nach 1960 geboren sind, erhalten gar keine Leistungen vom Staat, Ältere können unter Umständen auf einen anderen Beruf verwiesen werden. Altersvorsorge Unternehmerinnen und Unternehmer sollten auch an die eigene Zukunft denken und fürs Alter vorsorgen. Einige Berufsgruppen zahlen weiterhin in die gesetzliche Rentenversicherung ein, für andere ist die Mitgliedschaft freiwillig. Für beide Gruppen gilt Um eine zusätzliche private Altersvorsorge werden Sie nicht herumkommen. Eine Möglichkeit zum Sparen sind Lebens- oder Rentenversicherungen. Rentenversicherungspflichtige Unternehmer sollten die Möglichkeiten der Riester-Rente nutzen, für die der Staat Zuschüsse gibt. Um Steuern zu sparen, bietet sich für Selbstständige zudem die RürupRente an. Steuerbegünstigt ist auch eine Betriebsrente, die zum Beispiel Geschäftsführer eines Unternehmens in Anspruch nehmen können. Darüber hinaus gibt es Renten-, Aktien- oder Immobilienfonds sowie viele weitere Möglichkeiten, Vermögen aufzubauen. Es ist auf jeden Fall ratsam, sich in Sachen Altersvorsorge einen seriösen Finanzberater zu suchen, der Ihre persönliche Situation gut beurteilen und Ihnen fundierte Ratschläge geben kann. Marketing bedeutet auch, das Produkt und seine Präsentation auf die Kunden auszurichten. Um rechtliche Grundkenntnisse wie Vertragsrecht Recht und Verträge Sie müssen kein Jura studiert haben, wenn Sie ein kommen Selbstständige nicht herum. Unternehmen gründen wollen. Aber Grundkenntnisse rund um Recht und Verträge sollten Sie sich aneignen, um bei Verhandlungen nicht den Kürzeren zu ziehen. Anspruch nehmen. Daher sollten Sie sich rechtzeitig Wichtig sind vor allem die Verträge, die Sie zum Bei- Gedanken über Ihr Marketing machen. Um sich bekannspiel mit Ihren Kunden, Lieferanten, Vermietern und ter zu machen, können Sie zum Beispiel Pressearbeit Geschäftspartnern abschließen. Es empfiehlt sich, von betreiben Knüpfen Sie Kontakte zu den Medien, die von einem Rechtsanwalt Allgemeine Geschäftsbedingungen Ihren Kunden gelesen werden. Wer eine gute Geschich(AGBs) entwerfen zu lassen, die genau te zu seiner Gründung oder seinen zu Ihrem Unternehmen passen. Produkten zu erzählen hat, erhöht Kontinuierliches MarSobald Sie Mitarbeiter einstellen die Chancen, dass die Zeitung über keting bringt mehr als wollen, sollten Sie sich auch mit Arihn berichtet. Der Anlass kann ein einmalige Aktionen. EIn beitsrechtsfragen auskennen. Dar- professioneller Firmen- besonderes Produkt, eine originelle Vermarktungsstrategie oder ein Tag über hinaus sind Patent-, Urheberauftritt ist dabei die der offenen Tür sein. und Markenrechte von Bedeutung. Grundlage. Auch Anzeigen in Medien oder Wer gegen sie verstößt, kann sich viel Ärger einhandeln. Das beginnt schon bei der auf Plakaten können sinnvoll sein. Hier sollten Sie Wahl des Unternehmensnamens Achten Sie darauf, überlegen, wie Sie Ihre Zielgruppe am besten erreidass niemand anders Rechte auf den Namen ange- chen. Einmalige Aktionen bringen wenig - wer sich ein gutes Image aufbauen will, muss langfristig am meldet hat. Da juristische Fragen oft kompliziert sind, emp- Ball bleiben und kontinuierlich in Marketingmaßnahfiehlt es sich, einen Rechtsanwalt zu suchen, der men investieren. Gründerinnen und Gründer berät. Erste Anlaufstelle Zum Marketing gehört auch der Unternehmensaufkönnen auch die Berufskammern sein, die häufig Ju- tritt, den Sie professionell gestalten sollten Visitenkarten, eine Internetseite, Briefpapier, Firmenschild risten beschäftigen. und Geschäftsunterlagen sollten einheitlich gestaltet sein. Am besten lassen Sie sich Ihr Design von einem Marketing und Firmenauftritt Nur wenn Kunden von Ihrem Angebot erfahren, wer- Grafiker entwerfen, der sich mit der Wirkung von Farden Sie auch bei Ihnen kaufen oder Ihre Leistungen in ben und Schriften auskennt. ? Was ist Marketing überhaupt? Im Begriff Marketing steckt das Wort ''Markt''. Er bezeichnet jedes unternehmerische Handeln, das sich konsequent am Markt orientiert. ''Der Markt'' ist vor allem der Kunde - auf ihn müssen sich Unternehmerinnen und Unternehmer einstellen. Nicht Produkte oder Dienstleistungen stehen im Mittelpunkt, sondern Ihr ganzes Handeln muss sich auf den Kunden ausrichten. Erfolgreiche Unternehmen wissen, was sich ihre Kunden wünschen. Um Wettbewerbsvorteile aufzubauen gehört zum Marketing ebenfalls, Veränderungen am Markt und damit sich wandelnde Bedürfnisse zu erkennen. Marketing wird oft mit Werbung gleichgesetzt. Das stimmt allerdings nicht ganz. Werbung ist nur eins von vielen Marketinginstrumenten, die man als Existenzgründer und junge Unternehmerin anwenden kann, um ein Unternehmen erfolgreich zu machen. Auch etablierte Konzerne betreiben regelmäßig Marketing. Weitere Ideen für günstige Marketing­strategien: ''Angebot des Monats'' oder einen Gutscheincoupon auf Briefpapier und Faxvorlagen drucken Rückseite des Briefpapiers für Werbung nutzen Auf Visitenkartenrückseite Informationen drucken, die sich selten ändern: Produkt­sortiment, Dienstleistungsangebot, Öffnungszeiten oder Telefonnummer Tragetaschen und andere kleine Werbegeschenke mit Logo und Firmendaten bedrucken Anzeigen auf Bussen und Bahnen buchen Firmenschriftzug und Kontaktdaten aufs eigene Auto kleben Eintrag in