Gesundheitsreport 2017

Die BKK hat die Daten von rund 9 Millionen Mitgliedern ausgewertet...

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Digitale Medien und Apps begleiten und unterstützen unseren privaten und beruflichen Alltag mittlerweile so selbstverständlich, dass wir sie oftmals gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Der Prozess der Digitalisierung - ob in der Arbeitswelt, im Gesundheitswesen oder auch in allen anderen Lebensbereichen - ist unumkehrbar. Umso wichtiger ist es, diesen Prozess im Zusammenspiel mit allen Akteuren aktiv mitzugestalten. Das Thema Digitalisierung ist für die Betriebskrankenkassen nicht nur im Bereich von Gesundheit und Gesundheitsversorgung von hoher Relevanz. Durch die besondere Nähe der Betriebskrankenkassen zu den Unternehmen und deren Beschäftigten spielt die Digitalisierung der Arbeitswelt hierbei eine herausragende Rolle. Welche Sichtweisen Beschäftigte auf die Digitalisierung der Arbeitswelt haben, welche Erwartungen speziell an die Nutzung digitaler Technologien im Gesundheitswesen geknüpft sind, welche Chancen und Herausforderungen aus Expertensicht in beiden Bereichen bestehen und welche Nutzungskonzepte hierzu schon jetzt vorhanden sind, wird im BKK Gesundheitsreport 2017 dargestellt. Mit der Digitalisierung sind hohe Erwartungen genauso wie ernste Befürchtungen verbunden. So bieten sich beispielsweise enorme Möglichkeiten, die Arbeit einfacher, effektiver und nicht zuletzt individueller, auch in zeitlicher und räumlicher Hinsicht, zu gestalten. Andererseits verändern sich damit auch Rahmenbedingungen und Erwartungen an die Arbeit, sowohl von Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerseite. Für beide Seiten ist dabei die zentrale Frage, wie die Arbeit der Zukunft, insbesondere im Hinblick auf die Digitalisierung, zum beiderseitigen Vorteil gestaltet werden kann. Der (digitale) Wandel der Arbeitswelt birgt dabei große Chancen für beide Seiten, aber auch Herausforderungen, die bei aller Euphorie von Beginn an mitgedacht werden müssen, damit Arbeit weiterhin gesundheitsförderlich, sinnstiftend und für beide Seiten gewinnbringend bleibt. Die Gesundheitsversorgung kann durch den Einsatz digitaler Technologien verbessert werden, allein schon die naheliegende Digitalisierung von standardisierten Kommunikationswegen erspart allen Be teiligten viel Arbeit, Zeit und Nerven. Darüber hinaus kann die Gesundheitsversorgung dadurch besser und effizienter werden, dass medizinische Daten zeit- und ortsunabhängig verfügbar sind, um z.B. unnötige Mehrfachuntersuchungen oder schädliche Wechselwirkungen bei Mehrfachmedikation zu vermeiden. Das verabschiedete E-Health-Gesetz bietet hierfür eine notwendige, aber noch nicht abschließende Grundlage. Andererseits sind unsere persönlichen Gesundheitsdaten ein hochsensibles Gut, deren unverhandelbarer Schutz von einer überwiegenden Mehrheit gewünscht und erwartet wird, was sich in Umfragen, die sich mit dem Thema Digitalisierung befassen, regelmäßig zeigt. Gesundheitsdaten werden aber schon heute dort erfasst und meist kommerziell verwertet, wo man sie gemeinhin gar nicht vermutet. Die Onlinenutzung sozialer Netzwerke oder der Einsatz von Technik-Gadgets (Wearables, Fitness-Apps etc.) können in Zeiten von Big Data und dessen Verarbeitung durch künstliche Intelligenz wie z.B. Watson und Co dazu dienen, Krankheiten zu erkennen und der Medizin entscheidende Hinweise zu liefern, Therapien gezielter zu planen. Die hier dargestellten Aspekte der Digitalisierung bilden nur einen kleinen Ausschnitt des Gesamtbildes ab. Auch der Report hat sich im diesjährigen Schwerpunkt auf zwei wichtige Kernpunkte fokussiert: Wie wirkt sich die Digitalisierung auf die Arbeitswelt und damit auch auf die Gesundheit der Beschäftigten aus, und welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf Veränderungen im Gesundheitswesen bzw. die Gesundheitsversorgung insgesamt? Neben einer deutschlandweiten Beschäftigtenbefragung, die zu beiden Fragen Antworten gibt, sind es auch in diesem Jahr die Beiträge zahlreicher Gastautorinnen und Gastautoren aus Wissenschaft, Politik und Praxis, die den Report mit ihrer Expertise zum Schwerpunktthema bereichern ...

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