den Gelben Seiten vornehmen Plakate ins Schaufenster des eigenen Betriebs hängen Wurfzettel in der Nachbarschaft verteilen Werbeflächen austauschen Der Bäcker wirbt für Ihr Unternehmen, Sie werben für den Bäcker. Tauschgeschäfte vereinbaren statt Geld zu zahlen Die freiberufliche Tagesmutter betreut Ihre Kinder, dafür bekommt sie kostenlos etwas aus Ihrem Sortiment. Das ABC für Existenzgründer Von A wie Anlagevermögen bis U wie Umsatzsteuer - die Begriffe des unternehmerischen Alltags gehören zum unentbehrlichen Know-how für Ihre eigene Selbstständigkeit. Anlagevermögen Je nach Geschäftstätigkeit ist es eventuell erforderlich, dass Sie einige größere Anschaffungen vornehmen - etwa einen leistungsfähigen Computer oder einen Kleintransporter. Solche Geräte zählen - neben Gebäuden und Grundstücken - zum Anlagevermögen. Es handelt sich hierbei um Vermögenswerte, die dauerhaft in Ihrem Unternehmen verbleiben und deshalb buchhalterisch anders behandelt werden als Umlaufvermögen. Businessplan Der Businessplan sollte Ihnen Sicherheit geben, wenn es mit der Gründung ernst wird. Er enthält eine strukturierte und detaillierte Beschreibung Ihrer Geschäftsidee. Neben den Unternehmensdaten beinhaltet er unter anderem eine Markt- und Konkurrenzanalyse, Angaben über die künftige Marketingstrategie, die Beschreibung der persönlichen Qualifikationen der Gründerin oder des Gründers sowie einen Kapitalbedarfs- und Finanzierungsplan. Der Businessplan bildet die Kommunikationsgrundlage, wenn Sie beispielsweise mit Ihrer Hausbank oder Förderinstitutionen um notwendige Kredite verhandeln. Controlling Auch wenn es im ersten Moment so ähnlich wie kontrollieren klingt Controlling ist das englische Wort für Steuerung. Um Ihr Unternehmen steuern zu können, benötigen Sie eine genaue Übersicht über sämtliche anfallenden Kosten, Umsätze sowie weitere Kennzahlen und wie diese den jeweiligen Produktgruppen oder verschiedenen von Ihnen erbrachten Leistungen zuzuordnen sind. Durch die diversen Controlling-Instrumente und dem damit verbundenen Zahlenwerk erhalten Sie unter Zu den Investitionskosten werden auch Schulungen gerechnet. anderem Aufschluss darüber, welcher Teil Ihres Angebotes am rentabelsten ist und können Ihr Unternehmen so ausrichten, dass es sich am Markt behauptet. Corporate Identity Bei dem Aufbau Ihres Unternehmens sollten Sie immer auf ein bewusstes Zusammenspiel aller Aktivitäten achten. Dazu gehört in erster Linie ein stimmiges äußeres Erscheinungsbild Wer beispielsweise exklusive Armbanduhren verkauft, hinterlässt einen vertrauenerweckenden Eindruck, wenn er in feinstem Zwirn neben der Vitrine steht. Auch die Werte, Positio­nierung und Unternehmenskommunikation spielen eine wichtige Rolle. Mit Corporate Identity wird ein öffentliches Erscheinungsbild angestrebt, das sich aus mehreren Faktoren wie Design, Unternehmenskultur und Kommunikation zusammensetzt. Dadurch wird ein bestimmtes Image aufgebaut, das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit Ihres Unternehmens weckt. Effektivzins Wenn Sie nicht in der glücklichen Lage sind, die komplette Gründung mithilfe eigener Mittel stemmen zu können, werden Sie auf die Unterstützung durch geeignete Finanziers angewiesen sein. Um die notwendige Kapitalaufnahme über Banken möglichst kostengünstig zu gestalten, sollten Sie mit verschiedenen Instituten Kontakt aufnehmen. Der Vergleich der unterschiedlichen Angebote ist nicht immer einfach, da oft Nominalzins, Gebühren und weitere Spesen stark variieren. Verlangen Sie von Ihren Verhandlungspartnern in jedem Fall die Angabe des Effektivzinses Da die genannten Zusatzkosten ergänzend zum Nominalzins in die Berechnung einbezogen werden, eignet sich der Effektivzins besser, um die verschiedenen Kreditangebote zu vergleichen. Mit einem freundlichen Erscheinungsbild schaffen Sie Vertrauen in Ihr Unternehmen. Eigenkapital Für die finanzielle Basis Ihres Unternehmens ist es durchaus förderlich, wenn der Aufbau mit einem möglichst hohen Anteil aus Eigenmitteln realisiert wird. Wenn Sie aus Ihrem Privatvermögen diverse Gegenstände einbringen, etwa den eigenen Schreibtisch, Computer sowie Bargeld oder Sparvermögen, handelt es sich um Eigenkapital. Dazu zählen auch Eigenleistungen wie etwa die Renovierungskosten für den eigenen Büroraum. Die Höhe des Eigenkapitals hat teilweise sehr konkrete Relevanz So weist das Bundeswirtschaftsministerium darauf hin, dass ''für die Beantragung öffentlicher Fördermittel in der Regel Eigenkapital in Höhe von 15 Prozent des Kapitalbedarfs nachgewiesen werden muss''. Gewerbeanmeldung Unabhängig davon, ob Sie demnächst haupt- oder nebenberuflich eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen möchten - wenn Sie planen, mit dem Unternehmen auf Dauer Gewinn zu erzielen, müssen Sie es beim zuständigen Gewerbeamt anmelden. Hierzu sind ein Personalausweis oder Pass sowie erforderliche Genehmigungen, wie etwa Konzessionen, vorzulegen. Auch wenn Sie einen bestehenden Gewerbebetrieb übernehmen, müssen Sie dies anzeigen. Von der Anzeigepflicht ausgenommen sind unter anderem freiberufliche Tätigkeiten. Über Ihre Gewerbeanmeldung werden das Finanzamt, die Berufsgenossenschaft, das Statistische Landesamt, die Handwerkskammer beziehungsweise die Industrie- und Handelskammer automatisch informiert. Immaterielle Wirtschaftsgüter Der Preis der Immobilie, des Maschinenparks, des angelieferten Materials - dies alles reicht nicht aus, den Wert eines Unternehmens richtig zu erfassen. Es sind die immateriellen Wirtschaftsgüter, welche nicht zu unterschätzen sind. Dazu zählen nicht nur Patente und Lizenzen, sondern Warenzeichen, Gebrauchsmuster sowie Bezugs- und Lieferungsrechte. Darüber hinaus sind natürlich der Standort, der Kundenkreis, ein motivierter Mitarbeiterstamm sowie der ''gute Name'' von Bedeutung. Was davon mit welchem Wert in die Bilanz eines Unternehmens einfließt, ist im Handelsgesetzbuch und in der Steuergesetzgebung geregelt. Investitionskosten Zunächst denkt fast jeder bei Investitionen an die Anschaffung von Maschinen und Anlagen sowie an Grundstücke und Gebäude. Diese Investitionskosten sind in der Regel die Bemessungsgrundlage für Fördermittel. Deswegen ist es nicht unbedeutend, dass in den Programmen für Existenzgründer auch Kosten für Waren- beziehungsweise Materiallager, für Markterschließung, Produktentwicklung, Schulungen oder zeitlich befristete Managementunterstützung als förderfähig einbezogen werden. Kleinunternehmer Wenn Sie absehen können, dass Sie als Einzelunternehmerin oder Einzelunternehmer - ob mit Gewerbebetrieb oder als Freiberufler - eher einen bescheidenen Umsatz erzielen werden und auf möglichst wenig Bürokratie Wert legen, so sollten Sie sich die Kleinunternehmerregelung ansehen. Wenn Sie diese Regelung in Anspruch nehmen, bleibt es Ihnen erspart, in Ihren Rechnungen eine Umsatzsteuer auszuweisen. Gleichzeitig entfällt auch die entsprechende quartalsweise oder monatlich anfallende Voranmeldung der Umsatzsteuer. Allerdings dürfen Sie im vergangenen Geschäftsjahr nicht mehr als 17.500 Euro Umsatz erzielt haben. Rechtsform Gerade wenn Sie vorhaben, ein etwas größeres Unternehmen zu gründen, sollten Sie sich genau mit den verschiedenen Rechtsformen befassen, welche Ihnen hierzulande zur Verfügung stehen Es gibt neben dem Einzelunternehmen und den Personengesellschaften auch Kapitalgesellschaften sowie Genossenschaften. Durch die Wahl der entsprechenden Rechtsform werden nicht nur die Eigentumsverhältnisse beeinflusst, sondern auch die Art der Entscheidungsfindung und die Frage, wer welche Haftungsrisiken trägt. Erkennbar wird die Rechtsform über den Firmennamen. Dies ist vor allem für Ihre künftigen Geschäftspartner von Interesse. Umlaufvermögen Haben Sie zum Beispiel eine kleine Schreinerei eröffnet, welche Spezialmöbel anbieten möchte, werden Sie neben der Werkstatt und dem Lieferwagen auch jede Menge Holz, Nägel sowie weitere Materialien benötigen. Da diese zweite Gruppe von Anschaffungen den Betrieb - wenn auch in umgearbeiteter Form - bald wieder verlässt, handelt es sich um sogenanntes Umlaufvermögen. Dazu zählen alle zur Produktion notwendigen Rohstoffe, Halbfertig- oder Fertigprodukte, aber auch Bargeld oder Tageseinnahmen. Umsatzsteuer Wenn Sie nicht als ?Kleinunternehmer gelten, sind Sie verpflichtet, auf Ihre Rechnungen eine Umsatz- oder Mehrwertsteuer aufzuschlagen. Sie beträgt üblicherweise 19 Prozent, für einige Produkte und Dienstleistungen gilt der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent. Die Summe der Umsatzsteuern muss an das Finanzamt abgeführt werden, wobei diese Summe zunächst um den Vorsteuerabzug verringert wird. Dieser Abzug betrifft die Umsatzsteuern, welche Sie als Unternehmer beispielsweise an Lieferanten bezahlt haben. Aus Plänen wird Konkretes Verhandeln will gelernt sein Nicht nur in der Anfangsphase, sondern auch während des laufenden Betriebs müssen Sie immer wieder Verhandlungen führen, vor allem mit Kunden, Lieferanten, Geschäftspartnern und Geldgebern. Die Realisierungsphase ist der Teil einer Existenzgründung, bei dem es ernst wird Ist die Gewerbe­anmeldung erfolgt, muss sich zeigen, wie leistungsfähig das Unternehmenskonzept ist. Die Zahlen eines Businessplans behalten auch nach der Gründung eine große Bedeutung. Deswegen weist Dr. Konrad Zipperlen darauf hin, dass ein Unternehmenskonzept in der Realisierungsphase ''als Kontrollinstrument'' dient. ''Deshalb darf das Konzept'', erläutert der Leiter des Bereiches Start- und Unternehmensförderung, Handel und Tourismus der IHK für München und Oberbayern, ''nicht nur in der Schreibtischschublade verschwinden, sondern muss als Richtschnur dienen. Kommt es in der tatsächlichen Entwicklung des Unternehmens zu Abweichungen, muss der Businessplan fortgeschrieben und der neuen Situation angepasst werden.'' Typische Probleme ergeben sich, so seine Erfahrung, ''weil die Anlaufzeit unterschätzt wird beziehungsweise die Mittel zur Finanzierung dieser Anlaufzeit nicht ausreichen''. Alleinstellungsmerkmale gefragt Wer seine Überlebenschance steigern will, muss ständig die eigene Wettbewerbssituation analysieren. ''Man sollte sich fragen'', verdeutlicht Zipperlen ''Warum soll ein Kunde bei mir kaufen beziehungsweise meine Dienstleistung in Anspruch nehmen? Hier sind Alleinstellungsmerkmale gefragt.'' Kommt es zu Abweichungen vom vorliegenden Konzept, muss nach Aussage des Experten ''hinterfragt werden, wo die Ursachen dafür liegen und wie gegengesteuert werden kann. Manchmal muss dabei auch das Konzept überarbeitet werden.'' Um die geschäftliche Entwicklung in den Griff zu bekommen, empfiehlt Dr. Marc Evers, sich auf ein ''aussagekräftiges Controlling'' zu stützen. ''In der Realisierungsphase'', erläutert der Referatsleiter Mittelstand, Existenzgründung beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag, ''muss der Gründer umfassend darüber informiert sein, welche Produkte welche Einnahmen und welche Produkte keine erschöpfenden Einnahmen bringen. Nur so erhält er fundierte Hinweise darauf, wie er sein Sortiment umstellen muss.'' Aussagekräftige Zahlen helfen der Existenzgründerin oder dem Existenzgründer auch dabei zu erfahren, wer seine Schlüsselkunden sind. Evers ''Es ist wichtig, sich von Anfang an um eine fundierte Datenbasis zu bemühen, um mit seinem Unternehmen nicht nur Geschäfte auf dünnem Eis zu realisieren, sondern auf sicherem Grund.'' Fazit Fundierte Zahlen sind eine wichtige Voraussetzung, um herauszufinden, wie sich über kleinere Umstellungen im Sortiment oder Dienstleistungsangebot langfristig ein verbessertes Ergebnis erzielen lässt. Tipp 1 Bedenken Sie immer, wen Sie vor sich haben! Ein Bankmitarbeiter, der von Ihrer Geschäftsidee vielleicht noch nichts gehört hat, muss vor allem überzeugt werden. Ein Lieferant oder Geschäftspartner hingegen kennt sich vielleicht bestens mit der Materie aus. Dagegen müssen Sie einem Kunden oft den Mehrwert Ihres Produkts in Abgrenzung zur Konkurrenz erklären. Tipp 2 Wirken Sie stets überzeugend! Verhandlungen mit Banken und Geldgebern scheitern meist daran, dass Unternehmer nicht selbstsicher genug auftreten oder auf Rückfragen keine Antwort wissen. Bereiten Sie sich daher stets gut vor! Bei der Beschreibung Ihres Vorhabens beschränken Sie sich auf das Wesentliche und vermeiden zu viele Details oder gar Fachsprache. Ihr Gegenüber sollte auf Anhieb verstehen können, was Sie vorhaben. Tipp 3 Setzen Sie sich Ziele und Grenzen! Treffen Sie mit Lieferanten und anderen Geschäftspartnern stets klare Vereinbarungen. Halten Sie die Ergebnisse schriftlich fest, damit es später keine Diskussionen gibt. Vor Preisverhandlungen mit Zulieferern sollten Sie sich zudem eine Preisobergrenze setzen. Ist ein Angebot zu hoch, suchen Sie am Markt nach günstigeren Offerten. Tipp 4 Verkaufen Sie sich nicht unter Wert! Auch wenn Preisverhandlungen mit Kunden mühevoll sein mögen Bieten Sie Ihre Ware oder Dienstleistung nicht unter einem bestimmten Preis an. Ist der Kunde nicht bereit, Ihren Preis zu bezahlen, gewähren Sie ihm Extras einen kostenlosen Service zum Beispiel oder Rabatt beim nächsten Einkauf. Bleiben Sie Ihrem Minimalziel treu. Wer sich oder seine Ware unter Wert verkauft, wird mit seinem Geschäft niemals auf einen grünen Zweig kommen. Liquidität Es handelt sich um eine wichtige Größe, weil durch sie Ihre Fähigkeit als Existenzgründerin oder Existenzgründer beschrieben wird, den laufenden Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Wie es um die Liquidität aussehen wird, sollte bereits im Gründungskonzept erfasst werden Dabei stellen Sie die denkbaren Einnahmen Ihres Unternehmens den voraussichtlichen Ausgaben gegenüber. Um immer liquide zu sein, müssen Sie dafür sorgen, dass das finanzielle Gleichgewicht stimmt das heißt, dass die Zahlungsströme aus Ihren Verbindlichkeiten und Ihrem Vermögen sowohl wert- als auch zeitmäßig aufeinander abgestimmt sein müssen - die vorhandenen Zahlungsmittel müssen stets größer sein als der Zahlungsmittelbedarf. laufenden Jahr dürfen einen voraussichtlichen Betrag von 50.000 Euro nicht überschreiten. Als Nachteil müssen Sie in Kauf nehmen, dass Sie bei Ihren Einkäufen keine Vorsteuer geltend machen können. Existenzgründung Gerade in der Anfangszeit ist es wichtig, genau zu wissen, welches Produkt welche Einnahmen bringt. ls Hörgeräteakustikmeisterin habe ich die fachliche Qualifikation für meine Existenzgründung gehabt. Trotzdem sollteman sich vorab sehr gut informieren. Ich habe zunächst eine Marktanalyse durchgeführt und dabei festgestellt, dass es Bedarf für ein weiteres Hörgerätegeschäft in der Stadt gab. Auch die richtige Bank muss gefunden werden, denn nicht jede Bank unterstützt Existenzgründer. Sehr hilfreich sind Gründungsnetzwerke, da dort viele Experten vor Ort sind und man sich mit anderen Gründern austauschen kann. Ich bin jetzt erfolgreich, weil ich mich von der Konkurrenz durch guten Service wie zum Beispiel Hausbesuche oder einen kostenlosen Kundenparkplatz abhebe. Meine Bekanntheit steigere ich durch Vorträge bei Wohlfahrtsverbänden, vielen Zeitungsanzeigen und einer Homepage. Vor Kurzem habe ich zudem einen Online-Shop als weiteres geschäftliches Standbein eingerichtet. Von Online-Marketing über Casting bis zum Fahrservice Diese sechs Existenzgründer aus unterschiedlichen Branchen haben den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und sprechen über ihr Erfolgsrezept. Ich habe während meines BWLStudiums Online-Marketing für mittelständische Unternehmen gemacht. Ich hatte bald so viel zu tun, dass ich einen Partner eingebunden habe. Mittlerweile beschäftigen wir 14 fest angestellte Mitarbeiter. Wir betreuen viele kleine Firmen aus der Region, sodass es kein Problem ist, wenn ein Kunde wegbricht. Wir haben nie einen Kredit aufgenommen und waren nie fremdfinanziert. Wir haben darauf geachtet, Fixkosten wie Mieten niedrig zu halten und zunächst mit Freelancern (Anm. d. Red. freien Mitarbeitern) gearbeitet. Bei der Expan­sion sind wir immer ''step by step'' vorgegangen, haben Mitarbeiter eingestellt und Geschäftsbereiche erst ausgebaut, wenn wir die finanziellen Mittel erwirtschaftet hatten. In unserer Branche ist es wichtig, den Innovationsgrad hochzuhalten, was Selbstdisziplin erfordert. Wir bleiben über Blogs, berufliche Netzwerke und Veranstaltungen auf dem Laufenden. Diese Gründer sind auf Erfolgskurs Bevor man sich für eine Existenzgründung entscheidet, sollte man sich sehr gründlich vorbereiten. Mich hat überrascht, dass man doch wesentlich mehr Geld braucht, als man vorher vielleicht eingeplant hat - die Kosten für die soziale Absicherung wie die Rentenversicherung sind zum Beispiel ein immenser Posten. Außerdem gibt es möglicherweise andere Dinge, von denen man nichts wusste. Ich musste zum Beispiel eine Sachkundeprüfung machen, um Fahrgäste in meinen Wägen transportieren zu dürfen. Das habe ich bei der Industrieund Handelskammer erfahren. Nach der Gründung hat es ein gutes halbes Jahr gedauert, bis wir auch wirklich gute Einkünfte erzielt haben. Da ist es wichtig, dass man an sich glaubt. Wenn man Familie hat, muss die auch voll dahinterstehen und Verständnis für den großen Zeitaufwand haben, den man in seinen eigenen kleinen Betrieb steckt. Wenn man sich in der Gastronomie selbstständig machen möchte, sollte man schon vorher profunde Erfahrungen in der Branche gesammelt haben. Es kommt so viel auf einen zu. Neben der Kerntätigkeit, dem Kochen, sind die Buchhaltung, die Abrechnungen, die ganze Bürokratie, beispielsweise mit dem Gesundheitsamt, ein gewaltiger Posten Arbeit. Man muss ein Allrounder sein, wenn man sich nicht für die verschiedenen Aufgaben Personal erlauben kann Ich muss auch den Garten rund um mein Lokal in Ordnung halten, Dinge reparieren, Holz für den Kamin beschaffen. Man sollte vorsichtig sein, worauf man sich einlässt. Bei der Werbung sollte man sich zum Beispiel auf zwei oder drei Werbeinstrumente beschränken. Eine gut gemachte Homepage zum Beispiel. Was meine Küche angeht Ich arbeite mit regionalen Produkten und bereite sie jünger und frecher zu, als das bei vielen Landgasthöfen der Fall ist. Ich bin vor neun Jahren aus Venezuela eingewandert. Vor meiner Firmengründung war es mir wichtig, die deutsche Sprache intensiv zu lernen. Für die Gründung haben wir uns von einem guten Steuerberater und von der Industrie- und Handelskammer beraten lassen. Außerdem habe ich Seminare, unter anderem zu Zollbestimmungen oder für die Buchführung, besucht. Man muss sich vor einer Gründung fragen, welche Kompetenzen man hat. Als Ingenieurin habe ich das technische Verständnis für die Aufträge meiner Kunden, ich bin ein Verkaufstyp und ich verfüge über umfangreiche Berufserfahrung. Für viele Formulare und Briefe braucht man als Migrant noch Hilfe, aber die bekamen wir vom Steuerberater. Bei uns hat die Gründung auch gut geklappt, weil wir eine gute Finanzplanung hatten - zunächst haben wir mit Ersparnissen gearbeitet, zum Wachsen haben wir einen Kredit genommen. Ich bin auf viel Skepsis gestoßen, weil ich eine Frau bin, weil ich Migrantin bin und nicht so perfekt Deutsch spreche. Man darf sich aber nie demotivieren lassen und sollte immer sein Ziel vor Augen haben. Ich würde jedem vor einer Gründung raten, durch eine freiberufliche Tätigkeit vorab zu testen, ob einem das selbstständige Arbeiten mit all seinen Vorteilen, aber auch Unsicherheiten und Risiken liegt. In der Medienbranche ist eine Gründung sicherlich kaum möglich, ohne schon bei Film, Fernsehen und Werbung gearbeitet zu haben. Ich selbst habe vor meiner Selbstständigkeit sechs Jahre Praxiserfahrung in der Medienbranche sammeln und erste wichtige Kontakte knüpfen können. Die meisten Jobs werden eher durch persönliche Weiterempfehlungen als durch klassische Akquise vergeben. Ich habe viele Seminare für Existenzgründer und einen Unternehmerinnentag besucht. Diese haben mir als Geisteswissenschaftlerin sehr geholfen, meine kaufmännischen Kenntnisse zu erweitern. Ich bin auch nach der Gründung durch einen Begleitzirkel für Existenzgründer in vielen unternehmerischen Fragen unterstützt worden. Mir hat es außerdem sehr geholfen, dass ich mir ein Netzwerk zu anderen jungen Unternehmern geschaffen habe, mit denen ich mich teilweise noch immer austausche. Förderhilfen nach der Gründung Gründercoaching Deutschland Wenn Ihre Existenzgründung weniger als fünf Jahre zurückliegt, können Sie das ''Gründercoaching Deutschland'' in Anspruch nehmen. Innerhalb dieser Start- und Festigungsphase der ersten Unternehmerjahre besteht für Sie die Möglichkeit, sich über einen Zeitraum von zwölf Monaten von einem Coach betreuen zu lassen. Das Angebot gilt sowohl für Gewerbetreibende als auch für Angehörige der Freien Berufe. Wie die federführende Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW Bankengruppe) erläutert, ''unterstützt Sie das Programm bei allen wirtschaftlichen, finanziellen und organisatorischen Fragen zu Ihrer Existenzgründung und Existenzsicherung in den Anfangsjahren''. Gefördert werden beispielsweise die Erstellung von Marktstudien sowie die Entwicklung von Marktstrategien. Die KfW informiert auch exakt darüber, was sie nicht fördert etwa Rechts-, Versicherungs- und Steuerberatungen sowie die Erarbeitung von EDV-Software. Das Beraterhonorar für Ihr Coaching darf nicht mehr als 6.000 Euro betragen. Das Tageshonorar wird bis zu einer Höhe von 800 Euro gefördert. Um die Förderung in Anspruch zu nehmen, müssen Sie einen Antrag bei einem Regionalpartner der KfW stellen, das sind üblicherweise die Industrie- und Handelskammern sowie die Handwerkskammern. Diese leiten den Antrag mit einer Empfehlung zur Entscheidung an die KfW weiter. www.gcd-regionalpartnersuche.de Gerade die Anfangsphase einer Selbstständigkeit ist nicht ganz einfach. Um die Chancen langfristig zu erhöhen, sollten Sie als Gründerin oder Gründer gegebenenfalls finanzielle Fördermittel in Anspruch nehmen und auf professionelle Beratungshilfe zurückgreifen, die ebenfalls bezuschusst wird. Gründercoaching - wenn aus der Arbeitslosigkeit heraus gegründet wurde Falls Sie Ihr Unternehmen aus der Arbeitslosigkeit heraus gegründet haben, gelten etwas andere Eckwerte, wenn Sie das ''Gründercoaching Deutschland'' in Anspruch nehmen möchten Dann erhalten Sie in ganz Deutschland innerhalb eines Jahres nach der Gründung Nach der Gründung gilt es, in die schwarzen Zahlen zu kommen - die richtige Förderung hilft dabei. Beim ''Gründercoaching Deutschland'' können Sie sich von einem Coach unterstützen lassen. einen Zuschuss von 90 Prozent des Beraterhonorars. Allerdings darf das Honorar für das Coaching insgesamt nicht mehr als 4.000 Euro betragen. Wie bei der allgemeinen Förderung liegt das förderfähige Beraterhonorar bei 800 Euro pro Tag. Als Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Programms gilt, dass Sie als Gründerin oder Gründer einen Gründungszuschuss erhalten. KfW Bankengruppe Palmgartenstraße 5-9 60325 Frankfurt am Main Tel. 069 7431-0 www.kfw.de Fördermittel für Unternehmensberatungen Wenn Sie als Existenzgründerin oder Existenzgründer mindestens ein Jahr am Markt sind und einen Unternehmensberater beanspruchen möchten, können Sie durch öffentliche Mittel bezuschusst werden. Gegenstand der Förderung sind nach Informationen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) allgemeine Beratungen und spezielle Beratungen zu Technologie und Innovation, Außenwirtschaft, Qualitätsmanagement, Kooperation, Mitarbeiterbeteiligung und im Vorfeld ein Rating, also eine langfristige Bonitätseinschätzung. Darüber hinaus werden Umweltschutz- und Arbeitsschutzberatungen, Beratungen von Unternehmern und Unternehmerinnen oder Migranten und Migrantinnen zur Unternehmensführung sowie Beratungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert. Die Förderung wird als Zuschuss zu den vom Unternehmensberater in Rechnung gestellten Beratungskosten geleistet. Der Höchstzuschuss für eine Beratung beträgt in Berlin und den alten Bundesländern 50 Prozent beziehungsweise maximal 1.500 Euro, in den neuen Ländern einschließlich des Regierungsbezirks Lüneburg 75 Prozent beziehungsweise maximal 1.500 Euro. Folgende Beschränkungen gelten für den Fall, dass mehrere Beratungen in Anspruch genommen werden: Bei allgemeinen Beratungen und speziellen Beratungen hat jedes Unternehmen ein Beratungskontingent von jeweils insgesamt 3.000 Euro. Allgemeine und spezielle Beratungen werden folglich mit Zuschüssen von zusammen maximal 6.000 Euro gefördert. Für diese Regel gelten jedoch Ausnahmen Die Beschränkung gilt nicht für Umweltschutz- und Arbeitsschutzberatungen, Beratungen von Unternehmerinnen oder Migranten und Migrantinnen zur Unternehmensführung sowie Beratungen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wie das BAFA erläutert. Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Frankfurter Straße 29-35 65760 Eschborn Tel 06196 908-570 www.bafa.de Ihre große Checkliste Gut vorbereitet? Die Förderdatenbank des Bundes Wenn Sie sich einen Überblick über alle weiteren Förderprogramme des Bundes, der Länder und Europäischen Union verschaffen wollen, steht Ihnen eine vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie betreute Förderdatenbank zur Verfügung. Auf der Webseite wird das Fördergeschehen unabhängig von der Förderebene oder dem Fördergeber nach einheitlichen Kriterien und in einer konsistenten Darstellung zusammengefasst. Dabei werden auch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Programmen aufgezeigt, die für eine effiziente Nutzung der staatlichen Förderung bedeutend sind. Die Förderdatenbank als zentrale Informationsquelle steht sowohl Privatpersonen wie Existenzgründern als auch Unternehmen und Beratern zur Verfügung. www.foerderdatenbank.de Diese Checkliste fasst die im Heft beschriebenen Schritte zusammen und hilft Ihnen dabei, den Verlauf Ihres Gesamtprojekts Existenzgründung zu überprüfen. So sehen Sie auf einen Blick, ob Sie alle Punkte von der Idee über die Planung und Realisierung bis zur Nachbereitung in die Wege geleitet haben. Kreditangebote für die ersten Jahre KfW-Gründerkredit - StartGeld Wenn Sie als Freiberufler oder Gründerin eines kleinen Unternehmens weniger als drei Jahre am Markt tätig sind, können Sie vom KfW-Startgeld profitieren. Dabei handelt es sich um einen Kredit von bis zu 100.000 Euro, der von der KfW abgesichert wird und dessen Rückzahlung höchstens zehn Jahre dauern darf. Bei Bedarf können Sie - je nach Modell - ein oder zwei tilgungsfreie Jahre vereinbaren. Gefördert wird der Finanzierungsbedarf für Investitionen und Betriebsmittel. Auch Festigungsmaßnahmen werden innerhalb von drei Jahren nach Aufnahme der Geschäftstätigkeit gefördert. Förderung von Umweltschutzmaßnahmen Zinsgünstige Darlehen gibt es auch für Freiberufler und privatwirtschaftliche Unternehmen, die aktiv zum Umweltschutz beitragen möchten. Wenn Sie vom ERPUmwelt- und Energieeffizienzprogramm B für kleine und mittlere Unternehmen profitieren möchten, müssen Sie Die KfW fördert auch Investitionen in Umweltschutz und Energieeffizienz. hierzulande Umweltschutzmaßnahmen durchführen und beispielsweise in Gebäudehüllen, Informationsund Kommunikationstechnik oder die Sanierung eines Gebäudes investieren. Unter www.arbeitsagentur.de Veröffentlichungen Themenhefte ''durchstarten'' Existenzgründung Finanzierung und Förderung Förderprogramme der Länder für Existenzgründer finden Sie einen Überblick über die wichtigsten Förderprogramme der einzelnen Bundesländer. B) Die Planung 1) Beratung, Coaching, Weiterbildung Ich habe. mich über die formalen Anforderungen für Existenzgründer informiert. Angebote der Bundesagentur für Arbeit für Gründungswillige genutzt, zum Beispiel ein persönliches Beratungsgespräch. mich über die staatlichen Fördermöglichkeiten für eine Gründungsberatung informiert. Seminare und Workshops für Existenzgründer besucht (beispielsweise bei einer Gründungsagentur oder einer Kammer). meine individuellen Fragen zur Existenzgründung mit einem fachkundigen Berater im Rahmen einer Vorgründungsberatung besprochen. Zuvor habe ich die fachliche Eignung meines Beraters mithilfe der Checkliste überprüft. Weiterbildungsangebote in Anspruch genommen, um mir nötige Kompetenzen (zum Beispiel Buchführung, Personalführung etc.) anzueignen. mit einem Steuerberater und mit dem Finanzamt steuerliche Fragen abgeklärt. mich mit meinem/-r Lebenspartner/-in, meiner Familie beraten und sichergestellt, dass sie mir bei meiner Existenzgründung ''Rückendeckung'' geben. 2) Ihre Geschäftsidee Ich habe überprüft, dass. mein Produkt/meine Dienstleistung vom Markt benötigt oder gewünscht wird. ich fachlich bestens für das von mir Angebotene gerüstet bin. nicht andere Unternehmen bereits Rechte, Patente oder Lizenzen an meiner Idee besitzen, die mir das Anbieten verhindern. ich die richtige Standortwahl für mein Unternehmen getroffen habe. die Kundengruppen vor Ort, die Konkurrenzsituation sowie Kosten (Miete und Gewerbesteuer) passend für mein Vorhaben sind. das Image von Stadt oder Ort sowie Infrastruktur und Freizeitangebote attraktiv sind für potenzielle Mitarbeiter. ich mit der Branche, in der ich gründen will, vertraut bin. Mit anderen Unternehmern aus der Branche habe ich mich über deren Erfahrungen ausgetauscht. Ich weiß genau. wer meine Kunden sein sollen. welchen Preis ich für mein Produkt/meine Dienstleistung verlangen kann. wer meine Konkurrenten sind, mit welchen Werbeformen sie den Markt ansprechen und wie ich mich gegen sie durchsetzen kann. ERP-Kapital für Gründung Mithilfe dieses Programms erhalten Sie Unterstützung bei der Gründung Ihres Unternehmens oder Ihrer freiberuflichen Existenz in Deutschland. Unter anderem werden auch Festigungsmaßnahmen innerhalb von drei Jahren nach Aufnahme Ihrer Geschäftstätigkeit gefördert. Über das Programm darf unter anderem der Erwerb von Grundstücken, Gebäuden, Sachanlagevermögen, Betriebs- und Geschäftsausstattung sowie von Waren-, Ersatzteil- oder Materiallagern finanziert werden. Die Förderung erfolgt in Form eines zinsverbilligten Nachrangdarlehens, dessen Höhe pro Antragsteller bei höchstens 500.000 Euro liegt. Die Laufzeit beträgt 15 Jahre, wobei in den ersten sieben tilgungsfreien Jahren nur Zinszahlungen geleistet werden müssen. www.kfw.de 3) Die Gründungsform Die Form meiner Gründung ist: Neugründung Franchising Beteiligung Unternehmensnachfolge/Übernahme Kleingründung Spin-off/Ausgründung Start-up (Internetbranche) E-Business (Online-Handel) Über die Besonderheiten meiner Gründungsform bin ich bestens informiert. Mit meinem Berater habe ich alle Fragen geklärt. ? 4) Ihr Businessplan Mein Businessplan enthält alle nötigen Punkte: Zusammenfassung des Vorhabens Ausführliche Beschreibung der Geschäftsidee Beschreibung von Produkt/Dienstleistung Ausführliche Marktanalyse Informationen zu beabsichtigten Marketingstrategien Meine Personalplanung Abwägung von Chancen und Risiken Finanzplanung und Finanzbedarf Terminplan mit wichtigen Meilensteinen Die Tipps zum Businessplan habe ich berücksichtigt, Fehler vermieden. Für Gründer, die eine staatliche Förderung, zum Beispiel den Existenzgründerzuschuss der Bundesagentur für Arbeit, beantragen wollen: Fachkundige Stellungnahme eingeholt 5) Finanzplanung, Fördermöglichkeiten und finanzielle Hilfen Die verschiedenen Kapitalarten und ihre Vor- und Nachteile sind mir bekannt. Die Checkliste zur Finanzierungsplanung habe ich durchgearbeitet. Alle wichtigen Fragen habe ich mit einem Fachberater geklärt. Existenzgründung 2011 Ich habe mich ausreichend informiert über: Steuern: Einkommensteuer Gewerbesteuer (nur Gewerbetreibende) Umsatzsteuer Lohnsteuer Versicherungen: Krankenversicherung Krankentagegeldversicherung Berufsunfähigkeitsversicherung Altersvorsorge/Rentenversicherung Sachversicherungen (Einbruch, Feuer, Sturm) Betriebshaftpflichtversicherung Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) Vermögensschadenhaftpflicht Weitere Rahmenbedingungen habe ich geprüft: Recht und Verträge Marketing, Werbung, Firmenauftritt Die Checkliste ''Ideen für günstige Marketingstrategien'' habe ich durchgearbeitet. Ich habe. ein Gespräch mit der Bank geführt. eine Liquiditätsplanung erstellt. eine Kapitalbedarfsplanung erstellt. eine Rentabilitätsplanung erstellt. Finanzierungsmöglichkeiten erfragt. mich über EU-Förderungen informiert. mich über die Förder- und Kreditangebote der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) informiert. weitere Förderungsmöglichkeiten in der Förderdatenbank des BMWi recherchiert. Businessplan-Wettbewerbe angefragt. 6) Letzter Check vor dem Start Ich habe mich für folgende Rechtsform entschieden: Über die damit verbundenen rechtlichen und steuerlichen Pflichten bin ich informiert. Ich bin: Gewerbetreibender Freiberufler C) Die Realisierung Ich kenne mich mit folgenden wichtigen Themen aus: Kundengewinnung (Akquise) Arbeits- und Gesundheitsschutz Controlling Krisenvorbeugung und -management Qualitätsmanagement Umweltschutz Unternehmensregister Werbung und Marketing Work-Life-Balance Die folgenden Förderungsmöglichkeiten nach der Gründung sind mir bekannt: Gründercoaching Deutschland Coachingzuschuss für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit Förderung für Unternehmensberatungen KfW-StartGeld Unternehmerkapital ERP-Kapital für Gründung Auf Ihrem Weg in die berufliche Selbstständigkeit erhalten Sie Hilfe von vielen Seiten. Während der Vorbereitung werden Sie sich oft im Internet informieren, doch auch direkt bei Behörden und offiziellen Stellen um Rat bitten. Hier haben wir für Ihre Recherche noch einmal die wichtigsten Links zusammengestellt: www.existenzgruender.de Das Existenzgründerportal des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gibt einen umfassenden Einblick und stellt hilfreiche Arbeitsmittel rund um das Thema Existenzgründung zur Verfügung. www.dihk.de Deutscher Industrie- und Handelskammertag Themenfelder Starthilfe und Unternehmensförderung Hier können Sie sich über Gründung, Finanzierung, Nachfolge oder Unternehmensführung, aber auch Sach- und Fachkundeprüfungen erkundigen. www.bmwi-unternehmensportal.de Hier finden Sie neben Checklisten und Übersichten viel Wissenswertes zu Förderprogrammen, Marketing und Liquidität sowie eine Unternehmenswerkstatt. www.kfw.de Die KfW Bankengruppe fördert Privatkunden, Unternehmen sowie Kommunen und gemeinnützige Einrichtungen. www.arbeitsagentur.de Menüpunkt Bürgerinnen und Bürger Arbeit und Beruf Existenzgründung Menüpunkt Veröffentlichungen Themenhefte ''durchstarten'' Existenzgründung Informieren Sie sich zum Beispiel über die unterschiedlichen Formen der Selbstständigkeit oder über finanzielle Hilfen. Links und Broschüren ergänzen das Angebot der Bundesagentur für Arbeit www.gruenderinnenagentur.de Die ''bundesweite gründerinnenagentur'' ist ein Informations- und Servicezentrum zur unternehmerischen Selbständigkeit und Unternehmensnachfolge durch Frauen. Das Portal bietet branchenübergreifende Informationen und Beratungsangebote zu allen Phasen der Existenzgründung sowie zur Nachfolge. www.zdh.de Zentralverband des deutschen Handwerks Gewerbeförderung Betriebsberatung Von der einzelbetrieblichen Beratung über Informationsschriften bis hin zu Veranstaltungen Der ZDH will mit guter Beratung die Leistungsfähigkeit des Handwerks stärken. www.exist.de Die Ziele des Förderprogramms EXIST sind, das Gründungsklima zu verbessern, Unternehmergeist an Universitäten zu verbreiten sowie die Anzahl technologieorientierter und wissensbasierter Gründungen zu steigern. dargebotenen Inhalte können aber auch auf andere Bereiche übertragen werden. www.mediafon.net Hier gibt es Beratung zu allen unmittelbar beruflichen Fragen Selbstständiger wie Honorar oder Branchenentwicklung. www.gruendungskatalog.de Die neutrale Plattform hält mehr als 8.500 Einträgesystematisch in circa 800 Kategorien geordnet bereit, darunter Methoden der Betriebsführung, Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit, regionale Gründung oder Gründungsevents. www.nexxt-change.org Die nexxt-change Unternehmensbörse bietet Planungs-, Förder- und Finanzierungshilfe. Außerdem können Sie hier nach Verkaufsangeboten suchen oder selbst ein Gesuch aufgeben. Ein bundesweiter Veranstaltungskalender ergänzt das Angebot. www.gruenderleitfaden.de Der Gründerleitfaden richtet sich zwar in erster Linie an Gründer im Bereich Multimedia, viele der Weitere Angebote im BiZ Zu folgenden Themen gibt es Hefte zum Mitnehmen. Diese Hefte (PDF) und dazugehörige Online-Module finden Sie im Internetportal der Bundesagentur für Arbeit. Familie und Beruf Existenzgründung Soldaten auf Zeit 45plus - Ihre Erfahrung zählt Jobchancen ohne Ausbildung Weiter durch Bildung Berufliche Reha Zeitarbeit ...

Publikation öffnen